St. Gallens Mobilitätswende: Auf der Suche nach dem idealen Busdepot
In der charmanten Stadt St. Gallen gibt es Neuigkeiten, die nicht nur die Verkehrsplanung betreffen, sondern auch die Zukunft der Mobilität in der Region. Der Stadtrat hat die Prüfung von drei möglichen Standorten für ein neues VBSG-Busdepot in Angriff genommen. Nachdem ursprünglich 36 Standorte ins Visier genommen wurden, sind nun vier potenzielle Kandidaten in der engeren Auswahl. Die gute Nachricht: Ein Kreditgesuch über 452.000 Franken soll für eine Machbarkeitsstudie genehmigt werden, die im kommenden Jahr vorliegen soll. Die geplante Nutzfläche liegt bei stolzen 23.900 Quadratmetern. Das Depot soll nicht nur den Betrieb der Verkehrsbetriebe sichern, sondern auch den Umstieg auf Elektrobusse unterstützen, was aufgrund der unzureichenden Kapazität am derzeitigen Standort Steinachstrasse 42 drängend notwendig ist.
Ein Blick auf die Standorte: Die Hechtackerstrasse 33 bietet eine gute Erschließung und große Parzellen, während die Zürcher Strasse 127 zwei Fußballfelder und einen Tennisplatz aufgeben müsste – ein schwerer Schlag für Sportbegeisterte! Altenwegen, an der Piccardstrasse, zeichnet sich durch die Nähe zur Autobahn aus, verlangt aber ein mehrgeschossiges Depot, was die Planung nicht gerade einfacher macht. Und dann gibt es da noch den Reserve-Standort Zürcherstrasse/Rechenstrasse, dessen Projekt wegen hoher Kostensteigerungen schon aufgegeben wurde. Man könnte sagen, es ist ein richtiger Spießrutenlauf, den die Stadt hier durchläuft.
Sanierung des alten Depots
Während die Suche nach einem neuen Standort in vollem Gange ist, wird das bestehende Depot an der Steinachstrasse saniert. Hier investiert die Stadt rund 5,2 Millionen Franken, um den Betrieb für die nächsten zehn Jahre zu sichern. Ursprünglich war ein Neubau geplant, doch aufgrund gestiegener Kosten wurde dieser Plan auf Eis gelegt. Stattdessen setzt die Stadt auf eine Übergangslösung. Die Arbeiten umfassen die Ertüchtigung der Toranlagen, Dachflächen, Bodenbeläge und technische Einrichtungen. Es ist ein wenig wie das Renovieren eines alten Hauses, während man gleichzeitig in der Planung für ein neues steckt.
Die Sanierung soll bis 2028 abgeschlossen sein und die Stadt hat klaren Handlungsbedarf beim Brandschutz erkannt. Ziel ist es, den Betrieb am Standort Steinachstrasse bis zur Realisierung des neuen Depots weiterhin sicher und effizient sicherzustellen. Und das wird nicht einfach – im ersten Quartal 2026 soll eine Projektierungsbotschaft für das neue Depot dem Stadtparlament vorgelegt werden. Doch der Neubau wird frühestens in einem Jahrzehnt Realität werden. Die Stadt hat also noch einige Baustellen zu bewältigen!
Investitionen in die Mobilität
Diese Entwicklungen stehen im Kontext eines größeren Themas, das nicht nur St. Gallen betrifft. Eine aktuelle Studie zeigt, dass bis 2030 im deutschen Verkehrssystem ein Investitionsbedarf von rund 372 Milliarden Euro besteht. Und auch in der Schweiz sind die Herausforderungen nicht zu unterschätzen. Der Umbau der Verkehrsinfrastruktur wurde über Jahre hinweg auf die lange Bank geschoben, während die Kosten für Bau und Erhalt weiterhin steigen. Es ist kaum zu fassen, dass fast jede zweite Straßenbrücke in einem schlechten Zustand ist und auch die ÖPNV-Netze vor Herausforderungen stehen.
Die Notwendigkeit, die Verkehrsinfrastruktur zu modernisieren und auf die Bedürfnisse der kommenden Generationen auszurichten, ist dringlicher denn je. Die Stadt St. Gallen hat hier die Möglichkeit, durch kluge Entscheidungen nicht nur die Mobilität der Bürger zu verbessern, sondern auch einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Ob das gelingt? Die nächsten Jahre werden zeigen, ob die Stadt den Spagat zwischen kurzfristigen Lösungen und langfristiger Planung meistern kann.
