Das Appenzeller Land steht vor einem bedeutenden Umbruch im öffentlichen Verkehr. Die Innerrhoder Standeskommission hat beschlossen, das bestehende System zu reformieren und anstelle eines herkömmlichen Ortsbusses ein innovatives Publicar-System einzuführen. Dieser Schritt wird den öffentlichen Verkehr rund um Appenzell revolutionieren und ist für einen dreijährigen Versuchsbetrieb ab Dezember 2026 geplant.

Die Entscheidung, die nach intensiven Abklärungen mit einer Projektgruppe, einem Planungsteam und einer Begleitgruppe getroffen wurde, hat das Ziel, ein flexibles und bedarfsorientiertes Verkehrssystem zu schaffen. Dieses System soll ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis bieten und die Erschließung im Dorf, insbesondere für Quartiere wie Rinkenbach und Forren, erheblich verbessern.

Öffentliche Verkehrsanpassungen in Appenzell

Das neue Publicar-System wird nicht nur Fahrten auf Bestellung anbieten, sondern zudem auch auf definierten Routen im Dorf sowie in angrenzenden Gebieten verkehren. Dazu gehören wichtige Verbindungen zwischen dem Bahnhof, Rinkenbach, Forren und Steinegg. Die Fahrten werden sowohl digital als auch telefonisch buchbar sein, und die relevanten Verbindungen werden im Fahrplan sowie in den ÖV-Apps sichtbar gemacht. Dies wird die Nutzerfreundlichkeit und Transparenz erhöhen.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass auf ausgewählten Strecken der bisherige Zuschlag entfällt, sodass Fahrgäste lediglich den regulären Tarif zahlen müssen. Das System passt sich der Nachfrage an und kann bei Bedarf schnell erweitert oder angepasst werden, was besonders in ländlichen Regionen von großer Bedeutung ist.

Finanzierung und Unterstützung

Die Finanzierung des neuen Systems wird in Zusammenarbeit mit dem Bund und den Bezirken Appenzell und Schwende-Rüte bis zum Sommer geregelt. Diese Ausgaben werden in die Budgets der Jahre 2027 bis 2029 aufgenommen. Das Amt für öffentlichen Verkehr koordiniert die Bestellung und Finanzierung des regionalen Personenverkehrs und ist dabei auf die Unterstützung des Bundesamts für Verkehr (BAV) angewiesen. Nach dem Gesetz über den öffentlichen Verkehr vom 26. April 2016 trägt der Bund 71% der ungedeckten Kosten des kantonalen Verkehrsangebots, während die verbleibenden 29% zu zwei Dritteln vom Kanton und zu einem Drittel von den Bezirken getragen werden.

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Bei kantonsüberschreitenden Linien erfolgt die Bestellung und Finanzierung in Zusammenarbeit mit Nachbarkantonen. Dies zeigt, wie wichtig eine gut vernetzte Mobilität für die Region ist und wie der Kanton Appenzell Innerrhoden im Tarifverbundrat OSTWIND sowie in der Regionalkonferenz Öffentlicher Verkehr Ostschweiz vertreten ist.

Der bevorstehende Wandel im öffentlichen Verkehr in Appenzell ist ein spannendes Unterfangen, das nicht nur die Mobilität der Bürger verbessern wird, sondern auch die Lebensqualität in der Region nachhaltig steigern kann. Die Umstellung auf ein flexibles Publicar-System könnte einen Vorreiter für ähnliche Projekte in anderen Gemeinden darstellen und zeigt, wie moderne Mobilitätslösungen auf die Bedürfnisse der Bevölkerung zugeschnitten werden können.