In Appenzell Ausserrhoden tut sich etwas, und das ist nicht nur der frische Wind, der durch die Täler bläst. Der Kanton hat beschlossen, den Schulärztlichen Dienst neu zu organisieren, und das in enger Zusammenarbeit mit dem Ostschweizer Kinderspital (OKS). Ein Schritt, der, wie man hört, längst überfällig war. Das Gesundheitsgesetz sieht vor, dass die Gemeinden die Verantwortung für die schulärztlichen Untersuchungen tragen, doch viele haben schlichtweg keinen Dienst mehr zur Verfügung. Das ist ein echtes Problem – besonders für die Kleinsten unter uns.

Ab dem Schuljahr 2026/27 wird sich das ändern. Die Lernenden dürfen sich auf umfassende Untersuchungen am OKS in St. Gallen freuen, die mit medizinischen Empfehlungen gespickt sind. Das klingt nicht nur nach einem Fortschritt, sondern auch nach einer dringend benötigten Verbesserung der Gesundheitsversorgung. Regierungsrat Yves Noël Balmer hat bereits betont, wie wichtig diese Untersuchungen für die Vorsorge und die Gesundheitsversorgung sind. Und das nicht ohne Grund: Die Untersuchungen finden in der ersten Klasse und in der zweiten Oberstufe statt, was einen wichtigen Meilenstein in der Gesundheitsförderung darstellt.

Ungleichheiten im Gesundheitswesen

Doch die Realität sieht oft anders aus. Es herrscht eine Ungleichheit, denn nicht alle Kinder aus den verschiedenen Gemeinden erhalten die gleichen Untersuchungen. Das ist einer der Knackpunkte, die es zu lösen gilt. Zudem gibt es viele Gemeinden ohne Hausarztpraxen, was die Durchführung des Schulärztlichen Dienstes zusätzlich erschwert. Das hat der Kanton erkannt und eine langfristige Lösung mit dem OKS gefunden, um die Gesundheitsversorgung nachhaltig zu verbessern.

Ein weiteres Plus: Das OKS hat die Möglichkeit, Daten aus sämtlichen 20 Gemeinden zu erheben. Das sorgt nicht nur für eine repräsentativere Datenlage zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, sondern hilft auch, Trends frühzeitig zu erkennen. Dabei bleibt es im Ermessen der Eltern, welche Handlungsempfehlungen sie annehmen. Dr. med. Dirk Büchter vom OKS hebt die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Fachabteilungen und Eltern hervor – ein wichtiger Aspekt, der nicht vernachlässigt werden sollte.

Ein Blick nach Hessen

Und während wir hier über Appenzell Ausserrhoden sprechen, lohnt sich ein Blick über die Grenze nach Hessen. Dort gibt es ebenfalls interessante Ansätze im Bereich der schulärztlichen Untersuchungen. Alle Kinder, die im nächsten Schuljahr schulpflichtig werden, werden dort durch den Kinder- und Jugendgesundheitsdienst (KJGD) eingeladen. Die Einschulungsuntersuchung umfasst eine Vielzahl von Aspekten, vom Hör- und Sehvermögen bis hin zur Beurteilung der geistigen Entwicklung und Motorik. In Hessen wird also schon früh darauf geachtet, ob ein Kind für die Schule bereit ist – und ob besondere Bedarfe bestehen.

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Die Herangehensweise ist dabei sehr strukturiert. Es gibt einen nichtärztlichen Teil, der von Medizinischen Fachangestellten (MFA) durchgeführt wird, und danach folgt der ärztliche Teil. Auch hier wird nichts dem Zufall überlassen. Größe, Gewicht, Blutdruck und Puls werden erfasst und bei auffälligen Ergebnissen gibt es Empfehlungen für Weiterbehandlungen. Das ist eine umfassende Betreuung, die auch nach dem Schulstart weitergeführt wird.

Das ist wichtig, denn Kinder mit besonderen Bedürfnissen haben Anspruch auf Teilhabeleistungen, um die Folgen ihrer Behinderung zu mildern. Das zeigt, wie wichtig eine frühzeitige und umfassende Gesundheitsversorgung ist, um allen Kindern die gleichen Chancen zu bieten – egal, wo sie leben. Wer könnte da widersprechen?

Im September wird das OKS in einen Neubau umziehen, wo die Untersuchungen stattfinden werden. Ein frischer Ort für frische Ideen – und hoffentlich die Grundlage für eine bessere Gesundheitsversorgung der Kinder in der Region. Wir sind gespannt, wie sich diese Entwicklungen weiter entfalten werden.