In Gächlingen, einem kleinen, malerischen Ort in der Schweiz, lebt die 39-jährige Debüt-Autorin Floor de Jonge. Ihr Weg zur Schriftstellerei war alles andere als geradlinig. Als Kind hatte sie mit dem Schreiben und Lesen zu kämpfen – ein Umstand, der durch ihre Linkshändigkeit noch verstärkt wurde. Doch die Unterstützung ihrer Mutter, die ihr half, die Buchstaben zu lernen, bildete den Grundstein für ihre spätere Leidenschaft. Mit neun Jahren erhielt sie von ihrem Vater ihren ersten Bibliotheksausweis, und damit begann eine Reise, die sie schließlich zu ihrem ersten Kinderbuch führen sollte.

Nach zwei Jahrzehnten in der Schweiz wagt Floor de Jonge den Schritt, ihre eigenen Gedanken und Erlebnisse in Buchform zu bringen. Ihr Werk mit dem Titel «Scritch-Scratch, Whatʼs That Batch?» umfasst 36 Seiten, reich illustriert und in einer leserfreundlichen Schriftart, die den kleinen Lesern das Verstehen erleichtert. Die Idee für das Buch entstand nach einer stillen Fehlgeburt im Sommer 2025, ein einschneidendes Erlebnis, das die Familie stark prägte. Floor wollte ein Kinderbuch schreiben, um ihrer Tochter, die ebenfalls mit dem Lesen kämpft, zu helfen. Die Charaktere in ihrem Buch sind inspiriert von ihren eigenen Kindern und deren Erlebnissen, während die Illustratorin Oxana Bondarenko die reale Welt der Familie in den Bildern einfängt.

Ein kreativer Prozess voller Herausforderungen

Der älteste Sohn von Floor war der erste kritische Leser, eine Rolle, die ihm sichtlich Freude bereitete. Die Hauptfiguren, die kleinen Spitzmäuse, fanden ihren Ursprung in den Beobachtungen, die Floor im eigenen Kompost anstellte. Die Neugier auf Sprachen, die sie seit jeher begleitet, spiegelt sich auch in der Entscheidung wider, das Buch auf Englisch zu veröffentlichen – eine Sprache, die in ihrer Familie vorherrscht. Dabei arbeitete sie mit internationalen Partnern zusammen, von einer Illustratorin in Montenegro bis zu einer Editorin in Australien.

Doch der Weg zur Veröffentlichung war gepflastert mit Selbstzweifeln. Floor litt unter dem Imposter-Syndrom, einem Zustand, der viele Autor:innen heimsucht und sie an ihrem Können zweifeln lässt. Oft stehen Schreibblockaden und ständige Überarbeitungen im Raum, während die Unsicherheit über die eigene Eignung wie ein Schatten über dem kreativen Prozess schwebt. Diese inneren Kämpfe sind nicht ungewöhnlich; in der Literaturwelt ist es bekannt, dass viele Sachbuchautoren ähnliche Herausforderungen erleben. Selbstzweifel können ihren Ursprung in der Kindheit haben, etwa durch mangelndes Lob oder negative Erfahrungen in der Schule. Ein Teufelskreis, aus dem es schwer ist, auszubrechen.

Ein Blick in die Zukunft

Doch Floor de Jonge gibt nicht auf. Sie plant bereits ihr nächstes Buch, inspiriert von den Briefen, die sie an ihre Kinder schreibt. Die Vorfreude auf neue Geschichten und die Möglichkeit, durch das Schreiben weiter zu wachsen, treiben sie an. Und während sie von ihrem Traum träumt, eines Tages mit einem 66er Shelby durch den Klettgau zu fahren, bleibt das Schreiben ihre Leidenschaft und ein Weg, ihre Identität auszudrücken.

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