Die Stille hat den Klosterhof der Glattburg bei Oberbüren eingenommen. Eine Ära neigt sich dem Ende zu, und das spürt man. Die Klosterkirche, die lange Zeit ein Ort der Anbetung und des Schaffens war, bleibt nun für die Öffentlichkeit geschlossen. Erinnerungen an die Schwestern, die hier seit 1781 lebten und arbeiteten, sind überall zu finden, doch der Umzug ist bereits vollzogen. Fünf Benediktinerinnen und ihre treue Katze Onyx haben in den letzten Tagen ihre Koffer gepackt und sich in den Kanton Uri begeben, um Teil der Klostergemeinschaft St. Lazarus in Seedorf zu werden. Ein neuer Abschnitt beginnt!

Wer die Klosterkirche in der Glattburg besuchen möchte, muss sich künftig gedulden. Sie wird nur auf Anfrage für Gottesdienste oder besondere kulturelle Veranstaltungen geöffnet sein. Interessierte können sich freuen, denn am 12. September findet auf der Glattburg ein Klostermarkt statt, der viele Erinnerungsstücke und Raritäten bereithält. Ein schöner Anlass, um die Vergangenheit noch einmal aufleben zu lassen und vielleicht die eine oder andere Kleinigkeit zu ergattern!

Ein Blick in die Zukunft

Der Umzug der Benediktinerinnen war kein leichtfertiger Entschluss. Hohe Personal-, Unterhalts- und Renovationskosten machten es der Gemeinschaft unmöglich, in der Glattburg zu bleiben. Diese Herausforderungen sind in vielen Klöstern zu spüren, und die Benediktinerinnen sind da keine Ausnahme. Sie haben eine dreijährige Probephase in Seedorf vereinbart, um sich besser kennenzulernen und ihre Kräfte zu bündeln. Auch die Hostienbäckerei, ein wichtiger Teil der Klosterkultur, wird nach Seedorf umziehen, und die bisherigen Kundinnen und Kunden dürfen sich auf gewohnte Qualität freuen.

Das Kloster St. Lazarus in Seedorf ist eine beeindruckende Institution mit einer langen Geschichte. Im 12. Jahrhundert erbaut, wurde es 1559 von Benediktinerinnen übernommen. Die Gemeinschaft lebt nach der Regel des heiligen Benedikt und hat sich als ein bedeutender religiöser Ort im Kanton Uri etabliert. Auch wenn die Glattburg nun eine andere Rolle einnimmt, bleibt das Erbe der Benediktinerinnen lebendig, und ihre Traditionen werden weitergeführt.

Die Benediktinerinnen – Ein Netzwerk von Gemeinschaften

In der Schweiz gibt es eine Vielzahl von Benediktinerinnenklöstern, die regional und weltweit verbunden sind. Klöster wie Müstair, Hermetschwil oder das Benediktinerinnenzentrum in Sarnen sind Teil dieser großen Familie. Diese Gemeinschaften leben nach der Regel des heiligen Benedikt und arbeiten eng zusammen, sei es bei Ausbildung, Kursen oder rechtlichen Angelegenheiten. Es ist ein bemerkenswertes Netzwerk, das Solidarität und Unterstützung untereinander fördert.

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Die Benediktinerinnen sind Teil einer internationalen Gemeinschaft, die sich in der VBD und CIB zusammengeschlossen hat. In der Schweiz und darüber hinaus wird der Austausch und die Zusammenarbeit großgeschrieben. Jährliche Treffen zu Kongregations- und Föderationskapiteln bieten Raum für Erfahrungsaustausch und gemeinsame Anliegen. Die Klöster sind eigenständig, wählen ihre Vorsteher selbst und sind wirtschaftlich autonom – eine bemerkenswerte Struktur, die es ihnen ermöglicht, ihre Traditionen und Werte zu bewahren.

Das Kloster St. Lazarus in Seedorf wird nun zum neuen Mittelpunkt für die Benediktinerinnen, und man darf gespannt sein, wie sich die Gemeinschaft entwickeln wird. Die Türen des Klosters stehen für Besichtigungen offen, und wer einmal die Stille und den Frieden dort erlebt hat, wird diese Erfahrung nicht so schnell vergessen. Die Klosterkultur wird weiterleben, und die Geschichten der Benediktinerinnen werden neue Kapitel schreiben.