Heute ist der 7.07.2026 und während ich hier in Zürich sitze, kommt mir ein Gedanke: Warum verdienen Frauen eigentlich weniger als Männer? Ein Thema, das uns alle betrifft, egal ob wir in der Stadt an der Limmat oder in der Basler Altstadt leben. Neueste Statistiken zeigen, dass der Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern auf eine Vielzahl von Faktoren zurückzuführen ist. Die LSE-Daten haben interessante Erkenntnisse geliefert, die wir uns näher anschauen sollten.

Das Thema ist kompliziert. Die Schätzung des Lohnunterschieds wird durch viele Merkmale beeinflusst. Hierzu zählen das Alter, die Nationalität, die Ausbildung, der Beruf und sogar die Unternehmensgröße, um nur einige zu nennen. Man könnte fast sagen, es ist wie ein riesiges Puzzle, bei dem jedes Teil eine Rolle spielt. Die Erhebung berücksichtigt zum Beispiel, ob jemand in Vollzeit oder Teilzeit arbeitet und ob es Sonderzahlungen wie Boni gibt. Und das alles wird dann in Gruppen eingeteilt, um die lohnrelevanten Eigenschaften zu vergleichen. Klingt nach einer Menge Arbeit, oder?

Der Gender Pay Gap unter der Lupe

Nun, wenn wir den Gender Pay Gap betrachten, gibt es zwei Arten, die wir im Hinterkopf behalten sollten: den unbereinigten und den bereinigten Gender Pay Gap. Der unbereinigte GPG zeigt einfach den Unterschied zwischen den durchschnittlichen Bruttostundenverdiensten von Frauen und Männern. Hierbei werden keine Anpassungen vorgenommen. Das bedeutet, dass alle Unterschiede, die durch Berufe, Karrierelevel oder Qualifikationen bedingt sind, einfach ignoriert werden. Das ist nicht gerade fair!

Der bereinigte Gender Pay Gap hingegen versucht, diese Unterschiede herauszurechnen. Hierbei werden Frauen und Männer mit ähnlichen Eigenschaften verglichen. Aber Achtung: Auch der bereinigte GPG hat seine Grenzen. Informationen über Erwerbsunterbrechungen fehlen oft, was die Sache komplizierter macht. Der bereinigte Gender Pay Gap wird als „Obergrenze“ für mögliche Verdienstdiskriminierung durch Arbeitgeber angesehen. Irgendwie ein bisschen beruhigend, aber auch frustrierend, wenn man darüber nachdenkt.

Ein Blick auf die Zahlen und die Realität

Die Eurostat-Definition zur Berechnung des Gender Pay Gap bezieht sich auf alle Wirtschaftszweige, außer der öffentlichen Verwaltung. Kleinunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten werden nicht in die Berechnungen einbezogen. Das ist ein wichtiger Punkt, denn hier könnten viele der kleinen Betriebe, in denen oft Frauen beschäftigt sind, nicht berücksichtigt werden. Und das, obwohl wir wissen, dass Frauen häufig in Teilzeit arbeiten, was den Gender Pay Gap zusätzlich verzerrt.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Was mich wirklich nachdenklich stimmt, ist die Tatsache, dass strukturelle Unterschiede, wie die häufigere Teilzeitarbeit von Frauen, den unbereinigten Gender Pay Gap stark beeinflussen. Männer arbeiten oft in Vollzeit und haben dadurch bessere Karrierechancen. Das ist ein Teufelskreis, aus dem es schwer herauszukommen gilt.

Die Lohnunterschiede sind mehr als nur eine Zahl auf dem Papier. Sie spiegeln gesellschaftliche Einstellungen wider und haben Einfluss auf das gesamte Leben von Frauen und Männern. Es ist essentiell, dass wir diese Unterschiede nicht nur erkennen, sondern auch aktiv daran arbeiten, sie abzubauen. Denn letztlich sollte es nicht darum gehen, dass Männer mehr verdienen als Frauen, sondern dass Menschen für ihre Arbeit gerecht entlohnt werden – unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder anderen Faktoren.