Heute ist der 8.07.2026 und der Sommer zeigt sich von seiner besten Seite – nun ja, fast. Im Kanton Appenzell Ausserrhoden, wo die Natur eigentlich zum Verweilen einlädt, gibt es momentan eine dunkle Wolke über den Wäldern. Wegen der anhaltenden Trockenheit und der hohen Waldbrandgefahr ist das Feuer machen am Waldrand oder im Wald verboten. Und das ist kein Spaß! Ruedi Roth, stellvertretender Leiter des Forstamts, hat das Verbot bereits in die Tat umgesetzt. Glut, Funken, Zigaretten oder brennende Streichhölzer können leicht ein Feuer entfachen – so schnell kann’s gehen.

Alfred Höhener, Leiter des Bauamts, hat in der Umgebung Informationstafeln an Fußwegen ins Tobel platziert. Man könnte sagen, das ist ein cleverer Schachzug, um Wanderer und Naturfreunde zu warnen. Aber es gibt auch inoffizielle Feuerstellen in Wassernähe, und obwohl sie nicht direkt in der Zuständigkeit der Gemeinde liegen, sind sie ebenfalls verboten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt, denn eine Ausweitung auf ein generelles Feuerverbot ist durchaus möglich.

Brandgefahr im Fokus

Die Feuerwehr MITAPP ist ebenfalls auf der Hut. Dominik Krummenacher, Kommandant der Feuerwehr, betont die Einsatzbereitschaft im Brandfall. Man muss sich ja vorstellen, dass die Feuerwehr nicht nur für die Innenstadt zuständig ist – auch die abgelegenen Orte müssen schnell erreicht werden können. Glücklicherweise sind die Wasserquellen ausreichend vorhanden, und die Feuerwehr hat Zugang zu modernem Material und Infrastruktur. Dennoch lässt ein Brand, wie zuletzt bei einer Feuerstelle in Gais, die Alarmglocken läuten.

Im historischen Vergleich ist die Waldbrandgefahr in Appenzell Ausserrhoden tatsächlich geringer als im Tessin, Wallis oder Bern. Zwischen 1918 und 2018 gab es hier nur acht Waldbrände, während im Tessin sage und schreibe 6305 Brände registriert wurden. Das ist schon ein gewaltiger Unterschied. Der Waldbrandgefahrenindex (WBI), der das meteorologische Potenzial für die Gefährdung durch Waldbrand beschreibt, zeigt in fünf Gefahrenstufen an, wo die Reise hingeht – von 1 (sehr geringe Gefahr) bis 5 (sehr hohe Gefahr).

Ein Blick über die Grenzen

Gerade in diesen Tagen, vom 8. bis 12. Juli, haben verschiedene Bundesländer in Deutschland unterschiedliche Werte im Waldbrandgefahrenindex erreicht. So gab es zum Beispiel in Baden-Württemberg Werte von 4 und 5 in Städten wie Mannheim und Rheinstetten. Bayern zeigt sich da nicht viel besser, wo in vielen Regionen ebenfalls hohe Werte aufleuchten. Während sich also rund um Appenzell die Natur in der Sommerhitze zurückzieht, scheinen andere Regionen mehr mit der Feuergefahr kämpfen zu müssen.

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Der WBI ist nicht nur ein Tool für den Deutschen Wetterdienst, sondern auch eine wichtige Grundlage für die Behörden, um die Waldbrandgefahr einzuschätzen und Warnungen herauszugeben. Diese Karten werden täglich aktualisiert, was besonders in der aktuellen Lage von großer Bedeutung ist. Wer also plant, in die Natur zu gehen, sollte sich unbedingt informieren und die Warnungen ernst nehmen. Die Natur ist wunderschön, aber sie kann auch unberechenbar sein – das wissen wir nur zu gut.