Heute ist der 7.05.2026 und in Zürich gibt es Neuigkeiten, die so manch einen aufhorchen lassen. Der Jahresbericht des Zürcher Drogeninformationszentrums (DIZ) für 2025 hat einige Überraschungen im Gepäck. Die Reinheit von Kokain hat Rekordwerte erreicht, mit einem beeindruckenden Durchschnitt von 87,3 Prozent. Nur 14 Prozent der Proben waren mit Streckmitteln versetzt. Man könnte fast sagen, die Zeiten, in denen man sich mit minderwertigem Stoff herumschlagen musste, scheinen vorbei zu sein. Aber was steckt wirklich dahinter? Nun, die steigende Produktion in den Anbauländern sorgt für ein Überangebot und damit für sinkende Preise. Das Strecken von Kokain wird dadurch weniger notwendig. Ein echtes Paradox, oder?

Ein Blick auf die Konsumzahlen zeigt, dass Kokain nach wie vor die am häufigsten getestete Substanz im Zürcher Drug Checking ist. Im Jahr 2025 machten Kokainproben satte 38 Prozent aller getesteten Substanzen aus. Die Abwassermessungen belegen zudem einen kontinuierlichen Anstieg des Kokainkonsums in Zürich. Im Schnitt konsumierten die Zürcher:innen 1,06 Gramm Kokain pro 1000 Einwohner:innen, was im Vergleich zum Vorjahr stagnierte. Interessanterweise hat Genf Zürich beim Kokainkonsum pro Kopf überholt. Ein wenig schockierend, nicht wahr?

Ein Blick auf MDMA und andere Drogen

Doch das ist nicht alles. MDMA, auch bekannt als Ecstasy, hat sich als ein ganz anderes Kapitel entpuppt. Über 90 Prozent der getesteten Proben waren zu hoch dosiert. Eine Pille enthielt sogar 394,5 Milligramm – das ist dreimal so viel wie die empfohlene maximale Dosis für einen 80 Kilogramm schweren Mann! Hier ist Aufklärung gefragt. Konsument:innen sollten sensibilisiert werden, niedrigere Dosen einzunehmen, um Überdosierungen zu vermeiden. Es scheint, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen und der Wettbewerb auf dem Schwarzmarkt dabei eine Rolle spielen.

Im Jahr 2025 testete das DIZ insgesamt 4685 Proben und beriet 4247 Konsument:innen, was im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg darstellt. Interessanterweise waren 82 Prozent der Besucher:innen männlich, während 16 Prozent weiblich und 2 Prozent divers waren. Die älteste Person war stolze 80 Jahre alt, die jüngste gerade mal 14. Das wirft Fragen auf über die Altersgruppen, die in diesen Kreisen verkehren.

Drogenkonsum und gesellschaftliche Auswirkungen

<pDoch was sagt das über die Schweiz im Allgemeinen aus? Laut einer Gesundheitsbefragung haben rund 8,5 Prozent der Schweizer:innen bereits einmal illegale Drogen konsumiert. Zu diesen Drogen zählen nicht nur Kokain, sondern auch Heroin, Ecstasy, Speed, LSD, Amphetamine und sogar halluzinogene Pilze. Der Umgang mit diesen Substanzen ist im Schweizer Betäubungsmittelgesetz geregelt. Der Konsum von Kokain ist dabei explizit verboten.

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Die Schweiz verfolgt eine Viersäulen-Drogenpolitik: Prävention, Therapie, Schadenminderung und Repression. Am 1. Oktober 2013 trat ein Ordnungsbußenverfahren für Cannabis in Kraft, das den Besitz von weniger als 10 Gramm als einfache Gesetzesübertretung betrachtet. Rund 32,5 Prozent der Bevölkerung haben 2022 mindestens einmal Cannabis konsumiert. Bei den 25- bis 34-Jährigen liegt die Prävalenz sogar bei 42,8 Prozent.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache, denn etwa sechs Prozent der Menschen in der Schweiz haben bis 2022 mindestens einmal Kokain konsumiert, während die 12-Monatsprävalenz bei rund einem Prozent liegt. Auch die Zahl der drogenbedingten Vergiftungen und Überdosierungen ist alarmierend. Im Jahr 2022 starben 160 Personen an den Folgen, und das ist der zweithöchste Wert nach 2018.

Ein weiteres besorgniserregendes Detail: Behandlungseintritte wegen Kokainsucht haben sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Während die Zahlen für Alkohol-, Cannabis- und Opioidsucht zurückgegangen sind, zeigt sich hier ein besorgniserregender Trend. Die Drogenpolitik der Schweiz steht also vor großen Herausforderungen, und die Gesellschaft muss sich den Realitäten stellen.