Ein Unfall auf der Kettenbrücke in Aarau hat am Montagnachmittag die Gemüter erhitzt. Passiert ist das Ganze kurz nach 14.30 Uhr, als eine Velofahrerin beim Spurwechsel von einem Auto touchiert wurde. Der Vorfall, der zum Glück nur leichte Verletzungen für die Radfahrerin zur Folge hatte, wirft Fragen auf – nicht nur zu den Umständen des Unfalls, sondern auch zur Sicherheit auf der Kettenbrücke selbst.

Die Frau wollte von Aarau-Nord auf die rote Einspurstrecke in Richtung Stadt wechseln. Laut Aussage des Autofahrers habe sie diesen Spurwechsel unvermittelt vollzogen. Eine Aussage, die jedoch noch nicht gesichert ist und somit Raum für Spekulationen lässt. Fakt ist: Eine Sicherheitsüberprüfung der Kettenbrücke hat 28 Sicherheitsdefizite für Velofahrende aufgezeigt, davon 18 mit hohem Unfallrisiko. Besonders brisant sind drei Defizite auf der Velospur, die als sehr riskant eingestuft werden – darunter das besagte Risiko beim Spurwechsel und die Gefahr durch entgegenkommende sowie stadteinwärts fahrende Fahrzeuge.

Ein erster Zwischenfall mit motorisiertem Verkehr

Das kantonale Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) hat zwar erklärt, dass die Kettenbrücke kein Unfallschwerpunkt sei, doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Seit der Inbetriebnahme der Strecke im September 2022 kam es zu fünf Velounfällen, die alle Selbstunfälle ohne Fremdbeteiligung waren. Der aktuelle Vorfall ist nun der erste zwischen einem Velo und einem motorisierten Fahrzeug – ein Alarmzeichen, das nicht ignoriert werden sollte.

Die Situation hat auch politische Wellen geschlagen. Anfang Mai reichten Aarauer Grossratsmitglieder eine Interpellation beim Regierungsrat ein, um Verbesserungen nach dem kürzlich veröffentlichten Sicherheitsbericht zu erfragen. Ende März besprachen Kanton und Stadt das weitere Vorgehen, und das BVU kündigte an, Optimierungen zu prüfen und gegebenenfalls umzusetzen. Man darf gespannt sein, welche Maßnahmen ergriffen werden.

Ein Blick über die Grenze

In Deutschland zeigt eine aktuelle Statistik des Statistischen Bundesamtes (Destatis), dass die Verkehrssicherheit für Radfahrende ein drängendes Thema ist. Die Zahlen sind alarmierend: Im Jahr 2025 waren jede sechste getötete Person im Straßenverkehr Radfahrer. Insbesondere Pedelec-Nutzer sind betroffen, die in den letzten Jahren einen Anstieg der Verkehrstoten verzeichnen mussten. Das wirft die Frage auf, ob ähnliche Entwicklungen auch in der Schweiz zu beobachten sind oder ob wir uns hier als sicherer Ort wähnen können.

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Die erfassten Unfallursachen – seien es Alkoholfahrten, Raserei oder schlichtweg unübersichtliche Verkehrssituationen – sind auch hierzulande nicht unbekannt. Der Bedarf an sicheren Radwegen und besseren Kreuzungen wird immer lauter. Sicherlich wird auch die Debatte um die Kettenbrücke in Aarau dazu beitragen, die Notwendigkeit von Verbesserungen in den Fokus zu rücken.

Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Situation weiterentwickelt und ob die Verantwortlichen die richtigen Schlüsse ziehen, um die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. In einer Zeit, in der das Radfahren immer beliebter wird, ist es unerlässlich, dass die Infrastruktur entsprechend angepasst wird. Auf dass wir sicherer durch unsere Städte radeln können!