Zeitreise auf den Pisten: Historische Skifahrten und die Evolution der Seilbahnen am Säntis
Heute ist der 13.06.2026 und wir haben ein ganz besonderes Schmankerl für die Geschichts- und Skifans unter uns. Das Staatsarchiv hat historische Filmaufnahmen vom Säntis digitalisiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Und das ist nicht einfach nur ein paar alte Streifen – das sind Zeitkapseln, die uns in die 1940er Jahre zurückversetzen. Die Aufnahmen stammen von Guido Gross, einem Fotografen, der um 1940 zwei Filme drehte, die das Skifahren im unpräparierten Gelände zeigen. Schwarz-weiß sind sie, und die Skifahrer tragen die modischen, aber auch ziemlich unpraktischen Kleidungsstücke der damaligen Zeit. Ehrlich gesagt, sieht das manchmal mehr nach einem Winterspaziergang als nach einem echten Sport aus!
Die Filme zeigen nicht nur die Skifahrer, sondern auch die beeindruckende Säntis-Schwebebahn, die 1935 eröffnet wurde. Ich meine, wer hätte gedacht, dass die ersten Gondeln Platz für nur 35 Personen boten? Heute sind es über 80! Wenn das mal nicht ein Zeichen der Zeitenwende ist. Myrta Gegenschatz, eine wissenschaftliche Archivarin, beschreibt diese Aufnahmen als selten und faszinierend – und ich kann ihr nur zustimmen. Sie geben uns einen Blick auf eine längst vergangene Ära, in der das Skifahren noch ganz anders war, und zeigen die Traditionen des Wintersports, die in der Schweiz tief verwurzelt sind.
Ein Blick in die Vergangenheit
Der Film von Gross ist nicht der einzige Schatz im Staatsarchiv. Auch die Arbeiten von Edwin Brunnschweiler, einem Amateurfilmer, der in den 1970er und 1980er Jahren das Brauchtum in Appenzell dokumentierte, sind Teil dieser Sammlung. Seine Filme zeigen die Silvesterchlausen, Viehschauen und Alpfahrten. Es ist fast so, als könnte man das Bimmeln der Kuhglocken und den Geruch von frischer Bergluft förmlich spüren. Ein Nachfahre von Brunnschweiler hat das gesamte Filmarchiv übergeben, was uns die Möglichkeit gibt, in die Vergangenheit eintauchen zu können. Und wer hätte gedacht, dass es sogar eine Dokumentation über die Schließung des Textilunternehmens AG Cilander gibt? Filmemacher Andreas Baumberger wird in den kommenden Jahren einen Dokumentarbeitrag dazu erstellen. Es ist ein wertvoller Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte, der uns die letzten Tage dieser traditionsreichen Firma näherbringt.
Die Digitalisierung dieser Filme sorgt dafür, dass sie nicht nur in speziellen Kühlräumen im Ausserrhoder Staatsarchiv lagern, sondern auch für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Über Memobase kann man die verschiedenen Filmbestände abrufen, und das ist nicht nur für Historiker spannend. Die Zuschauer können in die Welt der 1940er Jahre eintauchen, die Lebensweise der Menschen damals kennenlernen und das Skifahren auf eine ganz andere Art und Weise erleben. Wenn ich an die Zeit vor 1934 denke, als Skianfänger 90% der Zeit mit dem Aufstieg verbrachten – das klingt nach einer echten Herausforderung, oder? Heute haben wir das Glück, die aktuellen Lifte und Gondeln zu nutzen, die das Skifahren so viel einfacher machen.
Seilbahnen und ihre Geschichte
Die Schweiz ist bekannt für ihre Seilbahnen und Zahnradbahnen, was in Anbetracht der Größe des Landes wirklich beeindruckend ist. Die erste Luftseilbahn wurde 1866 in Schaffhausen eröffnet. Damals diente sie dem Transport von Arbeitern über den Rhein. Heute gibt es in der Schweiz über 2450 Seilbahnen, darunter Sesselbahnen, Bügellifte und sogar „magische Teppiche“ für die Kleinsten unter uns. Wenn man darüber nachdenkt, wie viel einfacher und schneller das Skifahren heute ist, ist es fast kaum vorstellbar, dass es einmal so viel Mühe gekostet hat, den Berg hinaufzukommen.
Die Kombination aus diesen historischen Aufnahmen und der beeindruckenden Entwicklung der Seilbahntechnologie macht deutlich, wie sehr der Wintersport in der Schweiz gewachsen ist. Die Filme von Gross und Brunnschweiler sind nicht nur nostalgische Erinnerungen, sondern auch ein wichtiger Teil unserer kulturellen Identität. Sie zeigen, woher wir kommen und wie wir uns weiterentwickelt haben. So, und jetzt schnapp ich mir meine Skier und mach mich auf den Weg in die Berge – auch wenn ich wahrscheinlich nicht im unpräparierten Gelände unterwegs sein werde!
