Der Sommer 2023 hat in Kloten nicht nur die Sonne zum Strahlen gebracht, sondern auch eine kleine, unangenehme Überraschung in Form von Japankäfern. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet diese kleinen, gefräßigen Schädlinge sich in der Region niederlassen würden? Mit rund 5000 gefangenen Exemplaren an der Sportanlage Stighag hat die Population der Popillia japonica – so ihr wissenschaftlicher Name – ihren ersten Fuß in die Schweiz gesetzt. Und das ist erst der Anfang!

Die Behörden sind alarmiert und haben bereits Maßnahmen ergriffen, um das befallene Gebiet einzuschränken. Leider haben sich die Käfer, die vermutlich aus Kloten stammen, schon in angrenzenden Gemeinden wie Opfikon, Bassersdorf und Winkel einen weiteren Lebensraum gesucht. Die Sorgenfalten der Landwirte und Gärtner vertiefen sich, denn der Japankäfer hat es in sich: Er schädigt über 400 Pflanzenarten und kann massive Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen und Zierpflanzen verursachen. Die potenziellen Schäden in der Schweiz werden auf mehrere hundert Millionen Franken jährlich geschätzt. Ein harter Schlag für die Landwirtschaft und die Gartenbauindustrie.

Ein ungebetener Besucher

Ursprünglich in Japan beheimatet, hat sich der Japankäfer seit seiner ersten Entdeckung in Europa 2014 in Italien rasant verbreitet. In der Schweiz wurde er 2017 im Tessin nachgewiesen. Die Käfer breiten sich nicht nur durch ihren eigenen Flug aus, sondern auch als „blinde Passagiere“ über den Reise- und Güterverkehr. Das macht die Bekämpfung umso schwieriger. In Deutschland gibt es bisher nur sporadische Funde, doch die Gefahr ist real. Wenn sich die Käfer erst einmal festgesetzt haben, wird es kaum möglich sein, sie wieder loszuwerden.

Der Kanton hat ein Netz an Trichterfallen und Lockstofffallen in Kloten installiert, um die Käferpopulation zu kontrollieren. Mit einer Pufferzone von etwa fünf Kilometern um die befallenen Gebiete versucht man, den Schädlingen das Übergreifen auf gesunde Pflanzen zu erschweren. Dennoch bleibt es ungewiss, ob diese Maßnahmen ausreichen, um die Ausbreitung zu stoppen. In den betroffenen Gebieten sind die ersten Warnsignale bereits sichtbar: Skelettierfraß an Blättern und Kahlfraß, der bei massenhaftem Auftreten entsteht, sind nur einige der Symptome, die den Gärtnern Kopfzerbrechen bereiten.

Ein Teufelskreis?

Im Tessin, wo der Käfer 2017 erstmals nachgewiesen wurde, haben sich bereits die ersten negativen Folgen gezeigt. Die Schäden an Reben sind nicht zu übersehen, und die Ängste um die Ernte sind groß. Immerhin könnte der Klimawandel die Situation noch verschärfen, indem er die Verbreitung des Japankäfers in Europa weiter vorantreibt. Es wird bereits darüber spekuliert, dass mit steigenden Temperaturen mehrere Entwicklungszyklen pro Jahr möglich sind. Was für ein Albtraum für die Landwirte!

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Die Forschung zu biologischen Bekämpfungsmethoden ist in vollem Gange. Parasitische Fadenwürmer und insektenpathogene Pilze könnten helfen, die Population zu reduzieren. Doch die regulatorischen Zulassungen sind oft ein Hindernis. Das Monitoring der Käferpopulation erfolgt durch spezielle Fallen, die mit Lockstoffen kombiniert werden. Es bleibt zu hoffen, dass diese Maßnahmen greifen und die Ausbreitung des Japankäfers eingedämmt werden kann.

Bis dahin bleibt den Betroffenen nichts anderes übrig, als wachsam zu sein. Bei Verdacht auf einen Befall sollten Fundorte und Daten umgehend an die zuständigen Pflanzenschutzdienste gemeldet werden. Auch Reisende aus befallenen Gebieten sind angehalten, ihre Fahrzeuge und ihr Gepäck vor der Rückkehr zu kontrollieren. Wer möchte schon unwissentlich zum Überbringer eines solchen Unheils werden?

Um den Schädling in Schach zu halten, sind nicht nur die Behörden gefordert. Auch das Bewusstsein der Bevölkerung ist gefragt. Öffentlichkeitsarbeit und engmaschiges Monitoring sind entscheidend, um die Ausbreitung des Japankäfers zu stoppen. Der Kampf gegen diesen invasiven Schädling hat gerade erst begonnen, und es bleibt spannend, wie sich die Lage in Zukunft entwickeln wird.