Heute ist der 21.07.2026 und ich sitze hier im schönen Tessin. Während ich auf die glitzernde Oberfläche des Lago Maggiore blicke, denke ich über eine ganz besondere Leidenschaft nach, die viele von uns in der Schweiz teilen: Minigolf! Man könnte sagen, es ist nicht nur ein Sport, sondern ein Stück Kultur, das tief in unserer Geschichte verwurzelt ist.

Wusstet ihr, dass die ersten normierten Minigolfbahnen der Welt in Ascona, direkt an der Via Circonvallazione, ihren Ursprung haben? Am 19. März 1954 wurde dieser historische Platz von Gartenarchitekt Paul Bongni eröffnet. Ein Ort, der nicht nur für seine malerische Kulisse bekannt ist, sondern auch für die bahnbrechende Entwicklung des Minigolfs, die hier ihren Lauf nahm. Bongni hatte die genialen Bahnen und Hindernisse entwickelt und patentieren lassen. Das Besondere? Diese Bahnen waren nicht nur wetterfest, sondern schmutzfrei für Schuhe und Kleidung – eine wahre Erleichterung für alle Spieler!

Die Regeln und der Spaßfaktor

Die Regeln sind denkbar einfach: Mit einem Putter soll der Ball mit möglichst wenigen Schlägen ins Loch befördert werden. Der Balldurchmesser liegt zwischen 3.7 und 4.3 cm – und nach sechs Schlägen wird ein Punktestand von sieben Punkten notiert. Wenn man sich die Anfänge des Golfspiels anschaut, das bis ins 15. Jahrhundert nach Schottland zurückreicht, merkt man, wie weit wir gekommen sind. Old Tom Morris, der als einer der ersten Golfspieler gilt, hat sicher nicht geahnt, dass aus seinen Ideen eines Tages solch ein beliebter Volkssport werden würde.

In den USA entwirft James Wells Barber 1916 die erste Minigolfanlage, die an einen barocken Garten erinnerte. Von da an, entwickelt sich Minigolf rasant. In der Schweiz wird der Sport besonders nach den 1950ern populär. Die ersten Weltmeisterschaften 1991 in Norwegen waren für die Schweiz ein voller Erfolg, drei von vier Titeln gingen an unsere Spieler! Und wie könnte man Miranda Graf vergessen, die damals den Titel der Minigolfweltmeisterin holte?

Minigolf als Volkssport

Heute ist Minigolf nicht nur ein beliebter Zeitvertreib, sondern auch ein ernsthafter Sport. Rund 380 lizenzierte Spielerinnen und Spieler nehmen regelmäßig an Turnieren in der Schweiz teil. Der Verband Swiss Minigolf betreibt gleich drei Nationalkader – für Jugendliche, Seniorinnen und Senioren sowie die Elite. Minigolf hat sich etabliert, und das nicht ohne Grund. Es bringt Menschen zusammen, fördert die Geschicklichkeit und sorgt für jede Menge Spaß.

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Und wisst ihr was? Die Anlage in Ascona ist bis heute in Betrieb! Eine kleine Zeitreise, wenn man darüber nachdenkt, dass hier alles begann. Die Bahnen sind genormt: 12 Meter lang und 1,25 Meter breit, mit nur einer Ausnahme von etwa 25 Metern für die Weitschlag-Bahn. Diese genormten Varianten haben dazu beigetragen, dass Minigolf heute ein international anerkanntes Spiel ist.

Ein Blick in die Zukunft

Minigolf hat sich im Laufe der Jahre gewandelt – von den ersten einfachen Bahnen bis hin zu kreativen und oft abenteuerlichen Anlagen, die wir heute finden. Es gibt sogar spezielle Minigolfarten wie Miniaturgolf, Cobigolf und Sterngolf. All diese Varianten zeigen, wie facettenreich dieser Sport ist. Man kann gespannt sein, wohin die Reise noch führt. Vielleicht wird Minigolf ja eines Tages auch olympisch? Wer weiß das schon!

Die Begeisterung für Minigolf – sie lebt weiter, in jedem Putt, in jedem Lachen, das von den Bahnen schallt. Und während ich hier sitze und an das fröhliche Treiben auf den Minigolfanlagen denke, kann ich nur sagen: Wer einmal mit dem Schläger in der Hand über die bunten Bahnen geschlendert ist, der weiß, dass es nicht nur um Punkte geht, sondern um die Freude am Spiel.