In Zürich, genauer gesagt in Wipkingen, tut sich etwas ganz Besonderes. Die reformierte Kirche, die seit 2019 nicht mehr als Ort des Glaubens genutzt wurde, wird nun umgebaut – und zwar zu einem Schulhaus! Ab August 2023 dürfen die Schüler:innen der Schule Waidhalde dort nicht nur Bücher ausleihen, sondern auch Gesangsunterricht erhalten. Das ist ein echter Gewinn für die Bildung und Kultur in der Stadt!

Der Umbau, der mit stolzen 9,3 Millionen Franken zu Buche schlägt, wurde von den Architekten Vécsey*Schmidt aus Basel realisiert. Im Erdgeschoss entstanden ein Mehrzwecksaal und ein Singsaal – die Vorstellung, dass hier bald Kinder singen und spielen werden, hat etwas wirklich Schönes. Außerdem gibt es Räume für Betreuung und Verpflegung sowie eine Bibliothek, die das Lernen und Entdecken fördert. Im Obergeschoss erwartet die Kinder ein unbeheizter Saal, der sicherlich für kreative Projekte genutzt wird. Für die Kirchgemeinde zahlt die Stadt Zürich eine Jahresmiete von 180.000 Franken – ein solider Deal, wenn man bedenkt, dass dieser Mietvertrag mindestens 15 Jahre läuft und sogar bis 2049 verlängert werden kann!

Ein neues Kapitel für die Bildung

Im Einzugsgebiet der Schule Waidhalde leben überdurchschnittlich viele Kinder im Vorschulalter. Bis 2032 werden sogar vier zusätzliche Klassen erwartet! Das bedeutet, dass nicht nur der Schulraum, sondern auch die pädagogischen Angebote erweitert werden müssen. Es ist spannend zu beobachten, wie aus einem ehemaligen Gotteshaus ein Ort für die nächste Generation entsteht.

Die Umnutzung von Kirchengebäuden ist ein Thema, das weit über Zürich hinaus von Bedeutung ist. Es gibt mittlerweile zahlreiche Fachzeitschriften, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzen. Titel wie „Kirchen neu nutzen“ oder „Commons“ zeigen, dass die Diskussion um die Umnutzung von Kirchenräumen lebendig und relevant ist. Es werden nicht nur Räume neu gedacht, sondern auch die kulturelle Identität der Städte hinterfragt.

Literarische Perspektiven

Im Herbst/Winter 2023 sind gleich drei Bücher erschienen, die sich mit dem spannenden Thema der Umnutzung von Kirchen befassen. „Zwischen sakral und profan“ von Hanna Weber beleuchtet beispielsweise die Umnutzung von Nachkriegskirchen und bietet interessante Beispiele wie die Kapernaumkirche in Hamburg, die jetzt eine Moschee ist. Ein weiteres Werk, „Diakonische Kirchen(um)nutzung“ von Kerstin Menzel und Alexander Deeg, gibt Einblicke in die diakonische Nutzung von Kirchenräumen und diskutiert sowohl historische Perspektiven als auch kritische Stimmen.

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Was die Leser:innen bei „Was Steine erzählen“ erwartet, sind Diskurse und Debatten über die Profanierung von Kirchen. Die Vielfalt der Themen und Ansätze zeigt, wie wichtig und aktuell das Thema Kirchen(um)nutzung ist – gerade in Mittel- und Süddeutschland. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Debatten entwickeln und welche weiteren innovativen Projekte wir in Zukunft sehen werden.

Die reformierte Kirche Wipkingen mag zwar ihre ursprüngliche Bestimmung verloren haben, aber sie findet in der neuen Rolle als Schulhaus eine spannende und wertvolle Zukunft. Es bleibt zu hoffen, dass solche Projekte nicht nur in Zürich, sondern überall im Land Schule machen – im wahrsten Sinne des Wortes!