Es gibt Momente im Leben, die uns einfach sprachlos machen. Und genau so ein Moment könnte bald auf uns zukommen, wenn wir nach Jahrzehnten wieder einen Otter in der Schweiz begrüßen dürfen. Ja, ihr habt richtig gehört! Endlich kehrt dieser charmante Wasserbewohner zurück – und das nicht irgendwo, sondern direkt in unsere schönen Gewässer. Die ersten Sichtungen aus dem Kanton Solothurn, genauer gesagt in Selzach, sind bereits aufgetaucht. Am 11. Januar 2025 wurden dort frische Spuren am Aare-Ufer entdeckt. Und als ob das nicht genug wäre, hat eine Wildtierkamera am 15. Januar 2025 sogar einen Otter im Linthkanal in Graubünden gefilmt. Herrlich, oder?

Doch während wir uns freuen sollten, gibt es auch eine ernste Seite. Umweltorganisationen warnen eindringlich: Das Überleben der Otter hängt von gesunden Gewässern und erfolgreichen Renaturierungen ab. Die letzten Otter-Beobachtungen in der Schweiz liegen schließlich mehr als drei Jahrzehnte zurück – die letzte vor 1989 am Neuenburgersee. Damals verschwanden sie durch Jagd, Gewässerausbau und Umweltverschmutzung, und trotz des Schutzes seit 1952 sowie dem Verbot bestimmter Schadstoffe seit 1986 haben wir es nicht geschafft, ihre Bestände zu retten. Es bedarf dringend einer Wende!

Die Rückkehr der Otter

Die Rückkehr der Otterpopulation in die Schweiz ist ein faszinierendes Beispiel für die positive Entwicklung der Natur, die auch hierzulande noch möglich ist. Über das Einzugsgebiet der Donau sind sie via Inn zurückgekommen. Aber um langfristig in der Schweiz Fuß zu fassen, benötigen die Otter ausreichende Fischbestände. Leider sieht es düster aus: Zwei von drei Fischarten in unseren Gewässern sind vom Aussterben bedroht. Und das ist nicht alles – die Schweiz schafft es aktuell nicht einmal, die gesetzlich vorgesehenen 50 Kilometer Renaturierung pro Jahr zu realisieren. Das ist schon ein bisschen traurig, oder?

Der nächste Weltottertag am 27. Mai erinnert uns daran, wie wichtig es ist, auf die Belange dieser Tiere aufmerksam zu machen. In der Schweiz wird dieser Tag aktiv im Tierpark Muzoo in La Chaux-de-Fonds gefeiert. Ein Webinar über Otterarten bietet weitere spannende Einblicke. Es ist eine wunderbare Gelegenheit, sich über die 15 Otterarten weltweit zu informieren und zu lernen, wie wir ihren Lebensraum schützen können.

Ein globales Problem

Die Herausforderungen, vor denen die Otter stehen, sind globaler Natur. Lebensraumverlust, Wasserverschmutzung und illegaler Handel sind nur einige der Themen, die am Weltottertag thematisiert werden. Die IUCN SSC Otter Specialist Group koordiniert das internationale Fachwissen zur Bewertung der Otterarten. Wusstet ihr, dass es weltweit 14 lebende Otterarten gibt, die zur Familie der Marder gehören? Diese verspielten und anpassungsfähigen Tiere sind nicht nur ein schöner Anblick, sondern auch wichtige Indikatoren für den Zustand unserer Gewässer.

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In Rheinland-Pfalz beispielsweise gibt es aktuell ein Projekt, das darauf abzielt, die Gewässerlandschaften miteinander zu vernetzen und so den Lebensraum der Otter zu verbessern. Auch in Deutschland kehren die Fischotter zurück, allerdings benötigen sie zusammenhängende, sichere Gewässerlandschaften. Naturnahe Gewässer bieten nicht nur Nahrung und Deckung, sondern auch sichere Wanderkorridore, die für das Überleben dieser Tiere von entscheidender Bedeutung sind.

Wir sollten uns also nicht nur über die Rückkehr der Otter freuen, sondern auch aktiv dafür sorgen, dass sie in unseren Gewässern bleiben können. Indem wir die Hinweise auf Fischotter dokumentieren und melden, können wir zu ihrem Schutz beitragen. Intakte Gewässerlandschaften sind nicht nur für die Otter wichtig, sondern auch für uns Menschen – sie bieten Hochwasserschutz, fördern die Grundwasserneubildung und helfen bei der Klimaanpassung. Die Rückkehr der Otter ist also nicht nur ein Grund zur Freude, sondern auch ein Aufruf zum Handeln. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass diese faszinierenden Tiere ein Zuhause in der Schweiz finden!