Ein Lichtblick in trüben Zeiten: Das Vermächtnis von Agnell Rickenmann
Heute, am 22. Juli 2026, erreichen uns traurige Nachrichten aus Nidwalden. Agnell Rickenmann, der ehemalige Generalsekretär der Schweizer Bischofskonferenz (SBK), ist am 19. Juli im Alter von 63 Jahren verstorben. Ein Verlust, der in vielen Herzen Trauer auslöst. Rickenmann war nicht nur ein bedeutender Geistlicher, sondern auch ein Mensch, der sich mit Leidenschaft für die Kirche und ihre Werte eingesetzt hat. Zuletzt lebte er als Einsiedler auf dem Wiesenberg im Kanton Nidwalden und hatte im Herbst 2024 entschieden, seine Position als Regens des Luzerner Priesterseminars aufzugeben, um ein kontemplatives Leben zu führen.
Von 2001 bis 2006 stand Rickenmann an der Spitze der SBK und hat in dieser Zeit wichtige Akzente gesetzt. Besonders hervorzuheben ist sein Engagement in der Berufungspastoral und die Neubelebung der interdiözesanen Berufungsarbeit. 2006 war ein Schlüsselmoment, als er das Jahr der kirchlichen Berufungen mitgestaltete. Sein Wirken umfasste auch die Gründung und Entwicklung mehrerer Stabskommissionen, wie die Kommission für den Dialog mit den Muslimen und die Bioethik-Kommission. Zudem war er Hochschuldozent und begleitete die Vorbereitungen des Ad-limina-Besuchs der Schweizer Bischofskonferenz bei Papst Benedikt XVI. im November 2006.
Eine Lebensreise voller Engagement
Nach seinem Rücktritt aus der SBK widmete sich Rickenmann der Ausbildung angehender Priester im Priesterseminar Basel. Auch in der Pfadfinderpastoral war er aktiv und hinterließ dort seine Spuren. Seine tiefe Verbundenheit zur Kirchengeschichte und sein Interesse an den Kirchenvätern und -müttern prägten sein Wirken. Er war Pfarrer am Marienheiligtum in Oberdorf bei Solothurn und setzte sich zeitlebens für ein wertvolles Miteinander in der Kirche ein.
Sein Tod berührt die Mitglieder der SBK zutiefst. Viele erinnern sich dankbar an die Zeit, die sie mit ihm verbringen durften. Rickenmann war nicht nur ein Geistlicher, sondern auch ein Mensch, der andere inspiriert hat. Seine Beisetzung findet am Freitag, dem 24. Juli, um 9.30 Uhr in der Kathedrale St. Ursen in Solothurn statt. Ein Dreissigster wird am Sonntag, 30. August, um 11 Uhr in Oberdorf SO gefeiert.
Ein bedeutender Teil der Schweizer Bischofskonferenz
Die Schweizer Bischofskonferenz, gegründet 1863, ist eines der ältesten pastoralen Kontaktorgane der Schweizer Bischöfe. In den Anfangsjahren war sie vor allem mit staatskirchlichen Einschränkungen beschäftigt. Doch seit den Neufassungen der Statuten 1967 hat sich die SBK als Leitungsgremium der Katholischen Kirche in der Schweiz etabliert. Die Beschlüsse, die dort gefasst werden, haben einen gesetzlichen Charakter innerhalb der vom Kirchenrecht festgelegten Normen.
Die SBK hat sich nie scheuen müssen, auch gegen den Strom zu schwimmen. In einer Zeit, in der gesellschaftliche Herausforderungen immer komplexer werden, bemüht sich die Konferenz um Konsens mit anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften. Das Wirken von Agnell Rickenmann wird in diesem Kontext immer in Erinnerung bleiben. Sein Engagement, seine Visionen und sein Glaube an eine lebendige Kirche waren und sind für viele von uns ein Lichtblick.
