Die Gemeinde Kirchberg hat Grund zur Freude! Gemeinsam mit der Clientis Bank Toggenburg wurden sie mit dem renommierten Baukultur-Preis «Goldener Schemel» ausgezeichnet. Diese Ehrung wird seit 2017 vom Heimatschutz St.Gallen/Appenzell vergeben und würdigt herausragende architektonische Leistungen. In diesem Jahr wurde der Preis nicht nur für die Renovation des St.Galler Theaters, sondern auch für die Erneuerung des Dorfkerns von Kirchberg vergeben. Ein echtes Zeichen für die Fortschrittlichkeit und das Engagement der Gemeinde.
Die Erneuerung des Dorfkerns, die bereits 2015 ihren Anfang nahm, erfolgt nach dem Auszug der Landi. Gemeinsam mit der Bank wurde eine Testplanung ins Leben gerufen, und das Ergebnis ist mehr als nur beeindruckend. Sechs Neubauten sind entstanden, die sich harmonisch ins Ortsbild einfügen. Ein Masterplan sowie Sondernutzungspläne wurden entwickelt, um das Dorfbild zu stärken und zu bewahren. Hierbei sind klare Sockel- und Obergeschosse entstanden, die dem geschützten Ortsbild gerecht werden.
Ein neuer Mittelpunkt für Kirchberg
Im Herzen des neu gestalteten Dorfkerns sind jetzt 43 Wohnungen – sowohl Miet- als auch Eigentumswohnungen – und eine Tiefgarage mit 74 Stellplätzen untergebracht. Wer durch die neuen Gassen schlendert, wird sicher auch den Dorfladen (Volg) bemerken, der sich zwischen den Neubauten versteckt. Ein neues Dorfplatz mit einer Bushaltestelle vor dem fünfgeschossigen Neubau der Bank sorgt für eine hohe Aufenthaltsqualität und lädt zum Verweilen ein. Architekt Daniel Cavelti hat die Stärkung des Dorfbildes gelobt, was nicht nur die Anwohner, sondern auch die Besucher erfreuen dürfte.
Die enge Kooperation zwischen der Gemeinde und der Bank wurde als vorbildlich hervorgehoben. Diese Zusammenarbeit gibt der gesamten Initiative eine besondere Note. Man könnte fast meinen, Politiker und Architekten hätten hier eine Symphonie orchestriert, die ein harmonisches Miteinander im Ortskern schafft. Politische Diskussionen um den Ortsbildschutz, angestoßen durch eine Motion des St.Galler Ständerats Benedikt Würth, zeigen, dass es auch Widerstände gibt. Doch die Motion wurde im Nationalrat abgelehnt, was dem Heimatschutz als Genugtuung für die Legitimation zur Einreichung von Rechtsmitteln erscheint.
Der «Goldene Schemel» und seine Bedeutung
Der «Goldene Schemel», der aus Bronze gegossen ist, wird nicht nur für das Bauwerk selbst vergeben, sondern auch für die Qualität der Baukultur insgesamt. Dies macht ihn zu einem der bedeutendsten Preise in der Region. Es ist nicht nur eine Auszeichnung für die Architektur, sondern auch für die Schaffung von Lebensräumen, die den Menschen zugutekommen. Im Bereich der Architektur gibt es zahlreiche Preise, die jährlich oder alle paar Jahre vergeben werden, und jede dieser Auszeichnungen hat ihre eigene Besonderheit.
Doch der «Goldene Schemel» hebt sich hervor, weil er die lokale Identität und die kulturelle Verankerung in den Vordergrund stellt. Der Preis, der in diesem Jahr an Kirchberg ging, ist ein Zeichen dafür, dass auch in kleinen Gemeinden große Visionen verwirklicht werden können. Es braucht Mut und Kreativität, um das Ortsbild zu gestalten und gleichzeitig den Bedürfnissen der Bewohner gerecht zu werden. Kirchberg hat diesen Mut bewiesen – und das wird gewürdigt!