Der Eichenprozessionsspinner hat in den letzten Wochen für Aufregung in der Region Schaffhausen gesorgt. Der lokale Forstdienst hat in mehreren Gemeinden wie Buckfore, Pflumm und Birchbühl in Gächlingen, Eisenhaalde in Siblingen sowie Aachbühl in Löhningen Befälle durch die Raupen dieser schädlichen Schmetterlingsart festgestellt. Und das ist noch nicht alles – es besteht die Möglichkeit, dass auch andere Waldgebiete betroffen sind. Die zuständigen Stellen sind fleißig dabei, sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen.
Die Intensität des Befalls variiert je nach Ort. Man muss sich bewusst sein, dass der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ein Nachtfalter ist, dessen Raupen ab dem dritten Larvenstadium gefährliche Brennhaare entwickeln. Diese Brennhaare können zu unangenehmen Haut-, Augen- und Schleimhautreizungen führen und im schlimmsten Fall Atemnot verursachen. Besonders beunruhigend ist, dass mit jeder Häutung der Raupe mehr dieser Brennhaare freigesetzt werden, was die gesundheitlichen Risiken bis zum Sommer weiter ansteigen lässt. Und man kann’s kaum glauben – diese Brennhaare bleiben über mehrere Jahre hinweg giftig!
Vorsichtsmaßnahmen und Maßnahmen der Behörden
Der Kanton Schaffhausen hat bereits einige Maßnahmen ergriffen, um die Bevölkerung zu schützen. Dazu gehört die Überprüfung eichenreicher Waldgebiete auf mögliche Befälle. Und ganz wichtig: Die Bevölkerung wird schnellstmöglich über befallene Gebiete informiert. Ein weiterer Tipp: Wenn ihr in den betroffenen Gebieten unterwegs seid, lasst das Unterholz besser links liegen, denn dort kann die Belastung durch Brennhaare besonders hoch sein. Die trockene Witterung und der Wind begünstigen die Verteilung dieser gefährlichen Haare.
Die Behörden haben auch die Entscheidung getroffen, kantonale Rastplätze in befallenen Gebieten zu sperren und Wanderwege, wo es möglich ist, umzuleiten. Für die Sperrungen kommunaler Einrichtungen sind die Gemeinden zuständig, da hat jede Gemeinde ihre eigenen Spielregeln. Es sei erwähnt, dass der Eichenprozessionsspinner keine eingeschleppte Art ist, sondern sich natürlicherweise vermehrt, vor allem bei warmen Temperaturen. Man konnte diese Befälle früher vor allem in der Genferseeregion und im Wallis beobachten, doch zunehmend breitet sich das Problem auch in nördlicheren Regionen aus.
Gesundheitsrisiken und Bekämpfungsmaßnahmen
Die gesundheitlichen Risiken sind nicht zu unterschätzen. Die Raupen können Hautsymptome wie Rötungen und Juckreiz verursachen, und auch Atemwegsreizungen sind keine Seltenheit. In sehr seltenen Fällen können sogar Allgemeinsymptome wie Fieber auftreten. Es ist also höchste Vorsicht geboten, besonders zwischen Mai und Juli, wenn die Raupen in ihrer gefährlichsten Phase sind.
Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners ist jedoch nicht ganz einfach. Mechanische, thermische und biologische Maßnahmen sind angesagt. Man könnte zum Beispiel Gespinstnester absaugen oder mit heißem Wasser behandeln. Es gibt auch die Möglichkeit, biologische Insektizide einzusetzen, aber das muss alles unter Beachtung strenger Vorschriften geschehen. Übrigens: Unkontrolliertes Abflammen oder das Fällen von Bäumen sollte man vermeiden, um weiteren Schaden anzurichten.
Wenn ihr einen Befall vermutet, haltet Abstand und meldet den Fund umgehend an die entsprechenden Stellen – in diesem Fall an das Kantonsforstamt unter andreas.hunziker@sh.ch. Und wenn ihr in den befallenen Gebieten unterwegs seid, zieht lieber langärmlige Kleidung an und haltet Kinder sowie Haustiere fern. Man weiß ja nie, was einem begegnen könnte!
Der Lebenszyklus und natürliche Bekämpfung
Ein kurzer Blick auf den Lebenszyklus: Die Eier werden im Spätsommer abgelegt, die Raupen schlüpfen ab April und die gefährliche Phase reicht bis in den Juli. Danach erfolgt die Verpuppung, und im August schlüpfen die Falter. Diese kleinen Biester finden sich hauptsächlich auf Eichenbäumen, besonders in lichten Wäldern oder an Waldrändern, in Parkanlagen und sogar auf Schulhöfen.
Die Bekämpfung sollte auf jeden Fall in die Hände von Fachleuten gelegt werden. Die Methoden variieren von mechanischem Absaugen bis hin zur Verwendung von Nematoden, die die Raupen abtöten. Auch das Fördern von natürlichen Feinden, wie das Aufstellen von Nistkästen für Meisen, ist eine nachhaltige Option, die in vielen Gärten angewendet werden kann. Das sorgt für ein bisschen mehr Vielfalt und weniger Schädlinge. Ein ganzheitlicher Ansatz ist hier gefragt!