Im Herzen von Uri weht ein frischer Wind im Haus für Kunst Uri. Der auffällige orange Bunnymen von Max Grüter, der lange Zeit das Dach zierte, ist verschwunden und hat Platz für eine neue Installation gemacht. An der Fassade leuchtet nun eine kreative Leiter, gestaltet von Michèle Graf und Seline Grüter, die die Neugier der Passanten weckt.
Seit dem 1. Juni 2025 ist Gioia Dal Molin die neue Direktorin des Hauses, und ihre Vision verspricht spannende Ausblicke. Bei der Generalversammlung des Kunstvereins Uri berichtete Präsidentin Elisabeth Fähndrich von über 4400 Besuchenden im vergangenen Jahr. Auch wenn die Sommerausstellung traditionell schwach besucht war, wird sie in diesem Jahr bereits am 30. Mai eröffnet, um mehr Schulklassen und Kunstliebhaber anzuziehen.
Neue Impulse für die Kunstszene
Die scheidende Direktorin Barbara Zürcher beendete im Frühling 2025 ihre 18-jährige Tätigkeit mit einer beeindruckenden Ausstellung des Urner Kunstschaffenden Peter Regli. Gioia Dal Molin plant bereits Ausstellungen zu zeitgenössischer Landschaftsmalerei sowie den Auswirkungen des Klimawandels und setzt auf lokale sowie internationale Kooperationen. So erhielt die IG Maisander aus dem Isental im vergangenen Sommer eine Carte Blanche, und im Herbst gab es eine Zusammenarbeit mit Studierenden der Hochschule Luzern.
Die aktuelle Ausstellung im Haus für Kunst Uri zeigt Werke von Annette Barcelo und eine Soundinstallation von Aio Frei, die mit Heinrich Danioth in Verbindung steht. Diese kreative Fusion verspricht, die Besucher in neue Klangwelten und visuelle Erzählungen zu entführen.
Ausblick auf kommende Veranstaltungen
Ein Highlight wird die kommende Ausstellung „Bestie, Bellezze e altre Compagne“ von Annette Barcelo und Aio Frei sein, die vom 15. März bis 10. Mai 2026 zu sehen sein wird. Die Vernissage findet am 14. März 2026 ab 17 Uhr statt. Barcelo, die in Basel lebt, thematisiert in ihren Arbeiten Mythen und Geschichten, während Frei mit seiner neuen Arbeit „Es Ring Wolf Stein – Dedicated to Katharina Simmen von Steinbergen“ rituelle Wissensformen erforscht.
Zusätzlich wird die Sommerausstellung vom 31. Mai bis 30. August 2026 in Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus Glarus stattfinden, gefolgt von einem Festival auf der Klausenpasshöhe am 4. Juli 2026. Diese Veranstaltungen werden sich mit der Repräsentation der Landschaft und deren verborgenen Geschichten auseinandersetzen.
Fördermöglichkeiten für Künstler
In der Schweiz gibt es vielfältige Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung für Kunstschaffende. Der Kulturfonds, betreut vom Bundesamt für Kultur, unterstützt professionelle bildende Künstlerinnen und Künstler in finanziell schwierigen Situationen. Die Zuwendungen belaufen sich zwischen 2’000 und 10’000 Franken und legen besonderen Wert auf die ökonomische Situation der Antragstellenden. Kunstschaffende in Notlagen werden hierbei priorisiert.
Mit einer Vielzahl an spannenden Ausstellungen und einem klaren Fokus auf die Förderung von Kunst und Kultur, bleibt das Haus für Kunst Uri ein inspirierender Ort für Kunstliebhaber und Kreative. Es ist schön zu sehen, wie sich die lokale Kunstszene weiterentwickelt und neue Impulse erhält.