Hitze, die uns ganz schön zusetzen kann – das zeigt sich gerade am Wochenende im Kantonsspital Aarau, wo rund 20 Menschen wegen hitzebedingter Beschwerden behandelt werden mussten. Besonders ältere Patientinnen und Patienten waren betroffen, und das nicht ohne Grund. Symptome wie Verwirrtheit, Schwindel und Ohnmacht sind ernstzunehmende Warnzeichen, die nicht einfach ignoriert werden sollten. Dazu kommen die Schwierigkeiten im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt, die bei hohen Temperaturen schnell überhandnehmen können. Wenn wir darüber nachdenken, wie sich das Wetter in den letzten Jahren verändert hat, wird klar, dass die Hitze uns als Gesellschaft vor große Herausforderungen stellt.

Am Aarauer Halbmarathon in der Vorwoche war die Lage zwar dramatischer – da mussten junge und fitte Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit schwerster Dehydratation und Körpertemperaturen über 41 Grad in die Notaufnahme. Aber jetzt, beim Altstadtlauf Aarau am vergangenen Samstag, blieb es den Warnzeichen erspart: Keine schweren Hitzeschläge unter den Teilnehmenden. Vielleicht lag es an den Hitzeschutzmaßnahmen, die die Veranstalter im Vorfeld getroffen hatten. Ein kleiner Lichtblick in der Hitze, die uns immer wieder trifft.

Besondere Risiken für ältere Menschen

Philipp Schütz, der Chefarzt für Allgemeine Innere Medizin, macht deutlich: Dehydrierung ist ein ernstes Thema, das alle Altersgruppen betrifft. Doch besonders ältere Menschen sind hier in Gefahr. Jüngere können Flüssigkeitsverluste oft besser ausgleichen, aber auch sie sind nicht vor den Gefahren extremer Hitze gefeit, vor allem bei intensiver körperlicher Belastung oder einem Glas zu viel. Es ist also klug, auf seinen Körper zu hören und sich an heißen Tagen besonders gut um sich selbst zu kümmern.

Dr. Sonja Guglielmetti, Chefärztin des interdisziplinären Notfallzentrums, berichtete von den 20 behandelten Patienten am Samstag und Sonntag. „Das sind mehr als an einem normalen Sommerwochenende“, sagte sie, was in der aktuellen Situation jedoch nicht als außergewöhnlich gilt. Man könnte fast sagen, es ist der Alltag in Zeiten des Klimawandels, in dem solche Extremereignisse immer häufiger werden.

Ein Blick auf die Zukunft

Die Warnungen vor extremer Hitze sind nicht nur ein lokales Phänomen. Auch in Deutschland wird mit einer Zunahme solcher Wetterlagen gerechnet, und die gesundheitlichen Folgen sind nicht zu unterschätzen. Insbesondere für Menschen mit bestehenden Erkrankungen – sei es das Herz-Kreislaufsystem, die Atemwege oder die Nieren – kann Hitze zu einem echten Risiko werden. Es gibt sogar einen nachweisbaren Anstieg der Sterbefälle während Hitzewellen.

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Um dem entgegenzuwirken, sind effektive Hitzeschutzpläne notwendig. Diese sogenannten Hitzeaktionspläne (HAPs) helfen, die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen und die Herausforderungen, die extreme Temperaturen mit sich bringen, besser zu bewältigen. Frühzeitige Warnungen, gute Kommunikationsressourcen und ständiges Monitoring der gesundheitlichen Auswirkungen sind dabei unerlässlich. Das Robert Koch-Institut in Deutschland hat sogar einen Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität, der in den Sommermonaten veröffentlicht wird. Denn eines ist klar: Wir dürfen die Hitze nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Die aktuellen Ereignisse im Kantonsspital Aarau sind ein eindringlicher Reminder, dass wir uns sowohl individuell als auch gesellschaftlich besser auf die kommenden heißen Tage vorbereiten müssen. Ein kühles Getränk und ein schattiges Plätzchen können schon viel bewirken. Und vielleicht, nur vielleicht, können wir so die nächste Hitzewelle etwas gelassener angehen.