In den letzten Wochen hat der Palanggenbach in Uri für einige Aufregung gesorgt. Ende Juni, als die Wolken ihre Schleusen öffneten, wurden aufgrund intensiver Niederschläge Hochwasserschutzmaßnahmen notwendig. Man könnte sagen, der Himmel hatte einen besonders nassen Tag erwischt! Das Ergebnis? Der Geschiebesammler oberhalb von Attinghausen und Seedorf füllte sich rasch mit Geröll. Ein wahres Spektakel, wenn man es so nennen möchte, wenn die Natur sich auf ihre eigene Art und Weise bemerkbar macht.

Doch keine Sorge! Der Geschiebesammler Tobel und der neu erstellte untere Geschiebesammler hielten das Material zurück und schützten somit die Siedlungsgebiete. Diese Schutzmaßnahmen sind unabdingbar, denn nach stärkeren Niederschlägen müssen die Sammler regelmäßig gereinigt werden, um für zukünftige Ereignisse gerüstet zu sein. Und so begann am Freitag der Abtransport des zurückgehaltenen Materials des Palanggenbachs. Ein Teil des Gerölls wird nach Flüelen transportiert und im Rahmen des Projekts «Seeschüttung II» im Urnersee eingebracht. Das Material ist unverschmutzt und wird zur Verbesserung der Flachwasserzonen im Urnersee verwendet. Ein echter Gewinn für die Umwelt!

Hochwasserschutz und menschliche Eingriffe

Doch wie kommt es überhaupt zu solchen Hochwasserereignissen? Hochwasser haben oft natürliche Ursachen – langanhaltende Niederschläge, starke Regenfälle oder die Schneeschmelze. Aber auch menschliche Eingriffe spielen eine Rolle. Die Veränderungen im Abflussgeschehen haben das Erscheinungsbild von Bächen und Flüssen über die Jahre geprägt. Manchmal fragt man sich, ob wir das nicht ein bisschen besser hätten regeln können. Die Ziele dieser Eingriffe sind klar: Sie sollen Wirtschaft und Wohnorte sichern, die Schifffahrt erleichtern und vor allem Hochwasserschutz für Siedlungen bieten.

Leider haben diese Maßnahmen auch ihren Preis. Der Verlust natürlicher Überschwemmungsgebiete ist eine bittere Realität. Dadurch fließen Hochwasser heute schneller und oft mit einer steileren Welle ab. Die meisten Flüsse sind mittlerweile stark begradigt und wenig verzweigt. In ehemaligen Auen stehen nun Wohngebäude, Industriebetriebe und Kulturstätten. Wenn Hochwasser dann in Siedlungen oder Industriegebieten auftreten, können die Schäden enorm sein. Das ist kein Spaß – da bleibt einem das Lachen im Hals stecken.

Nachhaltige Lösungen für die Zukunft

In diesem Zusammenhang ist es spannend, dass die Bundesumweltministerin Steffi Lemke ein neues Hochwasserschutzgesetz bis Ende des Jahres ankündigte. Ziel ist es, die Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen wie Deichrückverlegungen in Deutschland zu beschleunigen. Der WWF Deutschland befürwortet diese Ankündigung, fordert jedoch eine ambitionierte, naturbasierte Strategie für den Hochwasserschutz und zur Klimaanpassung. Es gibt viele Vorschläge zur Risikominderung. Wie wäre es zum Beispiel mit mehr „Schwammstädten“? Diese könnten helfen, sowohl Hochwasser als auch Dürre besser zu bewältigen. Es wird spannend, wie sich die politischen Rahmenbedingungen entwickeln werden!

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Eine strenge Bewertung von Bauvorhaben in Überschwemmungs- und Risikogebieten wird gefordert. Hier könnte man sich fragen, ob es nicht an der Zeit ist, unsere Sichtweise auf die Natur zu ändern. Denn langfristige Prävention gegen Hochwasser erfordert Platz für die Natur, um den Wasserhaushalt zu regulieren. Und das ist eine Herausforderung, die es zu meistern gilt. Vielleicht können wir aus den jüngsten Ereignissen lernen und die Weichen für eine nachhaltigere Zukunft stellen. Aber das ist natürlich leichter gesagt als getan!