In der malerischen Region Uri, wo die Natur noch unberührt scheint, gibt es momentan ein Thema, das die Gemüter erregt. Die Asiatische Hornisse, ein invasiver Störenfried, könnte bald auf unserem Radar erscheinen. Bisher hat man sie hier zwar noch nicht entdeckt, doch die Vorbereitungen der Urner Imker laufen auf Hochtouren. Mit Weiterbildungen und Freiwilligenarbeit rüsten sie sich für einen möglichen Ernstfall. Da wird nicht nur das Wissen um die Hornisse vertieft, sondern auch ein Gefühl der Gemeinschaft geschaffen, das in diesen Zeiten wichtiger ist denn je.

In den Nachbarkantonen Luzern, Schwyz, Nidwalden und Obwalden haben bereits Sichtungen und das Entfernen von Nester stattgefunden. Das lässt aufhorchen! Die Asiatische Hornisse ist ein echter Raubtier unter den Insekten, der besonders die Bienen und andere Bestäuberinsekten jagt. Das hat nicht nur für die Imkerei fatale Folgen, sondern auch für die gesamte Umwelt. Das Amt für Umwelt ist hier als Koordinator aktiv und bietet fachliche Unterstützung. Gabi Püntener, die neue Präsidentin der Urner Imker, ist Teil einer Gruppe, die im Ernstfall nach Hornissen-Nestern sucht.

Die Erkennung der Asiatischen Hornisse

Doch wie erkennt man diese gefräßige Hornisse überhaupt? Im Gegensatz zur Europäischen Hornisse hat die Asiatische Hornisse eine dunklere Färbung. Ihre gelb-orange Musterung findet sich nur im letzten Drittel des Hinterleibs, während sie eine schwarz-braune Brust und ein gelbes Gesicht mit orange-gelber Stirnzeichnung trägt. Die gelben Füße haben ihr den Namen „Asiatische Gelbfuß-Hornisse“ eingebracht. Sie ist zudem kleiner als ihre heimischen Verwandten – eine wichtige Information für alle, die auf der Hut sein wollen.

Die Problematik ist nicht zu unterschätzen. 2016 wurde die Asiatische Hornisse von der Europäischen Kommission auf die Liste invasiver gebietsfremder Arten gesetzt. Ab März 2025 gilt sie in Deutschland als „etabliert“, was bedeutet, dass keine Bekämpfungspflicht mehr besteht. Die Imker und Umweltschützer sind alarmiert. Sie wissen, dass die Hornisse fast jede Insektenart auf Blüten frisst – und dass viele dieser Arten Bestäuber sind. Ein Kreislauf, der ins Wanken geraten könnte.

Lebensweise und Nahrungsaufnahme

Die Lebensweise der Hornisse ist ebenso spannend wie bedrohlich. Im Frühjahr beginnt das Hornissenjahr mit der Suche nach einem Nestplatz durch die befruchteten Jungköniginnen. Ein Gründungsnest hat etwa die Größe eines Golf- oder Tennisballs und wird meist bodennah errichtet. Nach dem Schlupf der ersten Arbeiterinnen wird das Nest vergrößert. Bis zu 70% der Primärnester entwickeln sich im Sommer zu Sekundärnestern, die durchaus einen Durchmesser von bis zu einem Meter erreichen können. Im Herbst schlüpfen dann die Geschlechtstiere, während die Jungköniginnen bereits nach Überwinterungsplätzen suchen.

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Erwachsene Hornissen ernähren sich von kohlenhydrathaltiger Nahrung, während der Eiweißbedarf für die Brut durch erbeutete Insekten gedeckt wird. Und hier kommen die Honigbienen ins Spiel. Es ist kein Geheimnis, dass sie eine der Hauptbeutetiere der Asiatischen Hornisse sind. Das lässt die Herzen der Imker höherschlagen – und nicht immer aus Freude.

Die Rolle der Imker

Imker investieren viel Zeit und Mühe in die Pflege ihrer Bienenvölker. Krankheiten, Parasiten und die Bereitstellung von Nahrung und Blühpflanzen sind nur einige der Herausforderungen, denen sie sich stellen müssen. Starke Bienenvölker sind besser gerüstet, um Stress und Angriffe abzuwehren. Diese Stärke wird in den kommenden Monaten entscheidend sein, sollte die Asiatische Hornisse tatsächlich ihren Weg nach Uri finden. Die Bevölkerung wird aufgefordert, verdächtige Sichtungen zu melden. Und das ist gut so! Falschmeldungen sind unproblematisch – Hauptsache, wir bleiben wachsam.

Die Vernichtung von Nestern sollte jedoch ausschließlich von Fachleuten durchgeführt werden, um ökologische Schäden zu vermeiden. Das Ziel ist nicht die vollständige Ausrottung der asiatischen Hornisse, sondern die Eindämmung ihrer Ausbreitung. Die Imker wissen, dass sie in der Vergangenheit Aufgaben übernommen haben, die eigentlich den Behörden obliegen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird. Die Asiatische Hornisse könnte zu einem neuen Top-Prädator werden, und die Stimmen gegen eine unzureichende Bekämpfungsstrategie werden lauter.

Man darf also gespannt sein, wie sich die Lage in Uri entwickeln wird. Die Imker sind bereit, die Bevölkerung ist aufgerufen, wachsam zu sein – und wir alle hoffen, dass die Natur ihren Lauf nimmt, ohne dass wir in einen größeren Konflikt mit einem kleinen, aber potenziell gefährlichen Insekt geraten. Es bleibt zu hoffen, dass die Zusammenarbeit zwischen Imkern, Behörden und der Bevölkerung stark genug ist, um diesen Herausforderungen zu begegnen.