Heute ist der 25. Mai 2026 und in Zürich tut sich einiges. Die Stadtverwaltung hat sich entschlossen, die Abhängigkeit von Microsoft 365 (M365) allmählich abzubauen. Daniel Leupi, der Chef für städtische Informatik und Mitglied der Grünen, hat die Verantwortung für dieses wichtige Vorhaben übernommen. Es geht um nichts Geringeres als digitale Souveränität. Doch der Weg ist steinig und nicht ohne Hürden.

Die Zürcher Stadtverwaltung plant, auf europäische Büro-Software umzusteigen. Die Hoffnung ruht auf der Open-Source-Lösung „openDesk“, die 2026 in einem Praxisversuch getestet werden soll. Allerdings zeigt eine aktuelle Studie der Berner Fachhochschule, dass eine vollständige Ablösung von M365 noch nicht möglich ist, da es bestimmte technische Herausforderungen gibt. Es bleibt also spannend, wie und wann der Wechsel vollzogen werden kann.

Der Weg zur digitalen Unabhängigkeit

Ein Blick auf die Zahlen zeigt, warum der Druck steigt: Die Ausgaben für Microsoft-Software in Zürich haben sich in den letzten sieben Jahren vervierfacht. Da wird der Stadtrat ganz schön ins Schwitzen kommen! Ein Postulat fordert zudem, dass städtische Daten nur auf Schweizer Servern gespeichert werden, was die Diskussion um Datenschutz und digitale Souveränität anheizt. Immerhin gibt es ja auch das Risiko, dass US-Behörden Zugriff auf Daten erhalten, die von Microsoft verwaltet werden. Die Datenschutzstelle Zürich hat M365 als zentrales Problemfeld identifiziert – ein heißes Eisen!

Doch die Stadt Zürich ist nicht allein auf diesem Weg. Sie unterstützt den Aufbau des „Zentrums Souveräne Digitale Schweiz“ (Zentrum SDS), das Alternativen zu M365 fördern möchte. Die Idee: Die Abhängigkeit von ausländischen Tech-Konzernen schrittweise verringern. Ein ambitioniertes Ziel, das allerdings noch einige Zeit in Anspruch nehmen könnte.

Ein Praxistest für openDesk

Die Abteilung „Organisation und Informatik“ (OIZ) hat mit „openDesk“ bereits eine vielversprechende Open-Source-Lösung identifiziert. Diese erfüllt die grundlegenden Anforderungen für den Büroalltag: E-Mail, Chat, Videokonferenzen und Dateiablagen – alles dabei! Allerdings gibt es auch eine Kehrseite: M365 bietet zusätzliche Funktionen wie Betriebsautomatisierung, Telefonie und Cybersecurity, die „openDesk“ nicht abdecken kann. Deshalb wird der Praxistest in diesem Jahr entscheidend sein, um die Funktionalität im Arbeitsalltag zu prüfen.

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Die Stadt hat sich entschieden, vorerst an M365 festzuhalten, bis eine vollständige Alternative gefunden wird. So bleibt man flexibel und kann die eigenen Anforderungen besser erfüllen. Aber die Zeit drängt, und die digitale Transformation steht auf der Agenda. Im Kanton Zürich werden ab Juni sogar neun Gemeinden die Stimmen von kommunalen und kantonalen Abstimmungen elektronisch auswerten – ein weiterer Schritt Richtung digitale Zukunft.

Die Diskussion um digitale Souveränität und die Abkehr von Microsoft ist nicht nur ein Zürcher Thema. Es geht um die gesamte Schweiz und die Frage, wie man in einer zunehmend digitalen Welt die Kontrolle über eigene Daten und Systeme behält. Das Zentrum SDS könnte dabei eine Schlüsselrolle spielen, um die Abhängigkeit von großen ausländischen Anbietern zu verringern und neue, europäische Lösungen zu etablieren.