Heute ist der 19.05.2026 und die Seeschüttung am Urnersee läuft auf Hochtouren. Wenn man in der Nähe des Ufers steht, kann man fast das Rattern der Lastwagen und das Quietschen der Güterzüge hören, die täglich ihre Fracht anliefern. Ein wahrer Kraftakt, der hier vollbracht wird! Die erste Million Tonnen Ausbruchmaterial aus dem Gotthard-Strassentunnel ist bereits geschüttet worden, dazu kommen noch rund 80’000 Tonnen aus dem Sisikonertunnel. Da wird ordentlich rangeklotzt!
Im Industriehafen Flüelen hat man ganze Arbeit geleistet, um alles effizient zu organisieren. Täglich werden dort fünf bis sechs Güterzüge mit bis zu 6’300 Tonnen Material entladen, dazu kommen rund 50 Lastwagen, die weitere 1’500 Tonnen bringen. Und das alles wird direkt zum See transportiert. Projektleiter Roland Senn ist sichtlich zufrieden mit den Abläufen und der steigenden Materiallieferung. „Wir haben die maximale Materialanlieferung ab September im Blick“, sagt er mit einem Lächeln. Ein neuer Umschlagplatz in Sisikon wird dann in Betrieb gehen und die Abläufe weiter optimieren.
Neue Schiffe für den Transport
Um die logistischen Herausforderungen zu bewältigen, hat man die Flotte auf dem Wasser verstärkt. Zwei neue Klappschiffe, die rund 50 Meter lang sind und 500 Tonnen Ladekapazität pro Fahrt haben, wurden in den Niederlanden gebaut und kommen nun zum Einsatz. Das ist eine ganze Menge Gestein, das hier transportiert wird! Und auch wenn Zündschläuche aufgrund des Sprengvortriebs an die Uferbereiche angeschwemmt werden, gibt es keinen Grund zur Panik. Diese beeinträchtigen nicht die Wasserqualität oder die Gesundheit der Anwohner. Eine Reinigungsgruppe kümmert sich regelmäßig um die Uferreinigung – ganz nach dem Motto: Sauberkeit muss sein!
Ein bisschen spannend ist die Sache mit dem Sisikoner Tunnel. Der Bau ist Teil der neuen Axenstrasse zwischen Flüelen und Brunnen. Am 17. September 2025 begann hier die Schüttung von Ausbruchmaterial. Zunächst wird das Gestein per Lastwagen nach Flüelen transportiert, bis insgesamt 1,4 Millionen Tonnen Material anfällt, wovon ein großer Teil direkt in den See geschüttet wird. Man kann sich vorstellen, dass das nicht ohne Herausforderungen abläuft. Doch die Logistik ist gut durchdacht, LKW fahren über Radwaschanlagen, und es gibt Lärmschutzwände seeseitig.
Umweltbewusstsein und Sicherheitsstandards
Ein weiteres wichtiges Thema sind die hohen Sicherheits- und Umweltstandards, die bei diesem Projekt eingehalten werden. Ab Herbst 2026 wird sogar Ausbruchmaterial mit natürlich vorkommendem, geogenem Arsen verwendet. Keine Sorge, das hat man genau im Blick. Laut Lorenz Jaun, dem Vorsteher des Amts für Umwelt Uri, ist das ökologisch unbedenklich, solange die strengen Auflagen beachtet werden. Eawag, das Wasserforschungsinstitut, hat bereits Tests durchgeführt, um sicherzustellen, dass keine Schadstoffe freigesetzt werden.
Wenn man so darüber nachdenkt, ist dieses Projekt am Urnersee nicht nur eine logistische Meisterleistung, sondern auch ein Zeichen für Umweltbewusstsein und Verantwortung. Während die großen Gesteinsbrocken schnell sinken und sich leichter überdecken lassen, wird hier mit einem detaillierten Kontrollplan gearbeitet. Die Zusammenarbeit mit den Materiallieferanten zeigt, dass man auch an der Reduzierung von Zündschläuchen im gesprengten Material arbeitet. Es ist ein faszinierendes Zusammenspiel von Technik und Natur, das die Menschen hier beschäftigt, und man kann nur hoffen, dass alles weiterhin so reibungslos abläuft.