Gestern, am 25. April 2026, fand in Porrentruy JU die 25. ordentliche Delegiertenversammlung des Schweizer Schiesssportverbands (SSV) statt, die mit einer bedeutenden Ehrung aufwartete. Nina Christen wurde zum Ehrenmitglied des SSV ernannt, eine Auszeichnung, die ihre herausragende Karriere im Schiesssport würdigt. Die Versammlung versammelte 201 stimmberechtigte Delegierte, unter ihnen auch prominente Gäste wie der jurassische Nationalrat Thomas Stettler und Martin Candinas, Nationalrat sowie OK-Präsident des Eidgenössischen Schützenfests 2026 in Chur.
Thomas Stettler hob die historische Bedeutung des Schiesssports im Jura hervor, der einen wesentlichen Beitrag zur Souveränität und Unabhängigkeit der Schweiz geleistet hat. SSV-Präsident Luca Filippini würdigte Nina Christens bemerkenswerte Laufbahn, die unter anderem drei Olympiateilnahmen sowie zahlreiche Medaillen bei Europa- und Weltmeisterschaften umfasst. Christen gehört zu den erfolgreichsten Athletinnen in der Geschichte des Verbands und hat den Schiesssport nachhaltig geprägt.
Wechsel im Vorstand und neue Strategien
Ebenfalls bemerkenswert war die Wahl von Pia Freitag, die die Nachfolge von Renato Steffen im Vorstand antritt, nachdem dieser 16 Jahre lang gedient hat. Freitag bringt wertvolle Erfahrung aus dem Schiesssport mit, da sie bis März 2026 Geschäftsführerin des Glarner Kantonalschützenverbands war. In diesem Kontext stellte Luca Filippini die neue Strategie «SSV 2036» vor, die darauf abzielt, den Schiesssport langfristig zukunftsfähig zu gestalten. Schwerpunkte der Strategie sind die Stärkung des Nachwuchses, die Förderung des Breitensports, moderne Strukturen sowie eine klare Positionierung des Schiesssports.
Zu den konkreten Projekten zählen der Aufbau des «Swiss Shooting Kids Club» und die Entwicklung einer neuen Website für den SSV. Ein überarbeitetes Beitragssystem befindet sich in der Erarbeitung und soll 2028 in Kraft treten. Die Versammlung zeigte eindrucksvoll, dass der SSV nicht nur auf Tradition setzt, sondern auch zukunftsorientierte Schritte plant, um die Attraktivität des Schiesssports zu sichern.
Der SSV: Ein Verband mit Tradition und Vision
Der Schweizer Schiesssportverband wurde 1824 in Zürich gegründet und fusionierte 2001 aus dem Schweizerischen Schützenverein, dem Schweizerischen Sportschützenverband und dem Schweizerischen Arbeiterschützen-Bund. Seit der Reorganisation 2011 liegt der Fokus klar auf dem Sportschiessen. Der Verband hat mittlerweile etwa 130.000 Mitglieder, von denen rund 56.000 lizenzierte Schützen sind. Mit insgesamt 2.600 Vereinen und 35 Mitgliederverbänden ist der SSV eine tragende Säule des Schiesssports in der Schweiz.
Der SSV, dessen Sitz sich in Luzern befindet, ist zudem Mitglied von Swiss Olympic und Ansprechpartner der International Sport Shooting Federation sowie der European Shooting Confederation. Ein Highlight im Veranstaltungskalender des SSV ist das jährliche Feldschiessen, an dem etwa 135.000 Teilnehmer teilnehmen. Diese Tradition hat historische Wurzeln im Obligatorischen Schiessen der Schweizer Armee und reicht bis ins Jahr 1850 zurück.
Mit einem klaren Fokus auf die Zukunft und einer beständigen Wertschätzung für die Traditionen des Schiesssports wird der SSV auch weiterhin eine bedeutende Rolle im Schweizer Sportleben spielen. Die Entwicklungen und Ehrungen, die im Rahmen der Delegiertenversammlung bekannt gegeben wurden, sind ein Beweis dafür, dass der Schiesssport in der Schweiz lebendig und dynamisch bleibt.