Heute ist der 20.07.2026, und in der kleinen Gemeinde Poliez-Pittet im Kanton Waadt brodelt es gewaltig rund um den Kirchturm der katholischen Kirche Sainte-Marie-Madeleine und Saint-Sébastien. Hier wird eine Sanierung des ehrwürdigen Bauwerks dringend erforderlich, und das hat seinen Preis. Stolze 725’000 Franken soll die Instandsetzung kosten! Für die 850 Einwohner von Poliez-Pittet eine gewaltige Summe, die kaum aus dem ärmlichen Gemeindebudget zu stemmen ist.

Die Gemeinde hat sich deshalb an die Nachbargemeinden Jorat-Menthue und Montanaire gewandt, in der Hoffnung, ein wenig finanzielle Unterstützung zu erhalten. Doch die Antwort kam prompt und wenig erfreulich: Ohne einen Beitrag des Kantons sei man nicht bereit zu helfen. Ein unglücklicher Zustand, denn die Instandhaltung von Kultstätten obliegt in der Regel den Gemeinden im Kanton Waadt. Hier wird deutlich, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden ist – sie sollten letztlich alle am selben Strang ziehen. Aber die Realität sieht oft anders aus.

Eine Herausforderung für die Gemeinde

Besonders interessant ist die Rolle der Bruderschaften im Bezirk Echallens, die traditionell einen Teil zur Instandhaltung religiöser Gebäude beitragen. Doch auch hier gibt es Probleme. Eine Einigung zwischen der Gemeinde und den Bruderschaften über die Dringlichkeit und die Kosten der Renovierungsarbeiten steht noch aus. Gemeindepräsident Pascal Duthon hat zwar einen Vorentwurf mit endgültigen Zahlen vorgelegt, aber der Antrag zur Kostenbeteiligung wurde im Juni den Gemeinderäten nicht vorgelegt. René Pernet, der Gemeindevertreter von Jorat-Menthue, äußert, dass der Antrag kaum Chancen auf Annahme hätte. Ein bisschen wie ein Spiel mit offenen Karten, bei dem niemand wirklich gewonnen hat.

Und dann gibt es da noch Cécile Crisinel Favre, die Gemeindepräsidentin von Montanaire. Sie bringt einen weiteren Aspekt ins Spiel: die finanzielle Belastung durch bereits vorhandene Kirchen. Man fragt sich, wie viele Kirchtürme und Kirchen ein Kanton eigentlich stemmen kann, bevor das Budget platzt. Poliez-Pittet hat erneut ein Schreiben an den Kanton geschickt, um eine Kostenbeteiligung zu beantragen. Der Druck wächst, denn die dringenden Arbeiten zur Sicherung des Glockenturms müssen durchgeführt werden – und das kostet etwa 15’000 Franken. Ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn man die Gesamtsumme betrachtet!

Ein Blick in die Zukunft

Die Situation ist alles andere als rosig. Es bleibt abzuwarten, ob die Nachbargemeinden ihre Haltung überdenken oder ob die Unterstützung vom Kanton tatsächlich kommen wird. Die Einwohner von Poliez-Pittet schauen gespannt auf die kommenden Entwicklungen. Wird es eine Einigung geben? Wird die Kirche bald in neuem Glanz erstrahlen oder bleibt sie in ihrem maroden Zustand? Fragen über Fragen, die nur die Zeit beantworten kann. Fest steht jedoch, dass die Gemeinschaft hier gefordert ist, und das nicht nur in Poliez-Pittet, sondern in vielen kleinen Gemeinden, die um ihre Kultstätten kämpfen.

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