Heute ist der 11.06.2026 und in Waadt brodelt es mal wieder in der politischen Landschaft. Die Berner SP-Nationalrätin Nadine Masshardt hat einen echten Aufreger losgetreten: Sie fordert die Wiederaufnahme der Langzeit-Studie zu den Auswirkungen von PFAS auf die Gesundheit. Diese Studie, die im letzten Jahr aus dem Budget gestrichen wurde, wäre ein echter Gewinn für die Gesundheit der Bevölkerung, wenn man bedenkt, dass PFAS in vielen Alltagsprodukten stecken!

PFAS, die per- und polyfluorierten Chemikalien, sind in der Umwelt eine wahre Plage. Sie sind nicht nur in Regenjacken und Bratpfannen zu finden, sondern auch in Löschschaum. Durch ihre Stabilität reichern sie sich in der Umwelt und im menschlichen Körper an. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) wollte 100.000 Personen über 20 Jahre hinweg untersuchen, doch die Studie wurde eingestellt, um Kosten zu sparen. Nun, wo der Bund unerwartete Milliarden-Mehreinnahmen verzeichnet, fragt sich Masshardt, ob der Bundesrat die Streichung der Studie rückgängig machen will. Schließlich gibt es nicht zum ersten Mal Fehlprognosen im Bundesbudget!

Die Risiken von PFAS

Die gesundheitlichen Auswirkungen von PFAS sind alarmierend. Studien zeigen, dass diese Chemikalien über Nahrung und Trinkwasser aufgenommen werden und sich im Plasma, der Leber und der Niere anlagern. Besonders beunruhigend ist, dass langkettige PFAS mehrere Jahre im Körper verbleiben und nicht metabolisiert werden. Das bedeutet, dass sie einfach nicht abgebaut werden, sondern weiterhin ihre schädlichen Wirkungen entfalten können. In Tierstudien wurden erhöhte Leberwerte und Störungen des Lipidstoffwechsels beobachtet. Zudem scheinen sie die Schilddrüsenhormone zu senken – ein gefährliches Spiel mit unserem Hormonsystem.

Doch das ist nicht alles. In der Epidemiologie gibt es Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen PFAS-Exposition und erhöhten Cholesterinwerten sowie möglichen Auswirkungen auf das Geburtsgewicht. Das Human-Biomonitoring in Deutschland hat gezeigt, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung – vor allem Kinder und Jugendliche – bereits mit PFAS belastet ist. Das lässt einen schon nachdenklich zurück.

Wissenschaft und Forschung

Die Wissenschaft schläft nicht. Jüngste Studien, darunter die Tromsø-Studie, untersuchen PFAS und fluorierte Arzneimittel in menschlichem Serum. Auch die Auswirkungen von Pestiziden auf Wasserressourcen sind ein heißes Thema. So zeigen die neuesten Erkenntnisse, dass Pestizide bedeutende Quellen von Trifluoroacetat (TFA) sein können, was die Problematik noch komplizierter macht. Da fragt man sich schon, wo wir da eigentlich hinsteuern.

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Zusätzlich gibt es immer mehr Forschung zu den Schicksalen persistenter Chemikalien im Wasserkreislauf. Ein Blick auf die neuesten Publikationen zeigt, dass die Diskussion über PFAS und deren Auswirkungen auf unsere Umwelt und Gesundheit an Fahrt gewinnt. Der Bedarf an umfassenden Studien ist unbestreitbar, und die Rücknahme der Streichung der PFAS-Studie könnte ein entscheidender Schritt in die richtige Richtung sein.

Der Druck auf die Politik wächst, und es bleibt spannend zu sehen, ob Masshardt und ihre Forderungen Gehör finden. Die Gesundheit der Bevölkerung sollte schließlich an erster Stelle stehen. Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir uns ernsthaft mit den Folgen unserer chemischen Begleiter auseinandersetzen – denn die sind, ehrlich gesagt, alles andere als harmlos.