In der Stadt Zürich tut sich einiges: Der Stadtrat plant, das Beratungsangebot für Sans-Papiers auszuweiten. Diese Maßnahme ist eine Antwort auf die steigenden Anfragen, die zeigen, wie dringend diese Unterstützung benötigt wird. Die Anlaufstelle, die sich um die Belange der Sans-Papiers kümmert, hat einen Antrag auf Erhöhung des jährlichen Beitrags von 94.100 Franken auf 160.000 Franken für den Zeitraum von 2027 bis 2030 gestellt. Damit wird sichergestellt, dass der notwendige Rückhalt gegeben ist, um die Angebote in vollem Umfang bereitzustellen.

Die Beratungen werden in insgesamt acht Sprachen angeboten und decken verschiedene Themen ab: Von Sozialversicherungen über Bildungsangebote bis hin zu Fragen des Arbeitsrechts und des Aufenthaltsstatus. Eine besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den Frauen, die oft unter prekären Bedingungen in Privathaushalten arbeiten. Diese Anlaufstelle unterstützt sie nicht nur bei der Gesundheitsversorgung, sondern auch bei Fragen zur Geburt und zur Schulpflicht ihrer Kinder. Ein Pilotprojekt, das im Sommer 2024 beginnt, wird zudem die Übernahme von Krankenkassenprämien für Sans-Papiers ermöglichen.

Städtische Entwicklungen und soziale Verantwortung

Doch nicht nur im Bereich der Beratung für Sans-Papiers wird in Zürich investiert. Die Stadt hat auch die Aufhebung von 43 Parkplätzen in der Altstadt beschlossen, um mehr Platz für Fußgänger und Velofahrer zu schaffen. Die neue Fußgängerzone in der Zähringerstrasse und der Häringstrasse wird mit 27 neuen Bäumen aufgewertet, während der Stadtrat insgesamt 8,57 Millionen Franken für weitere Aufwertungsmaßnahmen beantragt hat. Die Bushaltestelle Central wird hindernisfrei ausgebaut, was mit Kosten von 387.000 Franken verbunden ist. Diese Maßnahmen zeigen, wie wichtig der Stadt die Schaffung einer lebenswerten und zugänglichen Umgebung ist.

Parallel dazu wird auch das Thema Politikfinanzierung in Zürich transparenter gestaltet: Der Stadtrat plant verbindliche Regeln, nach denen Parteien jährliche Finanzierungsberichte vorlegen müssen. Anonyme Zuwendungen und Spenden aus dem Ausland sollen künftig untersagt werden, um die Integrität der politischen Prozesse zu wahren.

Engagement für Sans-Papiers auf nationaler Ebene

Die Bemühungen um die Unterstützung von Sans-Papiers gehen jedoch über die Stadtgrenzen hinaus. Die Plattform zu den Sans-Papiers wurde bereits 2002 gegründet, mit dem Ziel, Regularisierungen zu erreichen und Härtefallregelungen zu verbessern. Sie befasst sich mit den Alltagsproblemen der Sans-Papiers, wie Schule, Berufsbildung, Gesundheit und Eheschließung für Personen mit prekärem Aufenthaltsstatus. Der 2022 gegründete Verein Plateforme sans-papiers Suisse engagiert sich in diesen Bereichen und fördert den Austausch zwischen verschiedenen Akteuren, darunter Anlaufstellen, NGOs, Kirchen und Gewerkschaften.

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Die regelmäßigen Treffen und die Erarbeitung gemeinsamer Stellungnahmen sind dabei essenziell, um die Sichtbarkeit der Anliegen der Sans-Papiers zu erhöhen und Handlungsfähigkeit auf gesamtschweizerischer Ebene zu gewährleisten. Co-Präsidentinnen wie Céline Widmer und Delphine Klopfenstein stehen an der Spitze dieser Bemühungen und zeigen, dass der soziale Zusammenhalt und die Unterstützung der Schwächeren in der Gesellschaft nicht nur auf lokaler, sondern auch auf nationaler Ebene wichtig sind.

In Zürich wird also nicht nur an der Infrastruktur gearbeitet, sondern auch an der sozialen Gerechtigkeit. Die Stadt zeigt, dass sie sich aktiv für die Belange aller Bürger einsetzt, unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus. In diesen turbulenten Zeiten ist das ein wichtiges Zeichen der Menschlichkeit und des Engagements.