In Zürich stehen ab dem 29. April 2026 massive Umstellungen im Bahnverkehr an. Grund dafür ist der umfassende Ausbau und die Erneuerung des Tiefbahnhofs Zürich HB, der durch die Sihltal Zürich Uetliberg Bahn (SZU) bis Ende 2026 realisiert werden soll. Reisende müssen sich auf eine Sperrung der Bahnstrecke Zürich HB–Zürich Selnau bis zum 18. Oktober 2026 einstellen. In dieser Zeit werden die Linien S4 und S10 stadteinwärts nur bis Zürich Selnau bzw. Zürich Saalsporthalle fahren und dort wenden.

Der Grund für diese umfangreichen Maßnahmen liegt im wachsenden Fahrgastaufkommen sowie der Notwendigkeit, die Bahnangebote an die Bedürfnisse der Fahrgäste anzupassen. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Barrierefreiheit, die gemäß dem Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) verbessert werden soll. Reisende, die die gesperrte Strecke nutzen möchten, finden jedoch keine Ersatzbusse. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens im Stadtzentrum werden sie auf die Linien der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) und SBB verwiesen.

Alternative Reisemöglichkeiten

Für Pendler und Reisende gibt es einige alternative Optionen, um nach Zürich Selnau zu gelangen. So ist ein Fußweg von etwa 12 Minuten nach Zürich Selnau möglich. Alternativ können die Tramlinien 3 und 14 ab Zürich HB bis Zürich Stauffacher genutzt werden, gefolgt von einem kurzen Fußweg von 6 Minuten. Auch für die S10 Richtung Zürich Binz gibt es ähnliche Optionen: Ein Fußweg von 12 Minuten oder die Nutzung der S-Bahn-Linien S2, S8 und S24 ab Zürich HB bis Zürich Wiedikon.

Für Nachtschwärmer steht zudem die Nachtverbindung SN4 zur Verfügung, die zwischen Zürich Selnau und Langnau-Gattikon in den Nächten von Freitag auf Samstag sowie Samstag auf Sonntag verkehrt. Um den Verkehrsfluss während der Bauarbeiten zu unterstützen, wird vom 27. April bis 18. Oktober 2026 eine temporäre Tramlinie 16 zwischen Laubegg und Milchbuck betrieben, die die Linie 13 verstärken soll. Zudem können Reisende in der Stadt Zürich das PubliBike-Angebot für kostenpflichtige Mietvelos nutzen, mit Ausleihstationen in der Nähe der SZU-Stationen.

Langfristige Entwicklungen im Bahnverkehr

Die aktuellen Arbeiten sind Teil eines größeren Ausbaus der Bahninfrastruktur in der Schweiz. Das Parlament hat Ausbauprogramme im Umfang von rund 28 Milliarden Franken beschlossen, die auch zukünftige Schritte bis 2035 sowie die ZEB-Projekte (Zukünftige Entwicklung Bahninfrastruktur) beinhalten. Über 300 Projekte befinden sich derzeit in der Projektierung oder Realisierung, und das BAV veröffentlicht jährlich einen Standbericht über den Fortschritt dieser Maßnahmen.

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Im Jahr 2024 dürfen wir uns auf einige wichtige Fortschritte freuen, darunter neue Doppelspurabschnitte im Rheintal bei Buchs SG, die einen Halbstundentakt der Fernverkehrszüge zwischen Sargans und St. Gallen ermöglichen. Auch im Bahnhof Freiburg wird eine neue Personenunterführung mit Liften in Betrieb genommen. Zugleich werden die Planungsarbeiten für bedeutende Projekte wie den Brüttenertunnel und die Erweiterung des Bahnhofs Zürich-Stadelhofen vorangetrieben.

Die Weiterentwicklung des Eisenbahnnetzes verläuft jedoch nicht ganz nach Plan, da die SBB ihre Planungsgrundlagen angepasst hat, was zusätzliche Mehrkosten von 14 Milliarden Franken für das Angebotskonzept 2035 zur Folge hat. Die externen Evaluationen, die bis zum dritten Quartal 2025 von der ETH Zürich vorgelegt werden, sollen dabei helfen, die Projekte und deren Fortschritte transparent zu machen. Während dieser Phase wird das BAV weiterhin an der Projektierung und Umsetzung der beschlossenen Ausbauten arbeiten, um Verzögerungen zu vermeiden.

Für weitere Informationen zur aktuellen Situation und den bevorstehenden Änderungen im Bahnverkehr in Zürich, besuchen Sie bitte die offizielle Seite von bahnonline.ch.