In der beschaulichen Gegend von Appenzell Innerrhoden lebt ein Mann, der in der Schweiz als «Wassermilliardär» bekannt ist: Michael Schäff. Sein Vermögen hat er sich durch den Verkauf von Trinkwasser aufgebaut, wobei sein Geschäftsmodell in Deutschland auf starke Kritik stößt. Schäff zapft Grundwasser ab und verkauft es mit hohen Margen – ein Vorgehen, das in der Heimat des Reichen rechtlich unproblematisch ist. Denn in Bayern, wo das Wasser gewonnen wird, gibt es keine Wasserfördergebühren, was Schäff einen zusätzlichen finanziellen Vorteil verschafft.

Die Diskretion, die diese Region bietet, zieht nicht nur Schäff an, sondern auch andere Superreiche, die von den niedrigen Steuern und Pauschaldeals in Appenzell Innerrhoden profitieren. Währenddessen wächst die Besorgnis über die Fairness des Systems und die möglichen Auswirkungen auf die betroffenen Regionen. Ein Podcast beleuchtet die Grauzonen dieses Geschäftsmodells und diskutiert die Herausforderungen, die mit der Pauschalbesteuerung in der Schweiz verbunden sind.

Ein kontroverses Geschäftsmodell

Michael Schäff lebt zurückgezogen in Brülisau, einem idyllischen Weiler in Appenzell Innerrhoden. Seine Quelle des Reichtums ist das bayrische Grundwasser, das er als Mineralwasser an Discounter vertreibt. In Deutschland zahlen Privathaushalte etwa zwei bis drei Euro pro Kubikmeter Wasser – ein Preis, der durch Schäffs Abzapfen nicht nur unterboten, sondern auch zur Quelle seines Reichtums geworden ist. Uwe Ritzer, ein deutscher Journalist, beleuchtet in seinem Buch, das 2025 erscheinen wird, die wirtschaftlichen Praktiken im Zusammenhang mit Allgemeingütern wie Wasser, Boden und Rohstoffen und kritisiert die Vorgehensweisen von Rohstoffmultis wie Glencore und Trafigura.

In der Schweiz gibt es mehr als 950 Rohstoffhändler, und acht der zehn umsatzstärksten Firmen sind im Handel mit Metall, Öl, Kohle und Gas tätig. Ritzer schlägt vor, Missstände durch höhere Besteuerung von Boden und Wasser sowie durch mehr Druck auf die Rohstoffkonzerne zu bekämpfen. Doch während die Diskussion um die gerechte Verteilung der Wasserressourcen in vollem Gange ist, zeigen die hydrologischen Szenarien von Hydro-CH2018 ein steigendes Risiko für Wasserknappheit in der Zukunft.

Die Herausforderungen der Wasserbewirtschaftung

Trockenereignisse in der Schweiz nehmen zu, wie die trockenen Sommer der Jahre 2015, 2018, 2022 und 2023 zeigen. Diese Entwicklungen werfen ein Schlaglicht auf die Bedeutung eines verantwortungsvollen Wasserressourcenmanagements. Der Hitzesommer 2003 führte zu einem verstärkten Bewusstsein für die Wasserproblematik in der Schweiz. Trotz wiederholter politischer Vorstöße für eine nationale Wasserstrategie fanden diese in der Regel keine Mehrheit, oft abgelehnt aufgrund des Subsidiaritätsprinzips.

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Die Bundesverfassung regelt, dass die Kantone über ihre Wasservorkommen verfügen, während der Bund für die haushälterische Nutzung sorgt. Die Herausforderungen sind vielfältig: Hohe Wassertemperaturen und trocknende Gewässerabschnitte beeinträchtigen die Gewässerökosysteme, und die Notwendigkeit einer integralen Bewirtschaftung wird immer deutlicher. Der Bundesrat hat 2012 eine Empfehlung zur Erstellung von Wasserressourcen-Planungen an die Kantone ausgesprochen, doch die Umsetzung ist schleppend.

In Anbetracht der zunehmenden Trockenheit und der wachsenden Anforderungen an die Wasserbewirtschaftung wird es für die Schweiz unerlässlich, Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserspeicherfähigkeit zu ergreifen. Dazu zählen die Revitalisierung von Gewässern, die Wiedervernässung von Feuchtgebieten und ein effektives Regenwassermanagement. In dieser komplexen Gemengelage bleibt die Frage, wie der Umgang mit wohlhabenden Zuzüglern wie Michael Schäff und deren Geschäftsmodellen überdacht werden sollte, um eine gerechte und nachhaltige Wasserbewirtschaftung für alle zu gewährleisten.