Die Gemeinde Kirchberg hat kürzlich einen bedeutenden Schritt in Richtung einer zukunftsfähigen und lebenswerten Dorfgemeinschaft gemacht. Der Heimatschutz St.Gallen/Appenzell Innerrhoden hat den Ort mit dem „Goldenen Schemel“ für seinen erneuerten Dorfkern ausgezeichnet. Diese prestigeträchtige Auszeichnung wurde am Donnerstagabend während eines Rundgangs im neu gestalteten Dorfkern Süd überreicht. Ziel des Rundgangs war es, die gute Baukultur zu präsentieren und zu würdigen.

Gemeindepräsident Roman Habrik und Bankleiter Andreas Fässler nahmen die Auszeichnung mit Stolz entgegen. Christoph Häne, der ehemalige Gemeindepräsident, begrüßte die Gäste und erwähnte den Architekten Thomas Schregenberger, der maßgeblich an der Erneuerung des Dorfkerns beteiligt war. Dieses Projekt wurde vor zehn Jahren ins Leben gerufen, um verkehrstechnische Probleme und den Platzmangel, insbesondere aufgrund der Landi, zu beheben.

Vom Masterplan zur gelungenen Umsetzung

Das Landi-Areal wurde für die umfassende Entwicklung des Zentrums genutzt, nachdem die Landi ihren Standort ins Industriegebiet verlegt hatte. Im Jahr 2015 wurden drei Architekturbüros zur Testplanung eingeladen, und das Büro von Thomas Schregenberger erhielt den Zuschlag. Ein Masterplan wurde erstellt, und 2019 genehmigte der Kanton einen Sondernutzungsplan, der drei Hauptziele festlegte: die Einfügung ins Ortsbild, einen haushälterischen Umgang mit Boden und eine Verbesserung der Verkehrssituation.

Im neuen Dorfzentrum sind insgesamt sechs neue Gebäude geplant, die in zwei Etappen realisiert werden sollen. Diese umfassen 43 Wohnungen und fünf Ateliers, wobei die Wohnungen hälftig als Miet- und Eigentumswohnungen ausgelegt sind. Eine Tiefgarage mit 74 Stellplätzen sorgt zudem für Entlastung im Verkehrsbereich. Der dominanteste Neubau ist der fünfgeschossige Bankneubau, der mit einem zurückversetzten Dachgeschoss und sichtbaren tragenden Stützen beeindruckt.

Ein Platz für die Gemeinschaft

Ein neu gestalteter Dorfplatz mit einer Bushaltestelle und einem Parkplatz wurde ebenfalls geschaffen, der nicht nur der Funktionalität dient, sondern auch als Festplatz genutzt werden kann. Zentral im Dorfkern befindet sich der Dorfladen, ein Volg, der für die lokale Bevölkerung von großer Bedeutung ist. Die Neubauten integrieren die bestehende Struktur mit einer zeitgenössischen Architektur, die konventionell mit Betonkern und verputzten Außenwänden realisiert wurde.

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Die Auszeichnung des „Goldenen Schemel“, die seit zehn Jahren für hervorragende Baukultur verliehen wird, ist nicht nur eine Würdigung für Kirchberg, sondern auch ein Zeichen für die Bedeutung von durchdachter und nachhaltiger Architektur in ländlichen Gemeinden. Diese Auszeichnung wird seitens des Heimatschutzes mit einem besonderen Design, entworfen von der Künstlerin Katalin Deér, verliehen. In diesem Jahr wurden insgesamt zwei Goldene Schemel überreicht.

Ein Blick auf die Baukultur

Baukultur ist mehr als nur die Wertschätzung traditioneller und aktueller Architektur; sie steht für gemeinschaftliche Werte, Identitätsstärkung und nachhaltige Ressourcennutzung. In einem umfassenden Kontext fördert Baukultur die nachhaltige Erneuerung in ländlichen Räumen, wie die Analyse des Lehrstuhls für Nachhaltige Entwicklung von Stadt und Land der Technischen Universität München zeigt. Diese Untersuchung von 2015 bis 2017 brachte heraus, dass Baukultur ein ganzheitliches, ressortübergreifendes Anliegen darstellt, welches hohe Raum-, Ressourcen- und Prozessqualitäten anstrebt.

Die Bemühungen in Kirchberg sind ein hervorragendes Beispiel für diese Bestrebungen und verdeutlichen, wie wichtig die Gestaltung des Lebensraums für die Identität und das Zusammenleben in ländlichen Gemeinden ist. Weitere Informationen zur Baukultur in ländlichen Gemeinden finden Sie hier.