Alkohol und E-Trottinette: Ein riskantes Duo auf Amriswils Straßen
Am Donnerstag, dem 16. Juli 2026, gegen 16:35 Uhr, kam es in Amriswil TG zu einem Unfall, der die Gemüter erhitzte. Ein 39-jähriger E-Trottinett-Fahrer, der offensichtlich ein Gläschen zu viel genossen hatte, kollidierte auf der belebten Bahnhofstrasse mit dem Auto eines 83-jährigen Fahrers. Der junge Mann wollte nach links in einen Park abbiegen, übersah jedoch das entgegenkommende Fahrzeug – und das hatte fatale Folgen. Glücklicherweise blieb es bei leichten Verletzungen für den E-Trottinett-Fahrer und es gab keine weiteren Verletzten. Doch der Sachschaden? Der beläuft sich auf mehrere Tausend Franken!
Die Polizei ließ es sich nicht nehmen, eine Atemalkoholprobe durchzuführen. Das Ergebnis, nun ja, war nicht gerade erfreulich. Der E-Trottinett-Fahrer wird bei der zuständigen Staatsanwaltschaft angezeigt. Ein weiteres Beispiel dafür, wie Alkohol die Sicherheit im Straßenverkehr gefährden kann. Man fragt sich, was in den Köpfen dieser Fahrer vor sich geht, wenn sie sich mit einem E-Trottinett und einem übermäßigen Konsum von Alkohol auf die Straße wagen.
Die Gefahren des E-Trottinett-Fahrens
Der Vorfall in Amriswil reiht sich ein in eine besorgniserregende Statistik. Zwischen 2019 und 2023 gab es über 400 schwere Verletzungen bei E-Trottinett-Fahrenden, wobei sieben Menschen ihr Leben verloren. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) hat eine klare Botschaft: Alkohol ist die Hauptursache für fast 40% der Alleinunfälle. Das sollte zu denken geben! Dreiviertel der schweren E-Trottinett-Unfälle sind sogar Alleinunfälle. Und das sind nicht nur Zahlen – das sind Menschen mit Geschichten, die vielleicht hätten vermieden werden können.
Ein Blick auf die Ursachen zeigt, dass viele Kollisionen auf Missachtung der Vortrittsregeln zurückzuführen sind. Nahezu die Hälfte der Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern resultiert aus diesem unachtsamen Verhalten. Dabei sind E-Trottinette eine moderne und beliebte Fortbewegungsart, die jedoch auch Regeln benötigt. Sie unterliegen denselben Vorschriften wie langsame E-Bikes: Lichtpflicht auch am Tag, Nutzung von Velowegen und -streifen, und das Fahren auf dem Trottoir ist nur erlaubt, wenn es auch für Velos gestattet ist. Wer sich nicht daran hält, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch andere.
Ein Trend mit Schattenseiten
Die Beliebtheit der E-Trottinette ist in den letzten Jahren explodiert – und damit auch die Unfallzahlen. Der Anstieg der Unfälle zwischen 2020 und 2024 liegt erschreckenderweise bei 223 Prozent! Im Jahr 2019 wurden E-Trottinette erstmals erfasst; damals gab es nur wenige Dutzend Unfälle. Christoph Leibundgut von der BfU meint, dass der Anstieg nicht überraschend ist, da diese Fortbewegungsmittel immer populärer wurden. Doch die kleinen Räder der E-Trottinette verzeihen keine Fehler. Ein Sturz kann fatale Folgen haben, vor allem wenn man bedenkt, dass 90% der Schwerverletzten keinen Helm trugen.
Die BFU hat einige Tipps parat, die das E-Trottinett-Fahren sicherer machen können. Dazu gehört das Tragen eines Helms – er könnte im Ernstfall entscheidend sein. Außerdem sollten Fahrer die Verkehrsregeln kennen und beachten, auch die Lichtpflicht. Wer sich nicht auskennt, sollte vor der ersten Fahrt auf sicherem Gelände üben. Es klingt banal, aber manchmal sind es die kleinen Dinge, die einen großen Unterschied machen können. Und das Fahren mit einem E-Trottinett ist nicht nur eine Frage der Geschwindigkeit, sondern auch der Verantwortung.
In einer Welt, in der sich die Fortbewegungsmittel ständig weiterentwickeln, bleibt es unerlässlich, auch die Sicherheit im Blick zu behalten. Der Vorfall in Amriswil könnte ein Weckruf für viele sein, sich bewusst zu machen, welche Verantwortung sie tragen, wenn sie auf zwei Rädern durch die Straßen sausen. Vielleicht denkt der ein oder andere beim nächsten Mal zweimal nach, bevor er den Schlüssel zum E-Trottinett umdreht.
