Junge Landwirte feiern ihren Abschluss in Nidwalden: Ein Blick in die Zukunft der Agrarpolitik 2030+
Am 6. Juli 2026 feierte die Landwirtschaft in Nidwalden einen besonderen Anlass. 21 junge Berufsleute haben erfolgreich ihre Ausbildung zur Landwirtin oder zum Landwirt EFZ sowie zum Agrarpraktiker EBA abgeschlossen. Die festliche Abschlussfeier fand im BWZ Giswil statt, ein Ort, der an diesem Tag ein wahres Sammelsurium an Emotionen bot – von der Aufregung der Absolventen bis hin zu den stolzen Gesichtern der Familien und Gäste, die den Weg zu diesem besonderen Ereignis auf sich genommen hatten.
Die Absolventen, festlich gekleidet, zeigten sich in voller Pracht – einige in traditioneller Tracht, andere im eleganten Sennergewand. Es war ein Anblick, der die Verbundenheit zur Region und zur Landwirtschaft widerspiegelte. Nach einem herzlichen Apéro, der die Gäste verwöhnte, wurden die Obwaldner Älplermagronen serviert. Ein Gaumenschmaus, der nicht nur sättigte, sondern auch die Gemeinschaft stärkte.
Ein Blick zurück auf die Lehrjahre
Ueli Zemp, ein Mitglied des Lehrerteams, ließ die vergangenen Lehrjahre Revue passieren. Sein Rückblick war geprägt von den vielen Exkursionen, die den Lernenden nicht nur Wissen, sondern auch praktische Erfahrungen vermittelten. Besuche bei regionalen Betrieben zur Beurteilung des Kuhkomforts und der Pflanzenbestände waren nur einige der Höhepunkte. Besonders die zweitägige Abschlussexkursion nach Deutschland, wo die Absolventen bei Milchwirtschaftsbetrieben zu Gast waren, bleibt vielen in guter Erinnerung.
Die Herausforderungen, die die jungen Landwirte als Betriebsleiter erwarten, wurden von Ueli Zemp eindringlich thematisiert. Veränderungen in der Agrarpolitik und die Anpassung an neue Rahmenbedingungen sind nur einige der Themen, die sie künftig beschäftigen werden. Markus Filliger, Vorstandsmitglied des Bauernverbands Nidwalden, sprach in seiner Rede die bevorstehende Agrarpolitik 2030+ an und hob hervor, wie wichtig diese für die Absolventen sein wird.
Die Absolventen und ihre Zukunft
Die Liste der Absolventen kann sich sehen lassen:
- Landwirte EFZ:
- Achermann Elin, Büren NW
- Arnold Dario, Wolfenschiessen
- Durrer Jonas, Wolfenschiessen
- Gobeli Elio, Matten (St. Stephan)
- Hurschler Helen, Dallenwil
- Imfeld Mathias, Lungern
- Imfeld Reto, Stalden (Sarnen)
- Imfeld Silvan, Lungern
- Joller Marco, Wolfenschiessen
- Kiser Markus, Ramersberg
- Kiser Sarah, Ennetmoos
- Ming Fabian, Stalden
- Murer Lukas, Emmetten
- Niederberger Andrin, Wolfenschiessen
- Odermatt Fabian, Büren NW
- Schilter Stefan, Giswil
- von Holzen Patrick, Obbürgen
- von Rotz Tobias, St. Niklausen
- Wallimann Beat, Alpnach
- Zimmermann Joel, Buochs
- Agrarpraktiker EBA:
- Florian Schallberger, Lungern
Mit dem Abschluss in der Tasche stehen den Absolventen viele Türen offen. Doch die Zukunft bringt auch Herausforderungen. Ab Sommer 2026 wird die bäuerliche Grundausbildung neu strukturiert, was bedeutet, dass die dreijährige Lehre nach einer Totalrevision angeboten wird. Diese Veränderungen sind Teil der Agrarpolitik 2030+, die die Rahmenbedingungen der Landwirtschaft in der Schweiz neu gestalten soll. Der Fokus liegt auf der Erhöhung der Ernährungssicherheit und der Entlastung der Landwirte von administrativen Hürden.
Die ersten Abschlüsse unter den neuen Bedingungen sind für 2029 vorgesehen. Für die Absolventen wird es wichtig sein, sich auf diese Veränderungen einzustellen. Schließlich werden die neuen Anforderungen auch bedeuten, dass ein eidgenössisches Berufsattest (EBA) in Zukunft nicht mehr ausreicht, um Direktzahlungen zu erhalten – ausgenommen in Berggebieten. Die Landwirtschaft der Zukunft verlangt Offenheit für Veränderungen und kontinuierliche Weiterbildung. Themen wie Digitalisierung, Smart-Farming und Klimawandel werden zunehmend an Bedeutung gewinnen.
