Warten auf den Verkehrsfluss: Stans‘ Umfahrungsstraße zwischen Hoffnung und Hürden
Heute ist der 2.07.2026 und die Diskussionen um die Umfahrungsstraße in Stans sind so lebhaft wie eh und je. Die Grafik, die die möglichen Linienführungen zwischen der Ennetmooserstrasse und dem Rotzloch-Kreisel zeigt, hat für reichlich Gesprächsstoff gesorgt. Es geht um nichts Geringeres als die nachhaltige Entlastung des Dorfzentrums von Stans, das unter dem Druck des Durchgangsverkehrs ächzt. Nach dem Volksnein zu dem Bauprojekt im Jahr 2022 wurden die Karten neu gemischt. Vertreter des Kantons, der Landratsfraktionen und der Gemeinden Stans und Ennetmoos treffen sich am „Runden Tisch“, um die verschiedenen Optionen zu besprechen.
Der Kanton hat die Sache ernst genommen und verschiedene Linienführungen unter die Lupe genommen. Aus der Analyse sind zwei Varianten hervorgegangen, die sich hinsichtlich Verkehrswirkung, Machbarkeit und Kosten gut schlagen. Die erste Variante führt von Ennetmoos über den Bitzi-Kreisel beim Länderpark, während die zweite über den Rotzloch-Kreisel beim Burger King verläuft und direkt an die Autobahn angebunden ist. Spannend ist, dass der Regierungsrat die Variante über den Rotzloch-Kreisel favorisiert – nicht zuletzt wegen der besseren Anbindung ans Strassennetz und einem stabileren Verkehrsfluss während der Hauptverkehrszeiten.
Kosten und Herausforderungen
Doch wie das Leben so spielt, hat jede Medaille ihre Kehrseite. Die Variante über den Bitzi-Kreisel mag zwar eine höhere Entlastungswirkung und tiefere Investitionskosten von knapp 37 Millionen Franken versprechen, doch die Realisierbarkeit bleibt fraglich. Im Gegensatz dazu steht die Route über den Rotzloch-Kreisel, die mit 41 Millionen Franken zu Buche schlägt, aber stabiler im Verkehrsfluss ist. Ein wesentlicher Kostenfaktor ist die Unterquerung der Zentralbahn – die geologischen Verhältnisse und die Anforderungen an den Umwelt- und Gewässerschutz treiben die Kosten in die Höhe und sorgen für zusätzlichen Aufwand.
Um die geplante Umfahrungsstraße voll zur Geltung zu bringen, sind flankierende Maßnahmen wie Temporeduktionen notwendig. Zudem wird geprüft, ob ein Abtausch von Kantons- und Gemeindestrassen sinnvoll wäre, um die neuen Verkehrsströme optimal zu lenken. Der Regierungsrat hat bereits beim Landrat einen Antrag gestellt, um den Planungsbericht zur Umfahrung Stans West zu genehmigen und einen Kredit von 800.000 Franken für das Generelle Projekt zu bewilligen. Damit sollen die Linienführung, technische Lösungen, Umweltauswirkungen und Kosten konkretisiert werden.
Der Blick in die Zukunft
Ein weiterer spannender Aspekt ist, dass dieses Vorhaben in den kantonalen Richtplan und das Agglomerationsprogramm der 6. Generation aufgenommen werden soll. Eine mögliche Mitfinanzierung durch den Bund wäre dann in greifbare Nähe gerückt. Doch bevor es so weit ist, müssen die Bürgerinnen und Bürger über den Objektkredit abstimmen – ein Termin, der in der ersten Hälfte 2029 ansteht. Die Inbetriebnahme der Umfahrungsstraße könnte frühestens 2035 erfolgen. Es bleibt also spannend, wie sich die Pläne entwickeln und ob die Stansmer bald von einem flüssigeren Verkehr profitieren können.
Auf jeden Fall zeigt sich, dass in dieser Region der Wille zur Veränderung stark ist, auch wenn der Weg dorthin steinig ist – im wahrsten Sinne des Wortes. Ob die Umfahrungsstraße die erhoffte Lösung bringt, wird die Zeit zeigen. Bis dahin bleibt den Anwohnern nichts anderes übrig, als sich in Geduld zu üben und die Entwicklungen im Auge zu behalten.
