Am 21. Mai 2026 fand im Pfarreizentrum Erstfeld eine eindrucksvolle Veranstaltung zum Thema Palliative Care statt. Unter dem Titel «Gut begleitet am Lebensende – das interprofessionelle Team» trafen sich 35 Fachleute aus unterschiedlichsten Berufen, um über die interprofessionelle Zusammenarbeit in der Palliative Care zu diskutieren. Es war ein Tag voller wertvoller Einblicke und inspirierender Gespräche. Man merkte sofort, dass das Thema den Teilnehmenden am Herzen lag.

Beat Planzer, der Amtsvorsteher-Stellvertreter des Amts für Gesundheit Uri, eröffnete die Veranstaltung mit einem herzlichen Grusswort. Nadja Hecht, die Leiterin der Kontaktstelle Alter Emmen, sprach dann über die enorme Bedeutung der interprofessionellen Zusammenarbeit. Ein paar zentrale Punkte, die sie ansprach, sind klare Rollen und Verantwortlichkeiten, die gute Koordination aller Fachpersonen und Freiwilligen sowie ein kontinuierlicher Informationsaustausch. All diese Aspekte sind entscheidend, um unnötige Spitaleintritte und Notfallbehandlungen am Lebensende zu vermeiden. Man konnte die Wichtigkeit dieser Themen spüren, denn sie betreffen uns alle.

Einblicke in die Praxis

Ein Highlight war die Präsentation eines Fallbeispiels aus der Palliative-Care-Praxis, das von einem Fach-Team bestehend aus Nadja Hecht (Pflegefachfrau), Yvonne Suter (Sozialarbeiterin), Dr. med. Benjamin Stettler (Hausarzt) und Andrea Franziska Meyer (Seelsorgerin) vorgestellt wurde. Diese praxisnahen Einblicke verdeutlichten, wie wichtig ein gut funktionierendes interprofessionelles Team ist. Projektleiterin Eveline Lüönd leitete die Diskussion über den Beitrag und die Grenzen der einzelnen Professionen. Ein Gedanke, der bei vielen im Raum blieb: «Das interprofessionelle Team beginnt bei jeder einzelnen Fachperson, also bei mir selbst.»

Die Teilnehmenden hatten auch die Gelegenheit, in einer Gruppenarbeit über persönliche, berufliche und organisatorische Fragen zur interprofessionellen Zusammenarbeit nachzudenken. In der Pause fand ein lebhafter Austausch statt, bei dem viele neue Kontakte geknüpft wurden. Fragen zur Übersicht über Fachstellen und Organisationen im Palliative-Care-Bereich wurden aufgeworfen, und Yvonne Suter gab hilfreiche Hinweise zu den kantonalen Fachstellen für Informationen und Beratung.

Interprofessionelle Zusammenarbeit in der Intensivmedizin

Parallel zu dieser Veranstaltung gibt es auch neue Entwicklungen in der Intensivmedizin, die eine ähnliche Richtung einschlagen. Die Sektion Ethik der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V. (DIVI) und die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. (DGP) haben praxisorientierte Handlungsempfehlungen zur Behandlung und Begleitung von Erwachsenen am Lebensende auf Intensivstationen erarbeitet. Diese Empfehlungen betonen die Wichtigkeit eines Problembewusstseins für medizinisch Machbares und Sinnvolles. Sterben soll nicht als Versagen, sondern als professionelle Aufgabe betrachtet werden. Das ist eine grundlegende Veränderung in der Sichtweise.

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Ein zentrales Ziel der Intensivmedizin bleibt die Überwindung kritischer Krankheitsphasen, um Patient:innen in ein selbstständiges Leben zurückzuführen. Doch die Palliativmedizin findet zunehmend ihren Platz in diesem Kontext. Die Empfehlungen legen nahe, dass palliative Maßnahmen antizipiert, geplant und umgesetzt werden müssen. Das erfordert nicht nur eine gute Zusammenarbeit im Team, sondern auch personelle Ressourcen für psychosoziale Unterstützung und spirituelle Begleitung.

Insgesamt zeigt sich, dass die interprofessionelle Zusammenarbeit in der Palliative Care und der Intensivmedizin mehr denn je an Bedeutung gewinnt. Es bleibt zu hoffen, dass solche Veranstaltungen wie die in Erstfeld und die neuen Handlungsempfehlungen dazu beitragen, die Versorgungsqualität zu verbessern und den Menschen in ihren letzten Lebensphasen die bestmögliche Unterstützung zu bieten.

Für weiterführende Informationen stehen die Webseiten www.ur.ch/palliativecare und www.plattform-palliativecare.ch zur Verfügung. Bei Rückfragen können sich Interessierte an Regierungsrat Christian Arnold unter Telefon 079 487 23 69 oder per E-Mail an ch.arnold@ur.ch sowie an Eveline Lüönd unter Telefon 078 776 38 53 oder per E-Mail an info@evelineluond.ch wenden.