Die Mietpreise in Zürich haben in den letzten Jahren eine dramatische Wendung genommen, und das nicht nur für die Neuankömmlinge. Eine Familie, die seit etwa acht Jahren in einer gemütlichen Dreizimmerwohnung im Zürcher Seefeld lebt, hat nun die Kündigung eingereicht. Bisher zahlten sie eine Bruttomiete von 2248 Franken. Doch als die Wohnung nach der Kündigung inseriert wurde, staunten alle nicht schlecht: Die neue Miete beträgt stolze 3980 Franken! Das sind satte 1732 Franken mehr – eine Erhöhung von 77 Prozent. Das ist schon ein ganz schöner Hammer, oder?

Die Helvetia Immobilien, Eigentümerin der Wohnung, rechtfertigt sich mit der Aussage, dass bei Wiedervermietungen stets geprüft werde, ob der alte Mietzins dem orts- und quartierüblichen Niveau entspricht. Besonders in gefragten Lagen, wie am Zürichsee, scheint sich das Thema Mietpreisexplosion zu manifestieren. Der Mieterinnen- und Mieterverband Zürich hat sogar von einer neuen Tendenz berichtet, bei Mieterwechseln drastische Mietsteigerungen festzustellen. Da scheint sich eine gewisse Marktdynamik abzuzeichnen – oder besser gesagt, eine Marktdramatik!

Die Realität für Mieter

Was bedeutet das für die betroffenen Mieter? Wenn sie nach der Unterzeichnung des Mietvertrags den alten Mietzins anfechten wollen, haben sie dazu 30 Tage Zeit. Das klingt zwar fair, kann aber in der Praxis ganz schön kompliziert werden. Und natürlich gibt es auch die Möglichkeit, dass Mieterhöhungen von 10 bis 20 Prozent als akzeptabel gelten, je nachdem, wie lange der vorherige Mieter schon dort wohnte. Aber mal ehrlich: Die Vorstellung, dass man in einer neuen Wohnung plötzlich so viel mehr zahlen soll, macht den Umzug nicht gerade attraktiver.

Institutionelle Vermieter scheinen mehr und mehr zu versuchen, die Mieten schneller an die Marktmieten anzupassen. Dies führt nicht selten zu Erhöhungen von über 40 bis 70 Prozent. Das ist nicht nur für die Familien frustrierend, die sich auf die Suche nach neuen Wohnungen begeben müssen, sondern auch für all jene, die in der Stadt bleiben möchten. Es könnte einem schon fast die Lust an der Wohnungssuche verderben, wenn man bedenkt, dass die eigene Traumwohnung plötzlich zum Albtraum wird.

Ein Blick auf die Zahlen

Doch wie sieht die Gesamtlage aus? Laut dem Bundesamt für Statistik ist der Trend der steigenden Mieten keineswegs ein Einzelfall. Die Mieten in der Schweiz steigen generell. Für detaillierte Informationen über die Preisentwicklung und weitere Statistiken kann man einen Blick auf die Webseite des Bundesamtes für Statistik werfen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Suche nach einer bezahlbaren Wohnung in Zürich zunehmend wie das Suchen nach der Nadel im Heuhaufen ist. Und das ist eine Herausforderung, die viele Familien und Singles in der Stadt betrifft, die einfach nur ein Dach über dem Kopf wollen.

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Die Wohnungssituation bleibt also angespannt. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Lage bald entspannt und für alle Mieter ein Stückchen mehr Fairness und Transparenz in die Mietpreise Einzug hält.