Der Japankäfer, ein kleiner, aber hartnäckiger Geselle, hat es in der Schweiz ganz schön krachen lassen. Ursprünglich aus Asien kommend, frisst er sich durch über 400 Pflanzenarten – ja, richtig gehört, über 400! Blätter, Blüten, Früchte – nichts ist vor ihm sicher. Das Problem ist nicht nur für Hobbygärtner ein echtes Ärgernis, sondern auch für die Landwirtschaft und die Umwelt. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat deshalb die Kampagne „Stopp Japankäfer“ ins Leben gerufen, um uns alle auf die Gefahren aufmerksam zu machen.

Gerade jetzt, wo die Temperaturen steigen und die Reiselust wächst, ist die Gefahr groß, dass dieser kleine Schädling als „blinder Passagier“ in unseren Koffern oder Autos nach Hause kommt. Die Zeit von Juni bis September gilt als kritisch – dann ist das Risiko besonders hoch. BLW-Direktor Christian Hofer hat klargemacht, dass es wichtig ist, die Ausbreitung des Käfers zu verlangsamen, um massive Schäden zu verhindern. Und die Schäden sind nicht ohne: Im Tessin sind bereits sichtbare Befälle, besonders in den Rebbergen, dokumentiert.

Ein ernstes Problem

Erstmals wurde der Japankäfer 2017 in der Schweiz festgestellt, und mittlerweile hat er sich vor allem südlich der Alpen ausgebreitet. Im Jahr 2025 wurden sogar größere Befallsherde in den Kantonen Basel, Tessin, Zürich und Wallis registriert, was die alarmierenden Berichte aus weiteren Kantonen nur noch verstärkt. Während im Süden bereits eine Eindämmungsstrategie greift, wird im Norden versucht, punktuelle Populationen zu bekämpfen. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit.

Das Schadpotential des Japankäfers wird auf mehrere hundert Millionen Franken pro Jahr geschätzt, je nachdem, welche Kulturen betroffen sind. Besonders gefährdet sind Reben, Obstkulturen und Mais. Das macht ihn zu einem echten Albtraum für Landwirte und Gärtner. Ein weiteres Beispiel für die Bedrohung, die invasive Arten wie der Japankäfer darstellen, ist die Tatsache, dass sie das Gleichgewicht in Ökosystemen stören und die heimische Artenvielfalt gefährden können.

Globale Auswirkungen

Die Ursachen für die Ausbreitung solcher Arten sind vielfältig: Globalisierung, weltweiter Handel und nicht zuletzt der Klimawandel tragen dazu bei, dass sich invasive Arten wie der Japankäfer in neuen Gebieten etablieren. Laut dem Weltbiodiversitätsrat IPBES gibt es weltweit über 37.000 gebietsfremde Arten, von denen mehr als 3.500 als invasiv gelten. In der EU sind es über 14.000 gebietsfremde Arten, und die Liste der invasiven Arten wächst weiter. Die wirtschaftlichen Schäden, die durch invasive Arten verursacht werden, sind enorm – allein in der deutschen Landwirtschaft und Forstwirtschaft seit 1960 über 8 Milliarden Euro.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Es ist ein Thema, das uns alle betrifft. Die Kampfansage an den Japankäfer ist also mehr als nur eine lokale Angelegenheit – es geht um unsere Umwelt, unsere Nahrung und die Zukunft der Landwirtschaft. Die Einschränkung der Ausbreitung invasiver Arten ist entscheidend für den Erhalt unserer Biodiversität und für die Stabilität unserer Ökosysteme. Und während wir uns auf den Sommer vorbereiten, sollten wir besonders wachsam sein und die Alarmglocken läuten hören, bevor es zu spät ist.