Heute ist der 23.06.2026, und im Tessin steht ein politisches Erdbeben bevor. Die SVP Tessin hat angekündigt, bei den Regierungsratswahlen im April 2027 mit einer eigenen Liste anzutreten. Das bedeutet das Ende der Zusammenarbeit mit der Lega, einer Allianz, die in den letzten Jahren beiden Rechtsparteien zwei Sitze in der Kantonsregierung gesichert hat. Der Konflikt wurde durch Claudio Zali, einen Lega-Staatsrat, ausgelöst. Er gilt in der SVP als wahre Reizfigur, nachdem er in einem TV-Interview verlauten ließ, dass er sich politisch den Grünen näher fühle als der SVP. Ein Satz, der wie ein Zündfunke wirkte!

Die Spannungen zwischen den beiden Parteien sind nicht neu. Zali hatte die SVP im Dezember scharf kritisiert und sie als „siete nulli“ – „Ihr seid Nullen“ – bezeichnet. Selten hat ein Politiker die eigenen Reihen so aufgerüttelt. Nach dieser öffentlichen Kritik sah die SVP keine Möglichkeit mehr für eine Listenverbindung mit der Lega. Die SVP begründet ihre Entscheidung mit den Spannungen und dem mangelnden Respekt, den Zali gegenüber der Unterstützung durch die SVP für die Lega zeigte. Dies alles geschieht vor dem Hintergrund, dass die Lega mittlerweile nur noch rund 15% Wähleranteil hat, während die SVP bei etwa 10% verweilt. Ein richtiger Politkrimi, könnte man sagen!

Ein Neuanfang für die SVP

Die Trennung könnte für fast alle Parteien von Vorteil sein – außer für die Lega. Diese könnte ernsthaft Schwierigkeiten haben, ihre zwei Sitze in der Regierung zu verteidigen. Während Zali und Gobbi voraussichtlich wieder antreten, wird die SVP von Nationalrat und Kantonalpräsident Piero Marchesi angeführt. Die FDP, die ihre Chancen auf einen zweiten Sitz sieht, muss allerdings den abtretenden Staatsrat Christian Vitta ersetzen.

Interessant wird auch die linke Seite des politischen Spektrums. Hier treten SP, Grüne und MPS gemeinsam an und bringen Staatsrätin Marina Carobbio sowie die grüne Nationalrätin Greta Gysin ins Spiel. Die Wahlen 2027 versprechen also eine offenere Ausgangslage, die nicht nur für die Wähler, sondern auch für die Politiker selbst spannend wird.

Der Wechsel im Staatsrat

<pAm 15. April 2026 wird Claudio Zali die Leitung der Kantonsregierung übernehmen und die Nachfolge von Norman Gobbi antreten. Dieses jährliche Rotationssystem ist eine etablierte Praxis im Tessiner politischen System und soll ein Gleichgewicht zwischen den Exekutivmitgliedern gewährleisten. Zali wird im vierten Jahr der Legislaturperiode Präsident, während wichtige Dossiers noch offen sind. In der Abwesenheit des Präsidenten wird Marina Carobbio Guscetti zur Vizepräsidentin ernannt, was ihrer Rolle in dieser Übergangszeit zusätzliche Bedeutung verleiht.

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Diese neue Präsidialstruktur wird die Tessiner Regierung bis zu den nächsten Wahlen führen und hat einen symbolischen sowie organisatorischen Wert für das Funktionieren der kantonalen Institutionen. Man könnte fast sagen, dass in dieser turbulenten Zeit ein gewisser frischer Wind weht – sowohl auf der politischen Bühne als auch im Herzen der Tessiner Bevölkerung.

Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich diese politischen Wellen weiterentwickeln. Der Kanton Tessin, ein Ort voller Tradition und Wandel, bleibt ein spannendes Terrain für all jene, die sich für die politische Landschaft interessieren. Und ganz ehrlich, wer weiß, was da noch alles auf uns zukommt!