In Nidwalden gibt es derzeit viel Gesprächsstoff über Vandalismus und Sachbeschädigungen. Das Thema ist drängend, und Landrat Roland Blättler von der SVP hat jüngst eine Interpellation an den Regierungsrat eingereicht. Er und seine Mitunterzeichnenden berichten von einer Häufung solcher Delikte und heben die damit verbundenen Kosten sowie das Signal der Duldung hervor, wenn Schäden nicht behoben werden. Denn das, so die Argumentation, könnte dazu führen, dass das Erscheinungsbild der öffentlichen Infrastruktur leidet – und das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch sicherheitsrelevant.

Doch wie steht es wirklich um die Sachbeschädigungen in Nidwalden? Laut Regierungsrat gibt es kein spezifisches Problem mit Sprayereien oder Vandalismus. Die Fallzahlen schwanken zwischen 15 und 20 pro Jahr und zeigen keinen linearen Anstieg. Interessanterweise gab es im Jahr 2024 einen Anstieg auf 32 Fälle, was vor allem auf die Ukraine-Friedenskonferenz auf dem Bürgenstock zurückgeführt wird. Justiz- und Sicherheitsdirektorin Karin Kayser-Frutschi betont, dass sichtbare Sachbeschädigungen behandelt werden müssen, da sie die Orientierung im öffentlichen Raum erschweren können. Die Zuständigkeit für die Reinigung und Instandstellung liegt dabei bei den Eigentümern, seien es Gemeinden, Kanton oder Bund.

Ermittlung und Aufklärung

Die Kantonspolizei ist bemüht, die Täter von Sachbeschädigungen zu ermitteln. Doch die Erfolgschancen sind eher gering, denn Haftung gibt es nur bei eindeutig nachgewiesenen Verfehlungen. Die Aufklärungsquote in Nidwalden liegt zwischen 6 und 19 Prozent – das ist auch schweizweit eher niedrig. Regelmäßig geht die Kantonspolizei in Oberstufenschulen das Thema Vandalismus und Sprayereien an, um die strafrechtlichen und gesellschaftlichen Folgen aufzuzeigen. Präventionsmaßnahmen, so Kayser-Frutschi, zeigen Wirkung, und im Moment sieht der Regierungsrat keinen Handlungsbedarf für zusätzliche Maßnahmen.

Ein Blick über die Grenze nach Deutschland zeigt, dass Vandalismus ein weit verbreitetes Problem in vielen Städten und Gemeinden ist. Bürgermeister Heinz Pollak berichtete von einem Vorfall, bei dem drei Jugendliche im Alter von etwa 13 Jahren das „Grüne Klassenzimmer“ im Kirchner Stadtpark demolierten. Die Eltern der Kids erstatteten Selbstanzeige, nachdem die Taten in der Familie bekannt wurden. Pollak, der die Jugendlichen im Rathaus empfing, schilderte, wie diese mit gesenktem Kopf vor ihm saßen und sich entschuldigten. Ein Bild, das zum Nachdenken anregt.

Ursachen und Lösungen

Vandalismus hat viele Gesichter. Beschmierte Fassaden, demolierte Spielgeräte, zerstörte Wartehäuschen – die Liste ist lang. Pollak sieht in fehlenden Freizeitangeboten eine der Ursachen für solche Taten und fordert mehr Treffpunkte für Jugendliche. In vielen Kommunen wird auf Prävention gesetzt, oft in Zusammenarbeit mit Polizei und Schulen. Es gibt sogar legale Graffiti-Flächen, um kreativen Ausdrücken Raum zu geben, ohne dabei die Gemeinschaft zu schädigen.

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Technische Lösungen wie Anti-Graffiti-Beschichtungen sind ebenfalls auf dem Vormarsch. Digitale Meldesysteme ermöglichen es Bürgern, Schäden schnell an die Verwaltung zu melden. In Neu Wulmstorf haben sich Anwohner als Spielplatzpaten engagiert, um Schäden zu reduzieren. Solche Initiativen sind zwar nicht überall erfolgreich, doch sie zeigen, dass der Wille zur Veränderung da ist.

Im Endeffekt bleibt die Frage, wie wir als Gesellschaft mit solchen Herausforderungen umgehen. Es braucht nicht nur Maßnahmen von oben, sondern auch Engagement von uns allen. Denn schließlich sind wir es, die in diesen Orten leben und sie gestalten. Die Geschichten von Jugendlichen, die aus Unüberlegtheit Dinge kaputtmachen, sind nicht neu, aber sie berühren und fordern uns heraus, nach Lösungen zu suchen, die über das bloße Reparieren hinausgehen.