Die Nachricht hat nicht nur für Aufregung, sondern auch für blanke Verwunderung gesorgt: Die Hans Hassler AG, ein Traditionsunternehmen aus Aarau, hat Konkurs angemeldet. Viele Mitarbeitende wurden damit am Dienstag vor vollendete Tatsachen gestellt. Über 80 Angestellte mussten plötzlich ihre persönlichen Sachen packen, Schlüssel und Firmenautos abgeben – und das ohne jegliche Vorwarnung. Der Konkurs wurde im Kanton Zug erklärt, wo sich der Hauptsitz der Firma befindet. Es ist fast schon surreal, wie schnell das alles ging.

Die Hans Hassler AG, 1894 von Hans Hassler-Schmid gegründet, war bekannt für ihre Linoleumböden und Teppiche. Im Laufe der Jahre erweiterte das Unternehmen sein Sortiment, und obwohl es viele Höhen und Tiefen durchlebt hat, schien es lange Zeit fest verwurzelt in der Region. Nach dem Ersten Weltkrieg kamen Kleiderstoffe ins Sortiment, während während des Zweiten Weltkriegs Korkparkett hinzukam. Der Tod von Hans Hassler brachte Veränderungen, als seine Witwe Ida und später sein Schwiegersohn Werner R. Britschgi-Hassler die Führung übernahmen. Doch die Zeiten haben sich geändert.

Urs Steinegger und die Gründe für den Konkurs

Der Geschäftsführer Urs Steinegger äußerte, dass ruinöser Wettbewerb und eine ungenügende Ertragslage die Hauptgründe für die Insolvenz sind. Er hatte bis zuletzt versucht, frisches Kapital zu finden – erfolglos. „Wir wurden nicht gewarnt und haben jetzt keinen Job mehr“, waren die Worte eines Mitarbeiters. Man kann sich vorstellen, wie niederschmetternd es ist, inmitten der Arbeit plötzlich mit einer solch schockierenden Realität konfrontiert zu werden. Der Konkurs wurde von der Gesellschaft selbst beantragt, und das Amtsgericht hat am Montag den Entscheid getroffen. Es ist schwer nachzuvollziehen, wie schnell ein Unternehmen, das so viele Jahre Bestand hatte, in diese Lage geraten kann.

Die Entlassungen betreffen nicht nur die Hauptstelle in Zug, sondern auch die Standorte in Aarau und Kriens. Viele der Mitarbeitenden waren während ihrer Schichten überrascht und mussten alles im Eiltempo hinter sich lassen. Ein Mitarbeiter, der zwei Kinder hat, war besonders betroffen, da er darauf wartete, dass am Freitag der Lohn eingeht. Die Welle der Unsicherheit und Angst schwappt durch die Belegschaft.

Ein Abschied von der Tradition

Die Hans Hassler AG hat eine lange Geschichte. In den 1950er Jahren wurde das Stammhaus in Aarau ausgebaut, und es gab auch Filialen in Zürich und Kriens. 1984 wurde das Unternehmen in Grosshandel und Detailgeschäft aufgeteilt. Die Firma wechselte 2001 den Besitzer und zog 2007 von der Kasinostrasse an die Rohrerstrasse um. All diese Veränderungen schienen nie die Wurzeln des Unternehmens zu gefährden – bis jetzt.

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Am Donnerstag wird ein Treffen der Mitarbeitenden mit dem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum stattfinden, um einen ersten Schritt in die Unsicherheit zu machen. Es bleibt zu hoffen, dass die Betroffenen Unterstützung finden können, denn der Verlust eines Arbeitsplatzes ist mehr als nur eine finanzielle Belastung. Es ist ein Bruch mit der gewohnten Sicherheit und der täglichen Routine.

Die Hans Hassler AG ist nicht nur eine Firma, sie ist ein Teil der Geschichte von Aarau und ein Teil des Lebens vieler Menschen, die hier gearbeitet haben. Der Konkurs ist nicht nur ein wirtschaftlicher Einschnitt, sondern auch ein emotionaler. Ein Stück Tradition ist verloren gegangen, und die Wellen dieses Verlustes werden noch lange nachhallen.