Es war ein ganz normaler Samstag im Appenzellerland, als eine 58-jährige Landwirtin in Schachen bei Reute ihre Hühner und deren Eier vor einer Krähe schützen wollte. Bewaffnet mit einem Kleinkalibergewehr (Flobert) zielte sie auf den ungebetenen Besucher, doch die Krähe war flink und entkam. Stattdessen durchschlug der Schuss die Fensterscheibe eines benachbarten Wohnhauses. Ein missratener Schuss, der für viel Aufregung sorgte.

Der Vorfall ereignete sich am vergangenen Samstag, doch der Schaden wurde erst am Dienstag von einer Anwohnerin entdeckt, die ein Loch in der Fensterscheibe bemerkte. Die Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden wurde alarmiert und begann sofort mit der Ermittlung. Es stellte sich heraus, dass das Projektil nicht nur die Fensterscheibe durchschlug, sondern auch gegen eine Wand im Nachbarhaus prallte. Glücklicherweise gab es keine Verletzten, doch der Sachschaden bleibt nicht unbemerkt und wirft Fragen auf.

Die rechtlichen Konsequenzen

Die Polizei ermittelt nun gegen die Landwirtin wegen Gefährdung des Lebens und prüft mögliche Verstöße gegen das Waffen-, Jagd- und Tierschutzrecht. In der Schweiz ist das Erlegen von Krähen nicht generell verboten, jedoch nur unter strengen Vorschriften und von berechtigten Personen erlaubt. Ob die Landwirtin über diese Vorschriften informiert war, ist unklar. Ein ähnlicher Vorfall, der sich im Toggenburg ereignete, zeigt, dass die Jagd auf Krähen nicht immer ohne Konsequenzen bleibt. Dort hatte ein neugewählter Gemeinderat, Thomas Rüegg, ebenfalls mit einem Flobert auf Krähen geschossen und sieht sich nun mit einer Anzeige konfrontiert.

Die Staatsanwaltschaft wird entscheiden, ob die Landwirtin rechtmäßig gehandelt hat. Sollte sie verurteilt werden, könnte sie bis zu fünf Jahre Gefängnis drohen, abhängig von ihrer Vorgeschichte. Ein kleiner Schuss, der große Wellen schlägt, könnte man sagen! In den letzten zehn Jahren gab es laut Polizei keine ähnlichen Vorfälle in der Region, was die Situation noch außergewöhnlicher macht.

Ein Blick auf die Jagdpraxis

Die Diskussion um die Jagd auf Krähen und andere Vögel ist in der Schweiz ein heikles Thema. Viele Landwirte sehen sich in ihrer Existenz bedroht, wenn Vögel ihre Ernte plündern. Hierbei stellt sich die Frage nach dem Gleichgewicht zwischen Tierschutz und dem Schutz landwirtschaftlicher Betriebe. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind klar, doch in der Hektik des Alltags kann es schnell zu missverständlichen Handlungen kommen, wie die Geschichte der Landwirtin zeigt.

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Ein Vorfall, der uns alle zum Nachdenken anregen sollte – über den Umgang mit der Natur, die Gesetze und die Verantwortung, die wir tragen. Im Appenzellerland ist das Leben oft idyllisch und ruhig, doch manchmal bringt es uns auch in Situationen, die wir nicht erwartet hätten. Die Kantonspolizei wird weiter ermitteln und wir dürfen gespannt sein, wie es weitergeht.