Wenn das Essen lockt, die Tür sich schließt: Ein Zürcher Restaurant im Kreuzfeuer der Kritik
Es war ein Abend wie jeder andere, als eine Gruppe hungriger Gäste beschloss, im Zürcher Thai-Restaurant 555+ einzukehren. Doch anstatt den ersehnten Platz im beliebten Lokal zu finden, wurden sie ohne Vorwarnung abgewiesen. Ein Schock! Vor allem, weil die Angestellten der Gruppe, die ohne Reservierung aufschlug, eine respektlose Behandlung zuteilwerden ließen. Der Abend entwickelte sich zu einer wahren Achterbahnfahrt der Gefühle.
Ein Problem, das den Küchenchef Dominic Fuchs auf die Palme brachte, war die kritische Google-Rezension eines unzufriedenen Gastes. Um mal ehrlich zu sein, seine Antwort war alles andere als diplomatisch. Anstatt die Kritik sportlich zu nehmen, stellte er den Verfasser der Rezension als jemanden mit „limitierten intellektuellen Fähigkeiten“ dar. Das Restaurant 555+ räumte zwar ein, dass der Tonfall nicht gerade einladend war – aber die Vorwürfe über aggressive Gestik wies man entschieden zurück. Ja, es war ein volles Haus, und wer um 20:30 Uhr einen Tisch wollte, musste sich gedulden.
Ein Blick hinter die Kulissen
Dominic Fuchs, der kreative Kopf hinter dem 555+, hat sich mit seiner thailändischen Street-Food-Location im ehemaligen Restaurant Blau im Hotel Greulich einen Namen gemacht. Er hat nicht nur einige Jahre in Bangkok und Koh Samui gelebt, sondern auch die authentische thailändische Küche vermisst, die er nun in Zürich anbietet. Der Name „555+“ hat übrigens einen witzigen Hintergrund – er spielt auf die thailändische Aussprache von 5 (Ha) an, was so viel wie „Hahaha“ oder einfach „LOL“ bedeutet. Ein schöner Ansatz, der zeigt, dass Fuchs nicht nur kochen, sondern auch unterhalten will!
Das Restaurant selbst präsentiert sich mit einem auffälligen Design: Grafisch und farblich wilde Tischtücher aus Plastik bringen einen Hauch von Thailand in die Stadt. Die Menukarte ist eine Freude für das Auge – sie zeigt die Gerichte mit Bildern, was das Warten auf das Essen etwas leichter macht. Zu den Highlights gehören das 24 Stunden gegarte Short Rib, knuspriger Schweinebauch mit Wasserspinat und der ganze Wolfsbarsch mit Panang-Curry. Wer mag, kann sich auch auf ein KFC Fried Chicken Laab freuen, das Fuchs’ persönlicher Favorit ist. Wer nach dem Essen noch Durst hat, kann einen würzigen Tee mit Kondensmilch genießen, während im Hintergrund gefühlvolle Lieder aus der Karaoke-Atmosphäre erklingen.
Ein Gemisch aus Tradition und Moderne
Im 555+ findet man also eine spannende Mischung aus traditioneller thailändischer Küche und einer modern interpretierten Restaurantatmosphäre. Während die Gäste das Essen genießen, wird es auch mit einem Augenzwinkern serviert. Dennoch bleibt die Frage, wie die Angestellten mit Kritik umgehen sollten. Das Restaurant hat zwar bedauert, wenn die Behandlung als unfreundlich wahrgenommen wurde, betont jedoch, dass dies nicht beabsichtigt war.
So bleibt am Ende ein ambivalentes Gefühl. Auf der einen Seite steht die Liebe zur thailändischen Küche und die Leidenschaft des Küchenchefs. Auf der anderen Seite das Missverständnis und die hitzigen Reaktionen auf Kritik. Wie man es auch dreht und wendet, die Gastronomie ist ein schwieriges Pflaster, und der Umgang mit Gästen kann manchmal ein Drahtseilakt sein.
Die Adresse des Restaurants 555+ lautet: Herman-Greulich-Strasse 56, Zürich. Wer sich für die thailändische Küche interessiert, sollte vielleicht einen Besuch wagen – aber vielleicht gleich mit einer Reservierung!
