Heute ist der 15.06.2026. In Basel-Stadt tut sich was – und das ist nicht nur in den Gassen und an den Ufern des Rheins zu spüren. Der Kanton hat eine bemerkenswerte demografische Wende vollzogen: Mehr als die Hälfte der hier lebenden Menschen sind unter 18 Jahre alt oder Ausländer:innen, und damit gibt es hier keine Mehrheit mehr unter den Stimmberechtigten. Für die 211.000 Einwohner:innen in Basel-Stadt bedeutet das, dass 50,3% nicht an der demokratischen Mitgestaltung teilnehmen können – sei es wegen des Alters, der Staatsbürgerschaft oder anderen Gründen. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass der Ausländeranteil in Basel mit 39% leicht hinter Genf (42%) zurückbleibt, wo immerhin etwa 35.000 Auslandschweizer:innen an Urnengängen teilnehmen dürfen.

Politologin Eva Gschwind spricht Klartext: Sie äußert Bedenken, dass die Legitimität von Wahlen leidet, wenn immer mehr Menschen von der Demokratie ausgeschlossen werden. Die Zuwanderung in der Schweiz, die sich auf die politische Teilhabe von Ausländern auswirkt, ist ein Thema, das nicht nur in Basel-Stadt immer wichtiger wird. Ein Vorschlag, das kantonale Stimmrechtsalter von 18 auf 16 Jahre zu senken, könnte hier für neue Proportionen sorgen. Vielleicht ein kleiner Schritt für die Politik, aber ein großer für die Jugend?

Der Weg zum Bevölkerungsrat

Ein spannendes neues Konzept ist der geplante „Bevölkerungsrat“ in Basel-Stadt. Dieser soll eine repräsentative Zusammensetzung haben und auch Minderjährige sowie Nicht-Schweizer:innen einbeziehen. Was für eine innovative Idee! Der Bevölkerungsrat wird komplexe Themen erörtern und Empfehlungen an die reguläre Politik abgeben – ein bisschen wie ein frischer Wind, der durch die alten Säle der politischen Entscheidungsfindung weht. Ähnlich wie der „Zukunftsrat U24“, der bereits für die Altersgruppe der 16- bis 24-Jährigen existent ist, könnte dieser neue Rat auch die Stimmen der Jüngeren und der ausländischen Mitbürger:innen hörbar machen.

Die Idee, das Stimmrechtsalter zu senken, wurde zwar 2009 abgelehnt, doch 2025 wird ein neuer Vorschlag auf den Tisch kommen. In anderen Kantonen wie Jura und Neuenburg gibt es bereits kantonale Stimmrechte für Ausländer, während Anläufe in weiteren Kantonen häufig ins Leere liefen. Basel-Stadt hat sogar die Gebühren für Einbürgerungen gesenkt, um mehr Menschen die Möglichkeit zu geben, stimmberechtigt zu werden. Ein kleines, aber feines Detail, das zeigt, dass hier an einem Strang gezogen wird.

Demokratie für alle?

Doch es gibt auch kritische Stimmen: Gschwind macht darauf aufmerksam, dass eine niedrige Stimmbeteiligung kein Argument gegen erweiterte Stimmrechte ist. Historisch gesehen ist es nicht neu, dass Minderheiten über die Mehrheit bestimmen – vor der Einführung des Frauenstimmrechts war das eine Realität. Das wirft die Frage auf, wie demokratisch unser System wirklich ist, wenn so viele Menschen ausgeschlossen sind. Die Diskussion um die politischen Rechte von Ausländern und Jugendlichen wird sicherlich weitergehen und bleibt ein wichtiges Thema für die kommenden Jahre.

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Schaut man sich die aktuelle Situation in Basel-Stadt an, wird klar: Die Stadt ist im Wandel. Die Bürger:innen, ob jung, alt, Schweizer oder Ausländer, haben das Recht, an der Gestaltung ihrer Zukunft teilzuhaben. Und vielleicht – nur vielleicht – ist dieser Bevölkerungsrat der erste Schritt in eine inklusivere, demokratische Zukunft. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Politik hier weiterentwickelt und ob die Stimmen derer, die bisher nicht gehört wurden, endlich ihren Platz finden.