Heute ist der 25.06.2026 und wir werfen einen Blick auf die aktuelle Situation der Asylsuchenden im Kanton Schaffhausen. Mit einer Asylquote von 1,54 Prozent ist der Kanton Schaffhausen der Spitzenreiter in der Schweiz. Das überrascht, denn der Bund hatte für diesen Kanton eine Quote von nur 1,0 Prozent für die ständige Wohnbevölkerung prognostiziert. Statt der erwarteten 900 lebten 2025 jedoch bereits 1383 Personen mit Asylstatus (N, F oder S) in Schaffhausen. Ein deutlicher Anstieg, der sich in den letzten Jahren immer stärker bemerkbar macht.

Ein Blick auf die Verteilung der Asylsuchenden zeigt, dass sie ungleich auf die 26 Gemeinden verteilt sind. Einige Gemeinden haben gerade mal einen Asylsuchenden, während andere – wie Bargen – gleich 4000 Mal mehr aufnehmen. In Bargen liegt die Asylquote bei stolzen 6,42 Prozent, ein sprunghafter Anstieg von 0,0 Prozent bis 2020. In der Gemeinde Buch leben sogar 20 Prozent der Bevölkerung im Asylprozess, was einen absoluten Rekord darstellt. Auf der anderen Seite gibt es auch Gemeinden wie Büttenhardt, die 2025 überhaupt keine Asylsuchenden hatten.

Der Einfluss globaler Krisen

Es ist kaum zu fassen, aber das Bild in Schaffhausen ist Teil eines viel größeren Puzzles. Der Krieg in der Ukraine und die Taliban-Herrschaft in Afghanistan haben massive Fluchtbewegungen ausgelöst. Und das sind nur zwei Beispiele. Auch Klimakatastrophen treiben weltweit Millionen Menschen dazu, in sicherere Länder zu migrieren. Die Schweiz, als Zufluchtsort, spürt die Auswirkungen dieser globalen Katastrophen mehr denn je. Die Zahlen der Menschen im Asylsystem sind auf einem Jahrzehnte hohen Niveau, wobei die meisten Ukrainer mit dem Schutzstatus S kommen, was das Asylverfahren für sie überflüssig macht.

Besonders eindrücklich ist der Anstieg der Asylquote in Schaffhausen. Von 0,69 Prozent im Jahr 2021 hat sich die Quote bis Ende 2025 auf 1,54 Prozent erhöht. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) kann diesen Anstieg nicht wirklich erklären, da der Verteilschlüssel in den letzten Jahren eingehalten wurde. Hier zeigt sich, dass die Verteilung von Asylsuchenden nicht nur nach Anzahl erfolgt, sondern auch nach Kriterien wie Betreuung und Staatsangehörigkeit.

Schwierige Wohnsituation

Die Wohnsituation ist ein weiteres Kapitel für sich. Schaffhausen hat in den letzten Jahren keine neuen Kollektivunterkünfte gebaut. Stattdessen wurden Wohnungen auf dem Markt angemietet. Das Kantonale Sozialamt koordiniert seit 2020 zentral die Verteilung der Asylsuchenden und prüft verschiedene Maßnahmen zur Schaffung von Wohnraum. Komischerweise standen per 1. Juni 2025 383 Wohnungen leer, weniger als vor sechs Jahren. Der Wohnungsmarkt spielt eine entscheidende Rolle, denn in Bargen wurden günstige Wohnungen gefunden, die zur höheren Anzahl an Asylsuchenden beitragen.

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Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass Schaffhausen tendenziell höhere Chancen auf Bleiberecht für Asylsuchende bietet. Die Asylsuchenden werden nicht nur nach Zahl, sondern auch nach ihren individuellen Bedürfnissen und der Herkunft verteilt. Diese Dynamik spiegelt sich in der gesamten Schweiz wider, wo die Chancen auf Asyl je nach Nationalität variieren können. Die bestehende Diaspora hat ebenfalls einen Einfluss darauf, aus welchen Ländern mehr Asylanträge gestellt werden.

Der Anstieg im Asylbereich ist nicht nur ein lokales Phänomen; er ist das Resultat verschiedenster globaler Faktoren, die immer mehr Menschen in die Schweiz drängen. Die Zahlen der Asylgesuche, die seit 2013 vom SEM veröffentlicht werden, zeigen, dass wir uns in einer Zeit historischer Flüchtlingsbewegungen befinden, die an die Krisen der Vergangenheit erinnern. Die Menschen, die in der Schweiz Zuflucht suchen, bringen ihre Geschichten, ihre Sorgen und ihre Hoffnung mit – und das ist es, was die Asylpolitik zu einer so wichtigen gesellschaftlichen Herausforderung macht.