Gefährliche Rückstände: Appenzeller Landwirtschaft kämpft gegen PFAS-Belastungen
Heute ist der 15.07.2026 und während die Sonne sanft über die Hügel von Appenzell Ausserrhoden scheint, gibt es eine schwerwiegende Angelegenheit, die viele Landwirte hier in der Region beschäftigt. PFAS-Belastungen, die aus verschiedenen Quellen stammen, haben die Landwirtschaftsbetriebe in der Umgebung stark getroffen. Im Frühling 2026 kamen alarmierende Ergebnisse ans Licht: Von 169 getesteten Betrieben wiesen 58 Milchwerte auf, die über den EU-Grenzwerten lagen. Das ist nicht nur eine Zahl, das sind Existenzen, die auf dem Spiel stehen!
Die Regierung hat jetzt reagiert und beantragt beim Kantonsrat einen Kredit von 2,5 Millionen Franken. Dieser soll dazu dienen, die betroffenen Höfe zu unterstützen und die Teilnahme am Bundesprogramm „Case-Management-Konzept für Landwirtschaftsbetriebe mit PFAS-Belastung“ zu ermöglichen. Ein Programm, das – man mag es kaum glauben – über acht Jahre angelegt ist. Hierbei geht es nicht nur um kurzfristige Lösungen, sondern um eine umfassende Begleitung der Betriebe, die von der Analyse ihrer Situation bis hin zur Erstellung eines Betriebskonzepts zur Senkung der PFAS-Belastung reicht.
Der Weg zur Unterstützung
Das Landwirtschaftsamt St. Gallen hat die Verantwortung für die Ausarbeitung des Gesuchs an den Bund übernommen, und Appenzell Innerrhoden ist ebenfalls als Gesuchsteller mit an Bord. Die Unterstützung soll nicht nur aus kantonalen Mitteln kommen, sondern auch durch eine finanzielle Beteiligung des Bundes ergänzt werden. Der Regierungsrat hat betont, dass diese Maßnahmen in einem größeren Kontext umgesetzt werden müssen, der die gesamte Problematik um PFAS berücksichtigt.
Der Bundesrat hat ebenfalls die Dringlichkeit dieses Themas erkannt. Am Freitag wurde über wirtschaftliche Härtefälle in der Landwirtschaft diskutiert, und es wurde beschlossen, bis März 2027 einen Entwurf für ein zeitlich begrenztes Spezialgesetz in die Vernehmlassung zu geben. Dieses Gesetz könnte den betroffenen Betrieben helfen, die durch PFAS-Belastungen erhebliche finanzielle Einbußen erleiden müssen. Die Situation ist ernst: Für einige Höfe steht die Fortführung des Betriebs in Frage, was nicht nur die Landwirte selbst, sondern auch die gesamte Gemeinschaft betrifft.
Die nächsten Schritte
Die derzeitige Gesetzgebung bietet kaum eine rechtliche Grundlage, um finanzielle Verluste abzufedern. Das geplante Spezialgesetz, das frühestens 2028 in Kraft treten könnte, soll eine befristete Rechtsgrundlage schaffen, um gezielte Unterstützung in wirtschaftlichen Härtefällen zu ermöglichen. Die Unterstützung wird allerdings nur gewährt, wenn alle anderen Optionen ausgeschöpft sind und die Kantone sich an den Kosten beteiligen. Das klingt nach einer Menge Bürokratie, aber es ist ein notwendiger Schritt, um die betroffenen Betriebe nicht im Stich zu lassen!
Übergangs- und Pilotmassnahmen werden bereits mit den besonders betroffenen Kantonen vorbereitet. Hierzu gehört auch die Möglichkeit der Vermischung belasteter Produkte, solange das Endprodukt die PFAS-Höchstwerte nicht überschreitet. Die Landwirtschaft ist kein einfacher Beruf, und die Herausforderungen, die sich aktuell aus diesen Belastungen ergeben, sind enorm. Rund 1200 Schweizer Lebensmittel wurden bereits auf PFAS untersucht, und die Höchstwerte für Fleisch, Fisch und Eier gelten seit 2024. Viele Betriebe haben Schwierigkeiten, diese einzuhalten, was ihre Vermarktung stark einschränkt.
Doch es gibt Hoffnung. Die betroffenen Landwirte können sich bereits jetzt für fachliche Begleitung beim Amt für Landwirtschaft melden. Dort wird ihnen geholfen, die PFAS-Resultate einzuordnen, Zusammenhänge aufzuzeigen und die Ursachen für die Belastung zu identifizieren. Es ist ein langer und steiniger Weg, aber die Unterstützung ist auf dem Weg, und jeder Schritt in die richtige Richtung zählt.
