Heute ist der 12. Mai 2026 und während sich in der Schweiz die Diskussionen um den Konsum von Alkohol intensivieren, wird der Nationale Aktionstag Alkoholprobleme am 21. Mai 2026 zum Brennpunkt für ein dringend benötigtes Umdenken. In unserem Land haben etwa 16% der Bevölkerung mit problematischem Alkoholkonsum zu kämpfen, was rund 250.000 Menschen betrifft, die als alkoholabhängig gelten. Hinter diesen Zahlen verbergen sich Geschichten, Schicksale und oft auch die schmerzliche Realität der Stigmatisierung, die diese Menschen und ihre Angehörigen ertragen müssen.

Die Stigmatisierung ist wie ein schwerer Stein im Gepäck, den viele Betroffene mit sich herumtragen. Diese Vorurteile und Mythen über Alkoholprobleme sind nicht nur weit verbreitet, sie hindern Menschen daran, rechtzeitig Hilfe zu suchen. Das ist einfach tragisch! Hilfe wird oft erst spät in Anspruch genommen, und das nicht zuletzt, weil Angehörige oftmals verunsichert sind und nicht wissen, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Das führt dazu, dass viele glauben, die Abhängigkeit sei ein individuelles Versagen – eine Sichtweise, die viel zu kurz greift. Der Nationale Aktionstag fordert uns alle dazu auf, respektvoll und informiert mit dem Thema umzugehen, denn es ist Zeit, das Tabu zu brechen.

Ein Lichtblick am Horizont

„Verstehen statt verurteilen“ – so lautet das Motto des Aktionstags 2026. Damit wird ein klarer Fokus auf die Stigmatisierung von Menschen mit problematischem Alkoholkonsum gelegt. Diese Stigmatisierung stellt eine massive Hürde für Betroffene und deren Angehörige dar, die oft in ihrem sozialen Umfeld und sogar in der Arbeitswelt mit Vorurteilen konfrontiert werden. Es ist höchste Zeit, dass wir den öffentlichen Dialog fördern und die Sensibilisierungsarbeit stärken. Die Organisatoren – darunter Fachverband Sucht, GREA, Sucht Schweiz, Blauen Kreuz Schweiz und Ticino Addiction – setzen sich mit vereinten Kräften dafür ein, dass die Gesellschaft die Unterstützungsmöglichkeiten besser erkennt und nutzt. Übrigens, die Informationen und der Eventkalender sind auf der entsprechenden Website zu finden: aktionstag-alkoholprobleme.ch.

Doch was genau geschieht am Aktionstag? Die vielfältigen Aktivitäten sollen auf die vorhandenen Unterstützungsmöglichkeiten aufmerksam machen. Regionale Suchtfachstellen bieten vertrauliche und niederschwellige Informationen, Beratung und Begleitung ohne Stigmatisierung an. Das ist wichtig! Denn in einem Umfeld, das Verständnis und Unterstützung bietet, können Betroffene die Veränderungen, die sie selbst anstreben, auch eher umsetzen. Das Umfeld trägt eine große Verantwortung – und nicht nur die Betroffenen selbst. Es gibt einen weit verbreiteten Vorwurf der mangelnden Willenskraft, der einfach nicht zutrifft. Alkohol beeinflusst das Belohnungssystem im Gehirn und kann die Motivation und Impulskontrolle langfristig verändern. Diese Zusammenhänge sind entscheidend für ein besseres Verständnis von Sucht.

Die Rolle der Gesellschaft

Stigmatisierung wird oft als Barriere für Behandlung und Prävention identifiziert. Wie oft haben wir schon gehört, dass Suchtkrankheiten weniger als Krankheiten, sondern eher als Fehlverhalten angesehen werden? Eine Umfrage aus dem Jahr 2006 zeigt, dass über 80% der Deutschen glauben, dass Alkoholabhängigkeit stark von der eigenen Person abhängt. Diese Sichtweise ist nicht nur falsch, sie verstärkt auch den Druck auf Betroffene und führt zu Selbstzweifeln und Scham. Prof. Dr. med. Anil Batra bringt es auf den Punkt: Stigmatisierung ist „bekannt und benannt, aber nicht behandelt“. Ein Umdenken ist dringend notwendig, um den Menschen wieder eine Stimme zu geben und sie nicht nur auf ihr Problem zu reduzieren.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Diskussion um den Alkoholkonsum ist also nicht nur eine persönliche Angelegenheit, sondern betrifft uns alle. Wenn wir als Gesellschaft zusammenarbeiten, können wir Barrieren abbauen und die Unterstützung für Menschen mit Suchtproblemen stärken. Politische Maßnahmen, wie der Mindestpreis für Alkohol in Schottland, haben bereits positive Effekte auf die Gesundheit gezeigt. Auch hier in der Schweiz ist es an der Zeit, dass wir uns diesem Thema offen und ohne Vorurteile stellen. Der „Recovery Walk“ in Deutschland ist ein Beispiel dafür, wie Sichtbarkeit und Entstigmatisierung gefördert werden können. Lasst uns die Initiative ergreifen und gemeinsam einen Wandel herbeiführen – für alle, die unter den Folgen von Alkoholproblemen leiden.