Heute ist der 1.06.2026 und in Basel gibt es wieder spannende Neuigkeiten aus der Welt der jüdischen Gemeinden. Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) hat kürzlich eine Resolution gegen die Todesstrafe in Israel abgelehnt. Eine Abstimmung über diesen Antrag hätte wahrscheinlich zu einer Annahme geführt. In einem bemerkenswerten Schritt hat der Präsident des SIG, Ralph Friedländer, angekündigt, dass der Verband künftig vermehrt positiv in die Schlagzeilen gelangen möchte. Das klingt ja schon mal vielversprechend!
Die Jüdische Gemeinde Bern stellte einen Gegenantrag, um eine kritische Diskussion über das umstrittene Todesstrafe-Gesetz in Israel zu verhindern. Immerhin wollte eine Mehrheit der Delegationen, unter anderem aus Lausanne, Genf und den orthodoxen Gemeinden Zürichs, gegen die Resolution stimmen. Samuel Rom, der Sprecher der ICZ-Delegation, brachte gewichtige Argumente vor, die die Unvereinbarkeit der Todesstrafe mit den Grundwerten Israels und dem Vorrang des menschlichen Lebens in der jüdischen Tradition betonen. Das ist nicht einfach eine akademische Debatte, sondern geht an die Wurzeln des jüdischen Glaubens und der Identität.
Kritik und Bedenken
Während die Delegiertenversammlung für den Gegenantrag stimmte, äußerte Harry Wiener von der Jüdischen Gemeinde St. Gallen Bedenken. Er fürchtete, dass das Verweigern des Eintretens eine fatale Botschaft sende. Der SIG-Vorstand hält sich zwar zurück, was die Innenpolitik Israels betrifft, trotzdem hat Friedländer in der Vergangenheit bereits persönlich Kritik an der Todesstrafe geäußert. Ein bisschen widersprüchlich, oder? Man fragt sich, wie die Balance zwischen politischer Neutralität und moralischen Werten gehalten werden kann.
Ein Lichtblick kam durch die Annahme einer Resolution im Kampf gegen Antisemitismus, die nun auf verschiedene öffentliche Anlässe ausgeweitet wird. Außerdem wurde die Israelitische Religionsgesellschaft Basel als neues Mitglied in den SIG aufgenommen. Das zeigt, dass die Gemeinschaft wächst und sich weiterentwickelt.
Ein weiterer Schritt in der israelischen Politik
Ein Blick über die Grenzen hinaus offenbart, dass die Debatte um die Todesstrafe in Israel an Brisanz gewinnt. Am 31. März 2026 beschloss Israels Parlament die Ausweitung der Todesstrafe, mit einem Abstimmungsergebnis von 62 Ja-Stimmen und 48 Nein-Stimmen. Initiator des Gesetzes ist Itamar Ben Gvir, der Minister für Nationale Sicherheit, der die Todesstrafe für Palästinenser vorsieht, die von israelischen Militärgerichten wegen tödlicher Anschläge verurteilt werden. Ganz schön heftig, was da gerade auf der politischen Bühne passiert. Die Hinrichtung muss innerhalb von 90 Tagen nach Urteilsverkündung erfolgen – das lässt wenig Spielraum für Humanität.
Ben Gvir bezeichnete das Gesetz als das „wichtigste Gesetz der vergangenen Jahrzehnte“. Premierminister Benjamin Netanjahu stimmte ebenfalls mit „Ja“, während Menschenrechtsorganisationen das Gesetz als rassistisch und drakonisch verurteilen. Sarit Michaeli von B’Tselem warnte, dass dieses Gesetz die Hinrichtung von Palästinensern institutionalisieren werde. Und die Vereinigung für Bürgerrechte in Israel hat bereits eine Petition beim Obersten Gerichtshof eingereicht, um das Gesetz für nichtig zu erklären. Es bleibt also spannend, wie sich die Situation entwickeln wird, während Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas das Gesetz als Verstoß gegen das Völkerrecht verurteilt.
Die Themen Todesstrafe und Menschenrechte stehen also ganz oben auf der Agenda, und es wird interessant sein zu sehen, wie sich die jüdischen Gemeinden in der Schweiz und Israel in der nächsten Zeit positionieren. Ein Thema, das viele Gemüter erhitzt und auch weiterhin für Diskussionsstoff sorgen wird.