Die Stadt Schaffhausen hat sich in einer aktuellen Entscheidung zur Entschädigung der Mitarbeitenden des Kinder- und Jugendheims geäußert. Der Stadtrat hat die Arbeit dieser engagierten Menschen, die sich um die Belange von Kindern und Jugendlichen kümmern, ausdrücklich anerkannt. Das ist doch schon mal ein positives Zeichen in einer Zeit, in der soziale Berufe oft unter Wert geschätzt werden. In Gesprächen mit Mitarbeitenden, dem VPOD, der Heimleitung und weiteren Beteiligten wurden Rückmeldungen zur Belastung durch den nächtlichen Bereitschaftsdienst gesammelt und geprüft. Das Ergebnis? Ab dem 1. März 2025 wird die Entschädigung für diesen Dienst auf 150 Franken pro Nacht angehoben. Das ist ein klarer Schritt in die richtige Richtung!

Vorher lag die Grundentschädigung bei 50 Franken pro Nacht, plus einem Zeitausgleich von 10 Prozent. Nun wird alles auf eine einheitliche Pauschale umgestellt, die die gesamte Nachtbereitschaft abdecken soll. Und der Stadtrat scheint sich sicher zu sein: Diese Regelung ist angemessen. Eine Auswertung hat ergeben, dass die durchschnittliche effektive Einsatzzeit während eines Bereitschaftsdienstes nur bei etwa 0,6 Stunden pro Nacht liegt. Das klingt nicht nach einem vollwertigen Nachtdienst – und da fragt man sich schon, wie viele Mitarbeitende dabei wirklich gut schlafen können.

Die Herausforderungen im sozialen Bereich

Was die Gleichbehandlung der Mitarbeitenden angeht, so hat der Stadtrat auch die Praxis in anderen Kinder- und Jugendheimen berücksichtigt. Es ist wichtig, dass alle in diesem Bereich fair behandelt werden, vor allem wenn man bedenkt, dass der geplante Umzug und die Weiterentwicklung des Kinder- und Jugendheims die Anforderungen an den nächtlichen Bereitschaftsdienst verändern könnten. Aktuell bietet das Heim Platz für maximal sieben Kinder und Jugendliche, während der neue Standort eine Erweiterung auf bis zu 14 Plätze vorsieht. Das könnte nicht nur die Organisation des Nachtbetriebs beeinflussen, sondern auch die Belastung der Mitarbeitenden erhöhen.

Die Realität in sozialen Berufen ist oft eine andere, als es auf den ersten Blick scheint. Beschäftigte in diesen Bereichen sind häufig mit belastenden Arbeitsbedingungen konfrontiert und erhalten eine mickrige Entlohnung. Das hat einen bitteren Beigeschmack, besonders wenn man bedenkt, wie systemrelevant diese Berufe gerade in Krisenzeiten, wie während der Corona-Pandemie, gewesen sind. Eine Untersuchung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung zeigt, dass etwa 70 Prozent der Beschäftigten in sozialen Berufen ihre Tätigkeit als nützlich empfinden – das ist erheblich mehr als der Durchschnitt aller Beschäftigten. Doch die Entlohnung spiegelt diese Wertschätzung nicht wider.

Ein Ausblick auf die Zukunft

Die Löhne in der Altenpflege liegen zum Beispiel um 5,30 Euro unter dem Durchschnitt – selbst mit Zuschlägen für Nacht- und Wochenendarbeit. So wird die Branche für viele Menschen unattraktiv, was das Armutsrisiko für die Beschäftigten erhöht. Und nicht nur das: Geringe Einkommen führen auch zu niedrigen Renten, was auch im Alter noch Auswirkungen hat. Da fragt man sich, wie lange die Politik das noch ignorieren kann, denn etwa 20 Prozent der Beschäftigten in Altenpflege, Erziehung und Sozialarbeit möchten mehr arbeiten – im Schnitt fast zehn Stunden mehr pro Woche. Im Gegensatz dazu wollen viele Gesundheitspflegende ihr Pensum reduzieren.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Sorgen um die eigene Gesundheit sind in diesem Bereich allgegenwärtig. Hoher Zeitdruck und die ständige Belastung haben oft negative Folgen. Das betrifft nicht nur die Mitarbeitenden, sondern letztlich auch die Qualität der Versorgung. Wenn die, die für unsere Kinder und Schwachen da sind, selbst am Limit arbeiten müssen, ist es höchste Zeit, dass sich etwas ändert. Die aktuellen Entwicklungen in Schaffhausen könnten hier ein erster Schritt in die richtige Richtung sein, aber der Weg ist noch lang.