Heute ist der 4.06.2026 und wir werfen einen Blick auf ein Thema, das viele von uns vielleicht nicht sofort auf dem Schirm haben, aber dennoch von großer Bedeutung ist: die Spermienqualität junger Schweizer Männer. Ja, das klingt vielleicht ein bisschen trocken, aber die Fakten sind alles andere als langweilig. Laut einer Studie, durchgeführt von Patricia Schlagenhauf und ihrem Team der Universität Zürich, bleibt die Spermienqualität seit Anfang der 2000er-Jahre stabil. Doch das ist nicht unbedingt eine gute Nachricht: Die durchschnittliche Spermienkonzentration in der Schweiz zählt zu den niedrigsten in Europa! Ein Drittel der Männer erfüllt nicht einmal die Samenreferenzkriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Ein ziemlicher Hammer, oder?
Die Ergebnisse dieser umfassenden Studie, die Daten von 2005 bis 2017 sowie von 194 Schweizer Soldaten aus dem Jahr 2021 analysierte, wurden in der Fachzeitschrift „New Microbes and New Infections“ veröffentlicht. Darin wird auch der Einfluss von COVID-19 auf die Fruchtbarkeit untersucht. Es zeigt sich, dass Männer, die kürzlich an COVID-19 erkrankt waren, tendenziell die niedrigsten Spermienzahlen aufweisen. Aber keine Panik – der Zusammenhang scheint vorübergehend zu sein. Bei Männern mit älteren Infektionen wurden keine entsprechenden Hinweise gefunden. Das klingt fast wie ein Aufatmen inmitten der ganzen Pandemie-Nachrichten!
Die Auswirkungen der Pandemie
Die Datenlage zu den Folgen einer SARS-CoV-2-Infektion ist, ehrlich gesagt, noch ziemlich lückenhaft. Besonders in Bezug auf die Spermienqualität und das Reproduktionssystem gibt es noch viel Unklarheit. Im Dezember 2020 überschritt die Zahl der nachgewiesenen COVID-19-Fälle in Deutschland die Millionenmarke, und auch in der Schweiz war der Anstieg nicht zu übersehen. Männliche und weibliche Patienten sind gleich häufig betroffen, wobei die Mehrheit der Erkrankten zwischen 15 und 59 Jahren alt ist. Weltweit waren über 64 Millionen Menschen betroffen, und SARS-CoV-2 kann tatsächlich verschiedene Organsysteme, einschließlich des Reproduktionssystems, angreifen.
Ein interessanter Aspekt ist die Rolle der ACE-2-Rezeptoren, die für den Eintritt des Virus in die Wirtszelle notwendig sind – diese sind auch in männlichen Reproduktionsorganen zu finden. Das bringt Fragen mit sich: Welche langfristigen Auswirkungen könnte das auf die Hypophyse, die Spermatogenese und die Testosteronproduktion haben? In früheren SARS-Epidemien wurde beobachtet, dass Coronaviren Orchitis verursachen können. Zu Beginn der Pandemie wurde in einer kleinen Studie SARS-CoV-2 in dem Sperma von 6 von 38 untersuchten COVID-19-Patienten in China nachgewiesen, diese Studie wurde jedoch zurückgezogen. Spätere Studien konnten das Virus nicht mehr im menschlichen Sperma nachweisen – also, wo stehen wir jetzt?
Was sagt die Forschung?
Einige Patienten berichteten über Beschwerden im Bereich der Hoden, jedoch ohne dass Virus-RNA im Sperma nachgewiesen werden konnte. Eine andere Untersuchung mit 74 Männern, die sich von COVID-19 erholt hatten, ergab ebenfalls keine Virusnachweise im Ejakulat, Urin oder Prostataexprimat. Zwar lag die Spermaqualität innerhalb der WHO-Referenzwerte, doch im Vergleich zu gesunden Kontrollen war sie niedriger. Ein weiterer interessanter Fakt: Mildere COVID-19-Verläufe scheinen weniger Einfluss auf die Spermaqualität zu haben. Fieber als Begleitsymptom kann die Spermatogenese beeinträchtigen – ein weiterer Punkt, den man im Hinterkopf behalten sollte.
Die bisherigen Studien sind allerdings begrenzt – kleine Fallzahlen und kurze Nachbeobachtungszeiten schränken die Aussagekraft ein. Zudem zeigt eine Untersuchung, dass die Mortalität von Männern bei COVID-19 höher als bei Frauen ist, was möglicherweise auf die Androgene zurückzuführen ist. Generell sind die Daten zu COVID-19 und männlicher Fertilität noch sehr begrenzt und sollten mit Vorsicht interpretiert werden. Das ganze Thema ist also komplex und wirft mehr Fragen auf, als es Antworten gibt.