Pfadfinder-Abenteuer in Jonschwil: Ein Fest der Gemeinschaft und Natur
In der kleinen Gemeinde Jonschwil, wo man sich normalerweise eher mit ruhigen Nachmittagen und beschaulichen Spaziergängen beschäftigt, bricht aktuell das große Abenteuer aus. Vom 12. bis 25. Juli findet hier das Pfadi-Kantonslager St.Gallen-Appenzell (KaLa) statt. Ein Ereignis, das nicht nur die Pfadis, sondern auch die Einwohner auf Trab hält. Plötzlich wird die Bevölkerung in Jonschwil von 4000 auf unglaubliche 6500 Menschen anwachsen! Das ist mehr als ein bloßer Anstieg – das ist ein wahres Pfadi-Fest.
Auf dem weitläufigen Degenau-Areal, das sich über 10 Hektar erstreckt, dreht sich alles um das Motto „Tatzä“. Hier tummeln sich rund 2500 Pfadis in 42 Einheiten, aufgeteilt in vier Alterskategorien: die kleinen Biber (5-6 Jahre), die abenteuerlustigen Wölfe (6-10 Jahre), die mutigen Pfadis (10-14 Jahre) und die kreativen Pios (14-17 Jahre). Während die Jüngeren nur kurze Zeit vor Ort sind – die Biber einen Tag, die Wölfe eine ganze Woche – verbringen die älteren Gruppen zwei volle Wochen im Lager. Die Pios haben sogar ihr eigenes Camp, wo sie das Programm selbst gestalten können. Man kann sich vorstellen, dass hier nie Langeweile aufkommt!
Aktivitäten und Highlights
Was erwartet die jungen Abenteurer? Ein buntes Potpourri aus Wandern, Geländespielen, Lagerfeuerromantik, Basteln und jede Menge Wasseraktivitäten. Wer könnte da schon stillsitzen? Ein besonderes Highlight ist der zentrale Aussichtsturm, der eine grandiose Sicht auf die Umgebung bietet. An verschiedenen Besuchstagen und den großen Start- und Schlusszeremonien auf einer beeindruckenden Bühne wird die Gemeinschaft noch einmal so richtig gefeiert.
Die Veranstaltung wäre ohne die engagierten Helfer nicht denkbar. Rund 400 fleißige Unterstützer stehen bereit, um alles am Laufen zu halten, darunter auch 25 ehrenamtliche Ärzte, die für die Gesundheit der Pfadis sorgen. Und für Sicherheit ist ebenfalls gesorgt – die Feuerwehr von Jonschwil hat ein wachsames Auge auf das Geschehen. Sponsoren und Stiftungen tragen dazu bei, dass das Lager für alle zugänglich bleibt, was wirklich bewundernswert ist. Man stelle sich vor: 4200 Kilo Brot werden für die hungrigen Pfadis bestellt – das sind unzählige belegte Brötchen!
Die Pfadfinderbewegung im Überblick
Doch was steckt eigentlich hinter dieser bunten Pfadfinderbewegung? Gegründet von Robert Baden-Powell, hat sie sich seit jeher zum Ziel gesetzt, junge Menschen zu verantwortungsbewussten Bürgern zu erziehen. Die Pfadfindermethode, die von verschiedenen Verbänden weltweit angewendet wird, legt großen Wert auf Freiheit, Gemeinschaft und persönliche Verantwortung. „Learning by Doing“ ist das Motto, das hier großgeschrieben wird. Das bedeutet, dass die Kinder und Jugendlichen durch praktische Erfahrungen viel lernen – sei es beim Zeltlager, bei gemeinsamen Spielen oder beim gemeinsamen Engagement für die Natur und die Gesellschaft.
Die Pfadfinderbewegung ist offen für alle, unabhängig von Herkunft, Rasse oder Glaubensbekenntnis. Es gibt klare Grundprinzipien, die die Mitglieder verpflichten: die Pflicht gegenüber Gott (oder einer höheren Macht), die Pflicht gegenüber anderen und die Pflicht gegenüber sich selbst. Diese Werte werden durch das „Pfadfindergesetz“ und das „Pfadfinderversprechen“ verkörpert. Wenn man sich bei einem Lager wie dem in Jonschwil umschaut, spürt man förmlich die Gemeinschaft und den Zusammenhalt – das ist mehr als nur ein Zeltlager, das ist eine Lebensschule!
