Matteo Messina Denaro, der letzte große Boss der sizilianischen Cosa Nostra, ist im September 2023 verstorben. Sein Tod markiert das Ende einer Ära, die von Macht, Angst und Kriminalität geprägt war. Denaro war nicht einfach nur ein Mafioso. Er war der Anführer, der über 30 Jahre lang im Untergrund lebte, dabei unzählige Verbrechen beging und die Ermittler immer wieder an der Nase herumführte. Am 16. Januar 2023, nach einer langen Flucht und einer Krebstherapie, wurde er endlich in Palermo geschnappt. Doch die Wellen seines Einflusses reichen weit über die italienischen Grenzen hinaus – sogar bis in die Schweiz.
Die Anti-Mafia-Behörde in Palermo hat nun bestätigt, dass Messina Denaro auch in der Schweiz kriminelle Gelder investiert hatte. In einer umfangreichen Operation, die sich über acht Länder erstreckte – darunter auch Schweiz, Andorra, Gibraltar, Kaiman-Inseln, Luxemburg, Libanon, Monaco und Spanien – wurden Vermögenswerte im Wert von über 200 Millionen Euro beschlagnahmt. Auch wenn frühere Ermittlungen in der Schweiz ergebnislos blieben, zeigt die aktuelle Entwicklung, dass es immer noch viele dunkle Ecken gibt, die es zu beleuchten gilt.
Die Verbindungen zur Schweiz
Gerüchte über Messina Denaros Verbindungen zur Schweiz sind schon lange im Umlauf. Im Tessin, wo er angeblich öfters gesichtet wurde, brodelt die Spekulation. Die Bundesanwaltschaft hat ein Rechtshilfegesuch der italienischen Strafverfolgungsbehörden bestätigt, aber Details bleiben im Dunkeln. Was genau wurde gefunden? Es geht um ein Konto einer Firma auf den Kaimaninseln bei einer Bank in Genf sowie Goldbarren im Wert von über zwei Millionen Euro, die von der Schweiz nach Luxemburg verschoben wurden. Das klingt schon fast nach einem Krimi!
Denaro war nicht nur der Boss der Cosa Nostra, sondern auch eine Schlüsselfigur im Drogenhandel, was seine Geschäfte umso lukrativer machte. Sein Vermögen stammt im Wesentlichen aus dem Drogenhandel und wurde seit den 1980er-Jahren reinvestiert. Man fragt sich, welche anderen dunklen Geschäfte er noch in petto hatte. Die Operation, die zu seiner Festnahme führte, war von der Bezirksdirektion zur Bekämpfung der Mafia in Palermo koordiniert. Aber auch in der Schweiz sind die Ermittlungen nicht abgeschlossen. Die Bundesanwaltschaft und das Bundesamt für Polizei führen derzeit Durchsuchungen durch, um weitere Verbindungen und Vermögenswerte aufzudecken.
Ein langer Schatten
Die Geschichte der Cosa Nostra ist voll von Intrigen und Machtspielen. Nach dem Attentat auf Cavataio wurde die Organisation von einem Triumvirat geleitet, das die Geschicke der Mafia über viele Jahre bestimmten. Denaro selbst war bis zu seinem Tod eine zentrale Figur und wurde für seine Rolle in zahlreichen Verbrechen, einschließlich der Ermordung der Anti-Mafia-Richter Giovanni Falcone und Paolo Borsellino, verurteilt. Seine Festnahme war ein großer Sieg für die italienischen Behörden, jedoch bleibt die Frage, wie lange sein Einfluss noch nachwirken wird, besonders in Ländern wie der Schweiz, wo sich sein Geld versteckt hält.
Die Ermittlungen, die einst im Jahr 2014 begannen, als Informationen über Giovanni Domenico Scimonelli – einen möglichen Vertrauten Messina Denaros – an die Schweiz übermittelt wurden, zeigen, wie komplex das Netzwerk der Cosa Nostra ist. Trotz mehrfacher Hausdurchsuchungen und der Bildung einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe blieben die Ergebnisse in der Schweiz unbefriedigend. Es stellt sich die Frage, ob die Schweiz bereit ist, ihren Teil im Kampf gegen die Mafia zu leisten.
So bleibt die Cosa Nostra nicht nur ein italienisches Phänomen. Ihre Tentakeln reichen bis in die Schweiz und darüber hinaus. Die Geschichte von Matteo Messina Denaro und die laufenden Ermittlungen sind ein eindringlicher Hinweis darauf, dass die Schatten der Vergangenheit weiterhin drohen, uns einzuholen. Die nächsten Monate könnten entscheidend sein, um die dunklen Geschäfte und geheimen Verbindungen der Mafia ans Licht zu bringen.